Nomurainternational (nomurainternational.info) im Faktencheck
Nomurainternational.info ist kein regulierter Broker. Die Plattform bietet keine verifizierte Lizenz, keine Handelsregisternummer und keine nachvollziehbare Unternehmensadresse. Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine betrügerische Trading-Plattform handelt.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum nomurainternational.info unseriös ist
Die Analyse von nomurainternational.info basiert auf öffentlich zugänglichen Daten und auf den von mir ermittelten Mustern, die bei betrügerischen Plattformen beobachtet werden. Der erste Hinweis ist das Fehlen einer Handelsregisternummer. In Deutschland und den meisten EU-Ländern ist ein solcher Nachweis gesetzlich vorgeschrieben, um einen Broker zu legitimieren. Die Abwesenheit dieser Nummer bedeutet, dass die Betreiber nicht in einem Handelsregister geführt sind: ein klares Indiz dafür, dass die Plattform keine rechtlich anerkannte Unternehmung ist.
Zweitens gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde oder einer Lizenznummer. Regulierte Broker müssen ihre Lizenz bei einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde registrieren, etwa der BaFin in Deutschland oder der FCA im Vereinigten Königreich. Das Fehlen dieser Angaben lässt vermuten, dass die Betreiber nicht lizenziert sind und daher keine Aufsicht genießen. Ohne Lizenz kann der Broker weder vertragliche Rechte noch Pflichten gegenüber Kunden übernehmen.
Ein weiteres Kennzeichen ist die fehlende Unternehmensadresse. Obwohl die Plattform in mehreren Sprachen (Englisch, Russisch, Tschechisch, Französisch und Deutsch) erreichbar ist, gibt es keinerlei Kontaktadresse oder Telefon. Die Angabe einer physischen Adresse ist nicht nur ein Zeichen für Transparenz, sondern auch ein rechtlicher Mindestanforderung, um Kunden im Falle von Streitigkeiten zu kontaktieren. Ohne solche Kontaktdaten ist der Kunde praktisch ohne Ansprechperson, wenn er sein Geld zurückfordern möchte.
Darüber hinaus bietet die Plattform keine klaren Informationen zu den angebotenen Dienstleistungen. Es fehlen Angaben zu den angebotenen Handelsinstrumenten, den Handelsbedingungen, den Handelsplattformen oder den Kontotypen. Bei seriösen Brokern sind solche Details standardmäßig verfügbar, um Kunden eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Das Fehlen dieser Informationen deutet darauf hin, dass die Plattform keine echten Handelsaktivitäten ausführt, sondern lediglich einen Schein von Trading-Funktionalität darstellt.
Schließlich ist die Plattform Teil eines Netzwerks von 37 anderen Webseiten, die ähnliche Merkmale aufweisen. Solche Netzwerke sind häufig Symptom für eine koordinierte Betrugstätigkeit. Betreiber nutzen unterschiedliche Domains, um nach einem Aufdeckungsversuch schnell neue Plattformen zu starten und so Kunden zu täuschen.
Wie der Betrug bei nomurainternational.info abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Nomurainternational.info nutzt gezielte Social-Media-Kampagnen, um potenzielle Opfer anzusprechen. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok erscheinen Anzeigen, die von „anonymen“ Handelsgurus oder vermeintlichen Prominenten stammen. Diese Anzeigen versprechen schnelle Gewinne und nutzen ansprechende Grafiken, um Vertrauen zu erwecken. Sobald ein Interessent auf die Anzeige klickt, wird er auf die Website weitergeleitet, wo ein kurzer Registrierungsprozess ohne verifizierte Identitätsprüfung stattfindet.
Der erste Geldtransfer erfolgt meist in kleinen Beträgen, etwa 250 €, um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Die Plattform zeigt sofort angeblich hohe Gewinne an, die angeblich aus der ersten Einzahlung resultieren. Diese Gewinne sind jedoch reine Simulationen: Die Software erzeugt fiktive Gewinnzahlen, die nicht auf echten Handelsaktivitäten basieren. Der Zweck dieser Simulation ist, das Vertrauen des Opfers zu gewinnen und es zu ermutigen, weitere Einzahlungen vorzunehmen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer ein Dashboard präsentiert, das hohe Buchgewinne anzeigt. Typischerweise wird versprochen, dass 250 € in zwei Wochen 800 € ergeben. Diese Zahlen entstehen jedoch durch interne Datenbankeinträge, die lediglich die Plattform belustigen. Es findet kein echter Handel statt, keine echten Orders werden an Börsen platziert. Die Gewinne sind lediglich virtuelle Zahlen, die das Vertrauen des Kunden weiter festigen.
Das Ziel dieser Phase ist es, den Nutzer davon zu überzeugen, dass die Plattform zuverlässig ist und echte Gewinne erzielt werden können. Da die Plattform keine echten Konten an regulierten Börsen führt, gibt es keinerlei Transparenz über die Ausführung der Trades. Der Nutzer hat keine Möglichkeit, die Trades zu verifizieren, da keine Handelsbelege existieren.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Mit der Zeit baut ein vermeintlicher „Account-Manager“ oder „Berater“ eine Beziehung zum Nutzer auf. Oft geschieht dies über private Chats in Telegram-Gruppen oder per E-Mail, die angeblich von einem Experten stammen. Der Berater verspricht exklusive Vorteile wie ein VIP-Konto, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite oder Zugang zu „Insider-Tipp“-Angeboten. Diese Versprechen werden durch Zeitlimits wie „Nur heute“, künstliche Verknappung oder gefälschte Erfolgsgeschichten unterstützt.
Durch diesen Druck steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer weitere Einzahlungen tätigt: häufig im Bereich von 5.000 bis 50.000 € oder sogar mehr. In der Praxis zahlen viele Opfer sogar über 500.000 €, weil die Plattform den Eindruck erweckt, dass ihr Geld „vermehrt“ wird. Die Betreiber nutzen die psychologischen Tricks des „Hunger-Effekts“ und der „Verlust-Aversion“, um die Kunden dazu zu bewegen, mehr Geld zu investieren.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Nutzer sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, tritt die eigentliche Betrugsphase ein. Die Plattform verlangt plötzlich mehrere Gebühren, die zuvor nicht genannt wurden. Diese Forderungen sind typische Fake-Gebühren, die in betrügerischen Broker-Modellen verwendet werden:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Investment weitere Mittel, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter das Geld vollständig aus dem System ziehen.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Dritte“ auf: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Krypto-Forensiker. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Forderungen stecken in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die gesammelten Daten an andere Betrüger, die wiederum neue Plattformen starten.
Ein seriöser Anwalt oder eine Behörde würde sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram melden. Wenn Sie eine solche Kontaktaufnahme erhalten, ignorieren Sie sie sofort und melden Sie die Situation den Strafverfolgungsbehörden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Betrugs sind, stoppen Sie jede weitere Einzahlung. Jede zusätzliche Zahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch mehr Geld verlieren. -
Beweise sichern
Speichern Sie alle E-Mails, Chats, Bildschirmfotos der Plattform und Kopien der Transaktionsbelege. Diese Unterlagen sind entscheidend für die Nachverfolgung und die mögliche Strafverfolgung. -
Bank/Krypto-Börse kontaktieren
Informieren Sie Ihre Bank oder die Börse, bei der Sie die Einzahlungen getätigt haben. Bitten Sie um sofortige Sperrung Ihres Kontos und fordern Sie Rückbuchungen, falls möglich. -
Strafanzeige erstatten
Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei oder der Staatsanwaltschaft ein. Nutzen Sie dabei die gesicherten Beweise. Eine Anzeige kann die Ermittlungen beschleunigen und die Täter in die Karten bringen. -
Recovery-Scam-Versuche ignorieren
Akzeptieren Sie keine Angebote von angeblichen Anwälten oder Forensik-Dienstleistern. Diese sind Teil des Betrugs und dienen lediglich dazu, noch mehr Geld von Ihnen zu ergaunern.
Schlusswort
Nomurainternational.info stellt ein klassisches Beispiel für eine Online-Broker-Masche dar: fehlende Lizenz, keine Unternehmensadresse, fehlende Transparenz, gefälschte Gewinne und ein Netzwerk von 37 ähnlichen Plattformen. Nutzen Sie die Erkenntnisse aus diesem Artikel, um sich selbst und andere vor ähnlichen Betrugsversuchen zu schützen.
Das Netzwerk hinter nomurainternational.info
Nomurainternational.info ist Teil eines Netzwerks von 37 Plattformen, die dieselben Betreiber oder ähnliche Infrastruktur nutzen. Solche Re-Brandings sind typische Kennzeichen von Scam-Netzwerken, in denen nach dem Auffliegen einer Seite sofort neue Domains auftauchen.

Akra Platform
akra-platform.com

Apax
apax.site

Areslimited
areslimited.site

Avex Group
avex-group.co

Avexgrp
avexgrp.ltd

Blxinvesting
blxinvesting.de
und 31 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei nomurainternational.info gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.