Manxgards (manxgard.org): Sind Sie sicher, dass Sie bei der richtigen Plattform investieren?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Manxgards stellt sich als Krypto- und Forex-Investmentplattform dar, doch die Anzeichen sprechen eindeutig für einen Betrug. Wenn Sie bereits Geld eingezahlt haben, ist es Zeit, die nächsten Schritte zu kennen.

Screenshot der Webseite Manxgard (manxgard.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite manxgard.org

Warum manxgard.org unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten zeigen sich bereits auf der Website von Manxgards. Der Plattformbetreiber behauptet, in New Zealand registriert zu sein, gibt jedoch keine gültige Lizenznummer an: ein klares Indiz dafür, dass die angaben nicht überprüfbar sind. Zudem verspricht die Seite „1,5 % täglicher Gewinn für 10 Tage“, ein Versprechen, das ohne reale Handelsbasis und ohne verifizierbare Performancedaten unrealistisch ist. Die akzeptierten Zahlungsmethoden beschränken sich auf Bitcoin und Kreditkarte, während kein regulärer Banktransfer oder PayPal angeboten wird. Das Fehlen einer Kontaktnummer und eines E-Mail-Kontakts erschwert die Kommunikation weiter. Zusammen ergeben diese Punkte ein Bild einer Plattform, die eher darauf abzielt, Geld zu sammeln, als echte Investitionen anzubieten.

Wo Manxgards angeblich sitzt

Manxgards gibt die Adresse „95 Wrexham Road, Felindre, United Kingdom“ an. Im Handelsregister des Vereinigten Königreichs lässt sich jedoch keine Eintragung unter dieser Adresse finden. Das Fehlen einer verifizierten Geschäftsadresse ist ein starkes Warnsignal. Die Plattform nutzt diese Adresse lediglich als falsche Adresse, um ein Bild von Legitimität zu erwecken.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein Wohngebäude verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei manxgard.org abläuft

1. Erster Kontakt & Lockangebot

Manxgards nutzt gezielte Online-Werbung, um potenzielle Anleger anzusprechen. Auf Instagram, TikTok und Facebook tauchen kurze Videos auf, die angebliche „Erfolgsgeschichten“ von „Trading-Gurus“ zeigen. In den Videos wird oft ein kurzer, ansprechender Slogan verwendet, wie „1,5 % tägliche Rendite: sofort starten“. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig, typischerweise 250 € oder weniger, damit die Anleger nicht sofort große Summen riskieren. Durch die Verwendung von Bitcoin als Zahlungsmittel kann die Plattform die Rückverfolgbarkeit weiter erschweren.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung eingegangen ist, wird die Plattform dem Anleger sofort ein Dashboard zeigen, das scheinbar hohe Gewinne anzeigt. Die Zahlen steigen in wenigen Tagen dramatisch an: von 250 € auf 800 €: obwohl keine echten Handelsaktivitäten stattfinden. Die Software erzeugt lediglich simulierte Gewinnzahlen. Dieses visuelle „Büchergeld“ schafft Vertrauen, weil die Anleger glauben, ihr Geld wandle sich tatsächlich in Gewinne um.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg baut der angebliche Account-Manager eine persönliche Beziehung auf, meist über private Chat-Kanäle. Er verspricht „VIP-Konten“, hohe Hebel, exklusive IPO-Zugänge und sogar „Insider-Tipps“. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Anleger erzeugen einen Druck, mehr Geld einzuzahlen. Typische Betrugszahlen liegen zwischen 5.000 € und 50.000 €, aber manche Opfer geben sogar mehr als 500.000 € ab.

4. Auszahlungswunsch & Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger nun sein Geld abheben möchte, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingeführt.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu den bereits gezahlten Beträgen, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig angebliche „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Oft werden diese Personen über WhatsApp, Telegram oder E-Mail kontaktiert, ohne dass eine offizielle Behörde zuvor mitgeteilt hat. In Wahrheit handeln es sich meist um die gleichen Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per Messaging-App.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie einen Verdacht haben, stoppen Sie sofort jede weitere Einzahlung. Die Plattform wird versuchen, Sie mit Versprechungen zu locken; lassen Sie sich nicht täuschen.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Zahlungsbelege und Screenshots der Plattform. Diese Dokumente sind entscheidend für eventuelle Strafverfolgungsmaßnahmen und für den Nachweis Ihrer Forderungen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse
    Informieren Sie Ihre Bank sofort über die Transaktionen. Bitten Sie um eine Rückbuchung, falls noch möglich, und melden Sie das Vorgehen an die KYC-Abteilung. Bei Bitcoin-Transaktionen kann die Rückbuchung schwierig sein, aber melden Sie die Adresse des Empfängers.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige
    Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde Strafanzeige ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Ihre Anzeige unterstützt die Ermittler bei der Verfolgung des Netzwerks.

  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scams“
    Seien Sie skeptisch, wenn jemand Ihnen anbietet, Ihr Geld zurückzubekommen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht per WhatsApp kontaktieren. Wenn Sie auf solche Angebote stoßen, löschen Sie die Kontakte und melden Sie sie der Polizei.

Abschließender Hinweis

Sie sind nicht allein. Viele Menschen wurden Opfer von Manxgards und ähnlichen Plattformen. Mit den richtigen Schritten können Sie Ihre Rechte schützen und weitere Opfer verhindern. Handeln Sie jetzt, bevor weitere Gelder verloren gehen.

Das Netzwerk hinter Manxgards

Manxgards ist Teil eines Netzwerks von 90 weiteren Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien und angebliche Investmentangebote nutzen. Diese Verbindung deutet darauf hin, dass die Betreiber dieselbe Infrastruktur und dieselben hinterhältigen Taktiken teilen. Sobald eine dieser Plattformen auffliegt, verschärfen sich die Risiken für alle verbundenen Seiten.

und 84 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei manxgard.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei manxgard.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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