CoinShores LLC (coinshores.net): Ist die Krypto-Plattform Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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CoinShores LLC, die sich als Krypto-Investment-Plattform verkauft, ist ein klarer Fall von Betrug. Die Versprechen von 30 % ROI pro Woche beruhen auf gefälschten Daten und keine echte Handelsplattform existiert.

Screenshot der Webseite Coinshores (coinshores.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite coinshores.net

Warum coinshores.net unseriös ist

CoinShores LLC präsentiert sich als Krypto-Exchange, doch die Daten lassen schnell die Unzuverlässigkeit erkennen. Zunächst fehlt die Angabe einer gültigen Lizenznummer. Obwohl die Firma vorgibt, unter der Aufsicht der „United States of America“ zu operieren, liefert die Website keinerlei Nachweis über eine registrierte Börse oder einen Broker, der von einer Aufsichtsbehörde überwacht wird.

Ein weiteres Alarmsignal ist die fehlende Registrierung im Handelsregister. Die Adresse 4750 WILSHIRE BOULEVARD ist nicht als Geschäftssitz verzeichnet, und die Telefonnummer führt nicht zu einer legitimen Geschäftseinrichtung. Solche Diskrepanzen sind typische Anzeichen dafür, dass ein Unternehmen keine reale physische Präsenz hat.

Weiterhin gibt es keine Angaben zu den angebotenen Handelsprodukten. Die Plattform listet lediglich „Krypto-Investment“, „Geldanlage“ und „Investitionsplan“ auf, ohne Details zu den zugrunde liegenden Vermögenswerten, Handelsmechanismen oder Risiko-Management-Strategien zu liefern. Für seriöse Exchanges wäre eine transparente Darstellung der Produkte und der zugrunde liegenden Börsenverbindungen unerlässlich.

Der größte Redflag ist das Versprechen von 30 % Return on Investment pro Woche. Solch hohe Renditen sind in der Krypto-Marktwelt unrealistisch und deuten auf ein Pump-and-Dump-Schema hin. Die Website verwendet keine Quellenangaben oder historische Performance-Daten, um diese Zahlen zu belegen. Stattdessen werden die Zahlen als reine Marketingbotschaft präsentiert, was sofort die Glaubwürdigkeit in Frage stellt.

Angegebene Adresse von CoinShores LLC

Die Website nennt die Adresse 4750 WILSHIRE BOULEVARD, LOS ANGELES CA, 90010. Im Handelsregister ist dort keine Firma unter diesem Namen registriert, und die angegebene Telefonnummer gehört einer Privatperson. Es gibt keine Bestätigung, dass CoinShores LLC dort tatsächlich operiert.

Wer die genannte Adresse in den USA aufsucht, findet dort eine religiöse Einrichtung ("Wilshire Boulevard Temple"), was mit einer professionellen Finanzdienstleistung schlicht nicht vereinbar ist.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Server steht in den Niederlanden, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.

Adresse
USA
Server-Standort
Niederlande
Telefon-Vorwahl
USA

Wie der Betrug bei coinshores.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der Betrugszyklus beginnt meist mit gezielten Cold-Calls oder Social-Media-Anfragen. Potenzielle Opfer werden über Instagram, Facebook oder TikTok angesprochen, häufig mit gefälschten Testimonials von angeblichen „Erfolgsinvestoren“. Auf der Website selbst wird ein kleines, scheinbar riskantes Einstiegskapital von 250 € als „erste Einzahlung“ gefordert. Diese geringe Summe dient dazu, die psychologische Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen. Oft wird dem Nutzer ein kurzer, „schwieriger“ Prozess vorgehalten, um das Vertrauen zu stärken, bevor sie weitere Mittel anfordern.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, zeigt die Plattform sofort hohe Gewinne an: etwa 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen entstehen aus einer Software, die lediglich die Einzahlungen mit vorgegebenen Renditen multipliziert. Es findet kein echter Handel statt, weder an einer regulierten Börse noch an einer echten Krypto-Exchange. Die Nutzer sehen lediglich eine animierte Grafik, die ihre angeblichen Gewinne anzeigt. Der Zweck dieser Manipulation ist klar: Vertrauen aufbauen und die Illusion eines erfolgreichen Geschäftsmodells erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nachdem der Nutzer die ersten „Gewinne“ erlebt hat, werden sie in die Rolle eines „VIP-Investors“ gehoben. Die Plattform bietet angeblich Hebelboni von bis zu 1:500, garantierte Profite und exklusive IPO-Zugänge. Diese Versprechen werden durch E-Mails von angeblichen „Account-Managern“ begleitet, die die Beziehung intensivieren. Oft werden Zeitlimits gesetzt („Nur noch heute“), um den Druck zu erhöhen. Durch Social Proof werden gefälschte Mit-Investoren-Stories präsentiert, die den Eindruck erwecken, dass andere ebenfalls erfolgreich sind. In dieser Phase kann die Summe, die ein Nutzer einzahlt, von einigen tausend bis zu Hunderttausenden von Euro reichen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der zentrale Punkt des Betrugs ist die Auszahlung. Sobald ein Nutzer seine Gewinne abziehen will, wird sofort ein neuer Haufen Gebühren eingeführt. Die Plattform verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Kapital auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan. Sie stellen sich als Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ dar und behaupten, das Geld zurückzahlen zu können. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handelt es sich um dieselben Täter, die die Opfer weiter ausnutzen. Echte Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram, um Ihnen „Rettungs­maßnahmen“ anzubieten.

Angegebene Adresse von CoinShores LLC

Die Website nennt die Adresse 4750 WILSHIRE BOULEVARD, LOS ANGELES CA, 90010. Im Handelsregister ist dort keine Firma unter diesem Namen registriert, und die angegebene Telefonnummer gehört einer Privatperson. Es gibt keine Bestätigung, dass CoinShores LLC dort tatsächlich operiert.

Das Netzwerk hinter coinshores.net

CoinShores LLC ist Teil eines Netzwerks von 38 Plattformen, die dieselbe hintere Infrastruktur nutzen. Viele dieser Seiten tauschen sich im Hintergrund aus und zeigen identische Logos, ähnliche Designmuster und dieselben Kontaktinformationen. Dies deutet darauf hin, dass die Betreiber eine gemeinsame Plattform nutzen, um die Betrugsmasche zu skalieren und gleichzeitig ihre Identität zu verschleiern.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verstärkt die Bindung des Betrügers an Ihre Konten und erhöht Ihre Verluste.

  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Transaktionsnachweise, Screenshots der Plattform und jegliche Kommunikation mit dem angeblichen Support. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Börsenanbieter: Informieren Sie die Institutionen, von denen Sie die Einzahlungen getätigt haben, und fordern Sie die Sperrung aller Transaktionen mit der Adresse oder den Kontoinformationen von CoinShores LLC. Banken und Börsen haben oft Meldepflichten und können bei Verdacht auf Geldwäsche sofort handeln.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Melden Sie den Betrug bei der Polizei, insbesondere bei der Einheit für Finanzbetrug. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Ihre Meldung unterstützt die Ermittlungen und verhindert, dass andere Opfer folgen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Vorschläge: Wenn Ihnen „Rechtsanwälte“ oder „Behörden“ angeblich helfen wollen und dafür Vorauszahlungen verlangen, lehnen Sie ab. Seriöse Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert, und echte Anwälte fordern keine Vorauszahlungen, bevor sie einen Fall prüfen.

  6. Informieren Sie andere: Teilen Sie Ihre Erfahrungen in Foren, sozialen Medien und auf Plattformen wie Reddit oder Telegram, um andere zu warnen. Je mehr Menschen über die Betrugsmasche Bescheid wissen, desto weniger können die Täter ihre Operationen ausweiten.

Schluss

CoinShores LLC ist ein deutlich erkennbarer Betrugsversuch, der sich auf gefälschte Renditeversprechen und eine fehlende regulatorische Legitimation stützt. Wenn Sie bereits in diese Plattform investiert haben, handeln Sie schnell, sichern Sie Beweise und melden Sie sich bei den zuständigen Behörden. Ihre schnelle Reaktion kann den Schaden begrenzen und andere vor ähnlichen Angriffen schützen.

Das Netzwerk hinter CoinShores LLC

CoinShores LLC ist Teil eines Netzwerks von 38 Plattformen, die dieselbe hintere Infrastruktur nutzen. Viele dieser Seiten tauschen sich im Hintergrund aus und zeigen identische Logos, ähnliche Designmuster und dieselben Kontaktinformationen.

und 32 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei coinshores.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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