Quantum (quantumtrad.org): Warnung vor Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Sie haben ein Angebot von Quantum (quantumtrad.org) gesehen, das täglich bis zu 5 % Rendite verspricht? Diese Plattform ist ein Betrugsunternehmen, das Sie finanziell ausnutzen will. Die folgenden Fakten und die Analyse zeigen Ihnen, warum Sie sofort Abstand nehmen sollten. Auch die Financial Conduct Authority (FCA) warnt ausdrücklich vor Quantumtrad unter dem Titel „Quantum / quantumtrad.org (new)“. Die vollständige FCA-Warnung zu Quantumtrad steht auf der offiziellen Seite der FCA zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Quantumtrad (quantumtrad.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite quantumtrad.org

Die Eckdaten zu Quantum

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Quantum:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
FCA-Warnung
Offizielle Quelle
FCA (offiziell)
Domain-Alter
2.8 Jahre
IP-Adresse
198.54.115.91
SSL-Zertifikat
Sectigo Public Server Authentication CA DV R36
Netzwerk
19 verbundene Seiten

Wer schreibt diesen Artikel?

Mein Name ist Anton Haverkamp. Vor fünf Jahren habe ich die Polizei verlassen, um in einer Spezialeinheit für Finanzermittlungen zu arbeiten. Während meiner Tätigkeit habe ich über 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt, darunter zahlreiche Betrugsversuche mit Kryptowährungen und angeblichen Investmentplattformen. Im Zentrum meiner Arbeit stand die Verfolgung von Geld, das in der Blockchain verschleiert wurde. Diese Erfahrung bildet die Basis für die Analyse von Quantum (quantumtrad.org) und die Warnung, die ich Ihnen hiermit übermittle.

Daten-Analyse der Plattform Quantum

Quantum präsentiert sich als „Investment-Platform“, die sich auf Forex-Trading, Immobilien, Gold- und Öl-Investitionen konzentriert. Die Website verspricht täglich 2 % bis 5 % Rendite bei einer Mindestanlagesumme von 300 €. Für ein solches Angebot gibt es jedoch mehrere alarmierende Punkte:

  1. Fehlende gesetzliche Registrierung: Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und auch keine Lizenznummer. In Deutschland ist ein solcher Nachweis gesetzlich vorgeschrieben. Die Abwesenheit dieser Angaben ist ein klarer Hinweis auf die fehlende Zulassung.
  2. Unklare Kontaktdaten: Es werden weder eine E-Mail noch eine Telefonnummer und keine Geschäftsadresse angegeben. Das Fehlen von Kontaktinformationen erschwert die Durchsetzung von Ansprüchen und ist typisch für betrügerische Plattformen.
  3. Unrealistische Renditeversprechen: Die Versprechen von bis zu 5 % täglicher Rendite überschreiten die Grenzen, die in der Finanzwelt als realistisch gelten. Solche hohen Gewinne können nicht nachhaltig erzielt werden und deuten auf manipulierte Zahlen hin.
  4. Fehlende Zahlungsoptionen: Die Plattform listet keine klaren Zahlungsmethoden auf. Ein seriöser Broker müsste mindestens Banküberweisung oder Kreditkarte anbieten. Die fehlende Transparenz in Bezug auf die Zahlungsabwicklung ist ein weiteres Warnsignal.
  5. Testimonials ohne Verifizierung: Die Website nutzt neun Namen als „Testimonials“, jedoch gibt es keine Möglichkeit, die Identität oder die Erfahrungsberichte dieser Personen zu prüfen. In der Regel sind solche Namen generiert, um Glaubwürdigkeit zu erwecken.
  6. Keine Aufsichtsbehörde: Quantum gibt keine Angabe an, unter welcher Aufsichtsbehörde es reguliert sei. Das Fehlen eines regulatorischen Rahmens bedeutet, dass Anleger keinen gesetzlichen Schutz genießen.
  7. Promotions: Ein 10 % Referral-Bonus wird angeboten, was ein weiterer Versuch ist, neue Anleger zu locken und die Plattform als glaubwürdig erscheinen zu lassen. Ohne rechtliche Grundlage ist ein solcher Bonus jedoch nicht durchsetzbar. Zusammenfassend zeigt die Datenanalyse, dass Quantum (quantumtrad.org) keine rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, um als regulierte Investmentplattform betrieben zu werden. Die Kombination aus fehlender Registrierung, unrealistischen Renditen und fehlender Transparenz weist eindeutig auf einen betrügerischen Charakter hin.

Wie der Betrug bei Quantum abläuft

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die potenzielle Anleger zu Quantum (quantumtrad.org) gelangen, sind sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen oder gezielte Kalt-Anrufe. Unabhängig vom Einstiegspunkt folgt das Vorgehen der Täter immer dem gleichen Muster. Die Plattform wird zunächst als seriös und professionell dargestellt, um das Vertrauen zu gewinnen.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen verlangen die Täter eine kleine Anzahlung von rund 300 €. Nach der Einzahlung erhalten die Anleger Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform, auf der in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt werden. Diese Zahlen sind jedoch nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert und dienen nur dazu, die Fassade zu untermauern.

Der persönliche „Berater“

Den Investoren wird ein persönlicher „Berater“ zugeteilt, der per E-Mail, Telefon oder Messaging-App kommuniziert. Durch ständige Updates und das Hervorheben von „sicheren“ Trades werden die Anleger dazu ermutigt, weitere Einzahlungen zu tätigen. Die persönliche Bindung ist bewusst geschaffen, um die Hemmschwelle für zusätzliche Transfers zu senken.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst wenn die Betroffenen versuchen, ihr Geld abzuheben, werden plötzlich Gebühren verlangt: etwa Transaktionsgebühren, Versicherungsgebühren oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Diese Forderungen sind völlig unberechtigt. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Nach der Zahlung entstehen immer wieder neue Forderungen, die die Anleger weiter in die Falle ziehen.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem Verlust des Geldes melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Vertreter von Blockchain-Dienstleistern aus. In Wirklichkeit sind es dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten fordern. Die Plattform wird von den Tätern selbst betrieben; die angeblichen Gewinne sind reine Fiktion, und das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Quantumtrad Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Quantumtrad

Das Netzwerk hinter Quantum

Quantum ist Teil eines Netzwerks von 19 Plattformen, die auf ähnliche Weise operieren. Diese Verbindungen deuten darauf hin, dass die gleichen Hintermänner hinter mehreren betrügerischen Angeboten agieren und ihre Infrastruktur teilen, um das Risiko zu minimieren und ihre Betrugsmasche zu verbreiten.

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