PureProfit (pureprofit-ki.net): Was steckt hinter dem vermeintlichen Profit?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Sie haben vielleicht schon von PureProfit gehört, einer angeblich lukrativen Investmentplattform, die tägliche Gewinne von 975 € verspricht. Die Realität ist jedoch anders: PureProfit ist ein Betrugsnetzwerk, das gezielt Anleger ausnutzt.

Screenshot der Webseite Pureprofit Ki (pureprofit-ki.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite pureprofit-ki.net

Warum pureprofit-ki.net unseriös ist

PureProfit präsentiert sich als moderne Krypto-Investment-Plattform, die automatisierten Handel anbietet. Auf der Website fehlt jedoch jegliche rechtliche Basis: keine Handelsregisternummer, keine Lizenz von Aufsichtsbehörden und keine klare Unternehmensadresse. Gleichzeitig verspricht die Plattform tägliche Gewinne von 975 €: eine Zahl, die in der Praxis unrealistisch ist und ohne nachvollziehbare Basis nur ein Marketingtrick sein kann. Weitere alarmierende Anzeichen sind: gefälschte Testimonials von angeblichen Prominenten, der Einsatz von emotionalem Druck und die Forderung nach schnellen Einzahlungen, um von „exklusiven“ Handelsmöglichkeiten zu profitieren. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, überhöhten Renditen und manipulierender Werbung ist ein klassisches Signal für einen Betrug.

Wie der Betrug bei pureprofit-ki.net abläuft

1. Der erste Kontakt: Lockangebot und Niedriges Einstiegsinvestment

PureProfit nutzt gezielte Werbemaßnahmen in sozialen Netzwerken, besonders auf Instagram, TikTok und Facebook, um potenzielle Anleger anzusprechen. Die Anzeigen zeigen scheinbar erfolgreiche Investoren, die von „exklusiven“ Handelsstrategien berichten. Oft werden auch angebliche „Anlageberater“ als Influencer eingesetzt, die persönliche Empfehlungen abgeben. Sobald ein Interessent ein Interesse bekundet, wird ihm eine sehr geringe Anfangsinvestition von 250 € angeboten. Dieses niedrige Minimum senkt die psychologische Hemmschwelle und lässt den potenziellen Käufer glauben, dass ein kleiner Betrag ausreicht, um sofort profitabel zu sein.

2. Vorgetäuschte Gewinne: Die Illusion der Performance

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer eine simulierte Handelsplattform angezeigt, die scheinbar hohe Gewinne aus den 250 € anzeigt. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Web-App, die Daten aus einer internen Datenbank ausliest und dem Nutzer positive Ergebnisse vorgaukelt. Es werden keine echten Aufträge an Börsen ausgeführt; die angeblichen Gewinne entstehen lediglich aus der Software, die für Marketingzwecke entwickelt wurde. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufzubauen, indem der Nutzer sieht, wie viel er „verloren“ hat: aber tatsächlich gewinnt er nur die Illusion.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen: Der Aufbau von Abhängigkeiten

Ein persönlicher „Berater“ oder „Account-Manager“ kontaktiert den Anleger, um die Beziehung zu festigen. Durch den Eindruck von Erfolg wird das Vertrauen gestärkt und der Anleger wird mit Angeboten wie VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und „exklusiven“ IPO-Zugängen betrogen. Dabei wird oft ein Zeitlimit gesetzt: „nur heute“, „nur noch 48 h“, um die Entscheidung zu beschleunigen. Gleichzeitig wird der Eindruck erzeugt, dass andere Anleger bereits große Summen erfolgreich investiert haben. Die Kombination aus emotionaler Beeinflussung und künstlicher Verknappung führt dazu, dass der Anleger zwischen 5.000 € und 50.000 € einzahlt, manchmal sogar über 500.000 €.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren: Die letzte Melkphase

Wenn der Anleger seine angeblichen Gewinne auszahlen lassen will, tauchen plötzlich Forderungen auf. Typische Gebühren, die in solchen Scams verlangt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald Sie in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglich investierten Geld noch weitere Beträge: und trotzdem kommt keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter versuchen, noch mehr Geld aus den bereits betrogenen Opfern zu ziehen.

5. Recovery-Scam-Nachfolge: Das zweite Betrugsfeld

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Experten“ auf: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter steckt in der Regel dieselbe Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betreibt. Ein echtes Anwaltspersonal oder eine Behörde würde nie per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert Kontakt aufnehmen, geschweige denn eine Vorauszahlung verlangen. Ignorieren Sie solche Versuche und bleiben Sie bei den bereits erläuterten Schritten.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Stoppen Sie jegliche Transaktionen mit PureProfit oder verwandten Plattformen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs und Zahlungsnachweise. Diese Unterlagen sind für spätere Ermittlungen unerlässlich.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Kryptowährungsbörse: Melden Sie verdächtige Transaktionen und fordern Sie die Sperrung von Konten, falls noch offene Beträge ausstehen.
  4. Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein: Nutzen Sie Ihre Erfahrungen, um weitere Personen zu schützen. Ihre Angaben können Ermittlungen unterstützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit angeblichen „Experten“, die Vorauszahlungen verlangen. Jede Forderung ist ein Hinweis auf weiteres betrügerisches Verhalten.

Fazit

PureProfit (pureprofit-ki.net) ist ein gut organisiertes Betrugsnetzwerk, das auf emotionale Manipulation, unrealistische Renditeversprechen und fehlende Transparenz setzt. Mit über 500 € an potenziellen Betrugsfällen in meinem Ermittlungsportfolio kann ich bestätigen, dass solche Plattformen gezielt Anleger ausnutzen. Bleiben Sie wachsam, prüfen Sie die rechtlichen Grundlagen und handeln Sie sofort, wenn Sie den Verdacht haben, Opfer geworden zu sein.

Das Netzwerk hinter pureprofit-ki.net

PureProfit ist Teil eines Netzwerks von 55 Plattformen, die dieselben Hintermänner und Infrastruktur teilen. Nach dem Aufdecken einer Seite wird häufig eine neue Domain mit ähnlichen Namen und Marketingtexten eröffnet: ein typisches Re-Branding-Muster von Scam-Brokern.

und 49 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei pureprofit-ki.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei pureprofit-ki.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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