bullishcapital.org im Faktencheck: Warnung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Unsere Schwarze Liste führt bullishcapital.org aus gutem Grund. Bei Bullishcapital stimmt nach unserer Analyse nichts: keine Lizenz, fragwürdige Bewertungen und aggressive Berater, die offenbar nur auf Ihr Geld aus sind.

Screenshot der Webseite Bullishcapital (bullishcapital.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite bullishcapital.org

Warum bullishcapital.org unseriös ist

BullishCapital (bullishcapital.org) weist zahlreiche Inkonsistenzen auf, die eindeutig auf Betrug hindeuten. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer und auch die Angabe einer Aufsichtsbehörde. Ohne regulatorische Zulassung ist das Unternehmen nicht berechtigt, Anleger zu verwalten. Zweitens bietet die Plattform ausschließlich Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Dogecoin und Shiba an. Solche Zahlungsmethoden sind typisch für illegale Geschäfte, weil sie anonyme Transaktionen ermöglichen. Drittens gibt es keinerlei echte Handelsplattform hinter den angeblichen Gewinnen. Die Software zeigt nur simulierte Daten an, während keine Orders an Börsen platziert werden. Viertens werden auf der Website „garantierte sichere Renditen“ versprochen, ohne dass ein konkreter Mechanismus oder ein Nachweis für die Erzielung solcher Gewinne vorliegt. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, anonymen Kryptowährungen und unrealistischen Versprechen macht BullishCapital (bullishcapital.org) eindeutig unseriös.

Angegebene Adresse von Bullishcapital

Auf der Webseite bullishcapital.org wird folgende Adresse angegeben: Unit 1 Danyparc, Merthyr Tydfil CF47 0AX, United Kingdom. Unter dieser Adresse ist das Unternehmen jedoch nicht im Handelsregister eingetragen und auch sonst nicht nachweisbar geschäftlich tätig.

Wer die genannte Adresse im Vereinigten Königreich aufsucht, findet dort ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Trem Dan-y-Parc"), was mit einer professionellen Finanzdienstleistung schlicht nicht vereinbar ist.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug bei bullishcapital.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

BullishCapital nutzt gezielte Social-Media-Werbung, die angebliche „Investment-Gurus“ und gefälschte Testimonials präsentiert. Sie erreichen potenzielle Opfer über Plattformen wie Instagram, Facebook und Telegram. Oft wird ein persönlicher Link gesendet, der direkt zu einer Landing-Page führt, auf der die Investition von nur 250 € als „Starter-Pack“ beworben wird. Dieser geringe Betrag senkt die psychologische Hemmschwelle. Sobald der Nutzer sich registriert, erhält er sofort ein „Willkommens-Bonus-Video“, das Vertrauen schafft und den Eindruck erweckt, dass echte Gewinne bevorstehen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung werden dem Nutzer in wenigen Tagen simulierte Gewinne von bis zu 800 € angezeigt. Diese Zahlen entstehen durch ein internes Programm, das zufällige Werte erzeugt. Es gibt keine echten Order-Blöcke oder Börsenbelege. Die Plattform zeigt lediglich eine dynamische Grafik, die den Anstieg des Kontostands darstellt. Dieser Trick lässt den Anleger glauben, dass sein Geld wächst, obwohl kein echter Handel stattfindet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der „Account-Manager“, meist ein automatisierter Chat-Bot, fordert den Anleger auf, weitere Beträge einzuzahlen. Er betont, dass ein „VIP-Konto“ mit Hebel 1 : 500 und exkl. IPO-Zugängen nur für kurze Zeit verfügbar sei. Die Dringlichkeit wird durch Zeitlimits erzeugt, z. B. „Nur heute!“ und durch das Einfügen von Social-Proof-Elementen wie fiktiven Erfolgsgeschichten. Viele Opfer zahlen zwischen 5.000 € und 50.000 €, da sie glauben, dass ihr Geld nun wirklich wächst. In seltenen Fällen reichen sogar 500.000 € aus, wenn die Plattform besonders überzeugend wirkt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun Auszahlungen verlangt, beginnt die eigentliche Geldabscheidephase. Die Plattform fordert sofort mehrere Gebühren an, bevor die Auszahlung überhaupt bearbeitet wird. Diese Gebühren lauten:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nicht umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine dieser „Gebühren“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktieren häufig Dritte, die sich als „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld zurückholen zu können, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Anfragen sind reine Täuschung. In Wirklichkeit handeln dieselben Täter weiter und verkaufen die Daten der Opfer an Dritte. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung verschärft die Situation.
  2. Sichern Sie sämtliche Belege. Screenshots, E-Mails, Transaktionsnachweise und Konto-Statements sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kryptowährungsbörse. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und bitten Sie um eine Rückbuchung, falls möglich.
  4. Reichen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei ein. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihr Anliegen an die Abteilung Finanzermittlungen zu richten.
  5. Ignorieren Sie alle Recovery-Scam-Anfragen. Legen Sie keine Vorauszahlungen an angebliche Anwälte oder Forensiker.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder jemanden kennen, der betrogen wurde, handeln Sie jetzt. Setzen Sie sich mit den Behörden in Verbindung und sichern Sie Ihre Unterlagen.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Bullishcapital

Unsere Auswertung zeigt, dass Bullishcapital technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 53 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei bullishcapital.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei bullishcapital.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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