Miranexo (miranexo.net) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Miranexo, die angebliche Investment-Plattform, ist ein klarer Betrug. Die Betreiber nutzen falsche Angaben, um Anleger zu täuschen. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 10. Oktober 2025 ausdrücklich vor Miranexo unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – „Das Warten hat ein Ende [Name der Plattform] IST OFFIZIELL STARTBEREIT!““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Miranexo steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Miranexo (miranexo.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite miranexo.net

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit konnte ich zahlreiche Anlagebetrugs-Verfahren bearbeiten. Ich verfolgte mehr als 500 Fälle, in denen Täter Blockchain-Transaktionen nutzten, um Gelder zu verschleiern. Diese Erfahrung bildet die Grundlage meiner Analyse hier.

Warum miranexo.net unseriös ist

Die Plattform fehlt jegliche Aufzeichnung einer Handelsregisternummer. Auf der Website wird keine Aufsichtsbehörde genannt. Das Fehlen einer Lizenznummer ist ein starkes Warnsignal. Der Betreiber nennt keine Kontaktdaten; die einzige Telefonnummer ist +49, ohne weitere Angaben. Das Minimum der Einzahlung beträgt 100 €, während die Plattform angeblich ein wöchentliches Einkommen von 130 € verspricht. Diese Zahl ist unrealistisch und ohne Quellenangabe. Die Dienste umfassen Kryptowährungen, Devisen, Rohstoffe und Indizes, doch die Plattform bietet keine Verbindung zu regulierten Börsen. Die Sprache auf der Seite ist stark verkaufsorientiert: Garantierte Renditen, dringende Handlungsaufforderungen, angebliche Prominente. Die Testimonials: Lars Klingbeil, Lukas Schneider, Maximilian Fischer, Anna Becker, Sophie Wagner: sind nicht verifizierbar. Alle diese Punkte deuten eindeutig auf einen Betrug hin.

Wie der Betrug bei miranexo.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Die Täter starten mit gezielten Werbekampagnen auf sozialen Medien. TikTok-Videos, Instagram-Stories und Facebook-Ads zeigen vermeintliche „Erfolgreiche Trader“. In den Anzeigen wird die Telefonnummer +49 genannt. Interessenten werden aufgefordert, sich mit minimalen 100-€-Einzahlungen anzumelden. Die Seite präsentiert sich als professionell, nutzt mehrere Sprachen: deutsch, englisch, französisch, spanisch, italienisch: um ein internationales Publikum anzusprechen. Durch die niedrige Einzahlung wird die Hemmschwelle reduziert. Das Ziel ist es, ein Vertrauen aufzubauen und die Anleger zu locken, ohne sofort einen großen Einsatz zu verlangen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung erscheint ein Dashboard. Die Zahlen steigen innerhalb von wenigen Tagen. Der Bildschirm zeigt, dass 100 € in 7 Tagen 130 € geworden sind. Es gibt jedoch keine echten Handelsaufträge. Alle Gewinne sind simulierte Daten, die von einer Web-App generiert werden. Die Plattform nutzt keine Verbindung zu einer regulierten Börse. Das Ergebnis ist ein manipuliertes Bild, das die Anleger glauben lässt, sie hätten echtes Kapital vermehrt. Diese Strategie baut Vertrauen auf und lockt zu höheren Einzahlungen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Die Betreiber stellen sich als persönliche Berater dar. Sie nutzen Chat-Apps oder E-Mail, um mit den Anlegern zu kommunizieren. Der Account-Manager verspricht VIP-Konto-Status, Hebelboni von 1:500 und angeblich exklusive Zugänge zu IPO-Deals. Durch Zeitdruck, z. B. „Nur heute verfügbar“, werden die Anleger ermutigt, sofort weitere 5 000 € bis 50 000 € einzuzahlen. In manchen Fällen verlangen sie sogar mehr als 500 000 €. Das Ziel ist, den Kontostand zu erhöhen, um die Betrugsmasche weiter zu betreiben. Die Anleger glauben, sie würden in ein lukratives System investieren, während die Plattform keine echten Trades durchführt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn die Anleger ihre Gewinne oder ihr Kapital auszahlen lassen wollen, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingefordert. Diese Gebühren sind völlig erfunden und werden als notwendig dargestellt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Drittanbieter auf. Sie geben sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Krypto-Forensiker aus. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen. Im Gegenzug fordern sie Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind Teil des gleichen Netzwerks. Hinter den Anfragen stehen dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Seien Sie vorsichtig.

Das Netzwerk hinter miranexo.net

Miranexo ist Teil eines Netzwerks von 66 Plattformen. Diese Seiten teilen dieselben Logos, dieselben Testimonials und dieselben Zahlungsmodelle. Die Betreiber tauschen Skripte aus, die die gleichen gefälschten Gewinn-Anzeigen erzeugen. Das Netzwerk nutzt die gleiche Infrastruktur und die gleichen Zahlungsdienstleister. Durch die Verknüpfung können die Täter die Verantwortung ablegen und die Ermittlungen erschweren. Wenn Sie auf einer dieser Seiten tätig werden, handelt es sich fast sicher um denselben Betrugsmechanismus.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede neue Einzahlung erhöht das Risiko, das gesamte Guthaben zu verlieren.
  2. Bewahren Sie sämtliche Korrespondenz auf. Screenshots, E-Mails, Chat-Verläufe sind wichtige Beweismittel. Speichern Sie diese an einem sicheren Ort.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Kryptowährungs-Börsen-Partner. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen, damit sie Ihre Konten prüfen können.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Das Verfahren kann helfen, weitere Opfer zu verhindern.
  5. Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Angebote. Echte Anwälte melden sich nicht per WhatsApp und fordern keine Vorauszahlung. Schließen Sie diese Kontakte ab.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an die Polizei. Die Ermittler können Ihnen weitere Unterstützung bieten. Bleiben Sie wachsam.

Das Netzwerk hinter miranexo.net

Miranexo ist Teil eines Netzwerks von 66 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Alle verweisen auf dieselben Webseiten, dieselben Testimonials und dieselben Zahlungsmodelle. Der Austausch von Skripten und Logos ist eindeutig erkennbar.

und 60 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei miranexo.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei miranexo.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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