Warnung vor Combat Trade (combattrade.com.combattrade.xyz): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Combat Trade ist ein betrügerisches Broker-Angebot, das Anleger mit unrealistischen Renditen lockt und sie anschließend ausbeutet. Als Ermittler habe ich die Hintergründe dieses Scams aufgedeckt.

Screenshot der Webseite Combattrade (combattrade.com.combattrade.xyz)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite combattrade.com.combattrade.xyz

Die Eckdaten zu Combat Trade

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Combat Trade:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
79 Tage
Server-Standort
TR (ULTAHOST-AS Ultahost, Inc., US)
IP-Adresse
31.210.50.51
SSL-Zertifikat
R13
Netzwerk
85 verbundene Seiten

Aus der Praxis: Wer schreibt

Ich, Anton Haverkamp, war fünf Jahre bei der Polizei tätig und zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. Während dieser Zeit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug untersucht und verfolgte Gelder in der Blockchain. Diese Erfahrung bildet die Grundlage meiner Analyse von Combat Trade. Meine Ermittlungen konzentrieren sich auf die Spuren von Geldwäsche, gefälschten Regulierungsnachweisen und betrügerischen Marketingstrategien. In den letzten Jahren habe ich mehrere Plattformen aufgedeckt, die Anleger mit hohen Renditeversprechen locken und anschließend ihr Geld absichtlich abziehen. Combat Trade steht nun im Fokus meiner Untersuchung.

Combat Trade im Faktencheck

Combat Trade präsentiert sich als global regulierter Broker, gibt jedoch weder eine Handelsregisternummer noch eine Aufsichtsbehörde an. Auf der Website ist kein Registrierungsnachweis vorhanden, und die angebliche Lizenznummer fehlt vollständig. Diese fehlenden Dokumente sind ein klares Indiz für Unzuverlässigkeit.

Das Unternehmen behauptet, in mehreren Sprachen anzubieten: 27 Sprachen sind aufgelistet: was für einen internationalen Broker plausibel klingt. Dennoch fehlen Kontaktdaten wie E-Mail und Telefon. Der einzige verfügbare Kontakt ist die Webform, die keine Rückmeldung garantiert. Ohne einen klaren Ansprechpartner kann kein seriöses Unternehmen funktionieren.

Das Mindestdepot beträgt 100 € und die Plattform verspricht 150 % pro Trade. Solche Renditen sind unrealistisch und deuten auf ein Pyramidensystem hin. Die Zahlungsabwicklung erfolgt per Banküberweisung, Kreditkarte oder E-Wallet, was typisch für betrügerische Angebote ist, weil es die Nachverfolgung erschwert.

Combat Trade listet 42+ Industrieauszeichnungen und behauptet, in den Top 100 Unternehmen zu sein. Ohne verifizierbare Quellen und ohne Trustpilot-Bewertungen bleiben diese Auszeichnungen fragwürdig. Die Plattform akzeptiert Kryptowährungen, bietet Forex, Krypto, Aktien, Indizes, Energie, Copy-Trading und automatisiertes Trading an, was die Vielfalt übertrieben wirkt.

Die Vertrauenssignale sind schwach: Es gibt keine Kundenbewertungen, keine Registrierungsnummer, keine Lizenz, keine Kontaktdaten und keine klaren regulatorischen Nachweise. Die fehlenden Elemente sind in der Welt des Anlagebetrugs typische Warnzeichen. Combat Trade hat keine Nachweise für eine legitime Marktpräsenz.

Vom ersten Kontakt zum Totalverlust bei Combat Trade

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter hinter dem Kontakt ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt. In der Regel wird ein auffälliges Banner mit hohen Renditen gezeigt, ein kurzer Video-Ankündigung oder ein kurzer Text mit dem Versprechen von 150 % pro Trade. Sobald der Nutzer Interesse hat, erhält er einen Link zum Anmeldeformular. Das System fragt nach persönlichen Daten, aber keine Möglichkeit zur Rückfrage oder verifizierter Kundendienst­kontakt. Dadurch kann die Plattform sofort mit dem Geld des Nutzers arbeiten, ohne dass dieser eine Kontrolle hat.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 200 € bis 300 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert. Die Plattform zeigt täglich steigende Kontostände, die sich scheinbar automatisch erhöhen, sobald ein weiterer Trade ausgeführt wird. Für Combat Trade (combattrade.com.combattrade.xyz) bedeutet das, dass das erste Depot sofort in ein scheinbares Handels-Portfolio überführt wird, das von der Plattform als „high-risk“ oder „automatisiert“ markiert ist. Der Nutzer sieht ein Dashboard, das angeblich den Live-Trade anzeigt, doch die Daten sind nur simuliert. Das Gefühl von sofortigem Gewinn erzeugt ein starkes Anreizsignal, weitere Einzahlungen vorzunehmen.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren. Der Berater gibt häufig Ausreden, warum weitere Trades notwendig sind, und nutzt emotionale Sprache, um das Vertrauen zu festigen. Der „Berater“ verspricht, dass der Markt volatil sei und dass nur durch zusätzliche Kapitalzufuhr die Renditen konstant bleiben. Er präsentiert weitere Screenshots von angeblichen Trades, die angeblich in wenigen Sekunden abgeschlossen wurden. Die Kommunikation ist oft sehr persönlich, und der Berater nutzt den Namen des Nutzers, um eine Beziehung aufzubauen. Dadurch fühlt sich der Anleger in einer Partnerschaft, die er nicht hinterfragen sollte.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Die Gebühren werden meist in Prozent des Kontostands berechnet, etwa 2 % bis 5 %. Der Nutzer wird angewiesen, die Gebühren per Banküberweisung zu begleichen, um die Auszahlung freizuschalten. Sobald die Zahlung eingegangen ist, wird er erneut aufgefordert, weitere Gebühren zu bezahlen, z. B. wegen „Transaktionssicherung“ oder „Kontoführungsgebühr“. Diese wiederholten Forderungen haben den Effekt, dass der Anleger immer mehr Geld an die Plattform übergibt, während die angebliche Auszahlung ausbleibt.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert sondern direkt abgezogen. Die sogenannten Recovery-Experten bieten einen „Schnell-Check“ an, bei dem der Anleger ein Formular ausfüllen muss, das angeblich die Identität bestätigt. Sobald die Daten an die Plattform übermittelt werden, wird dem Anleger versichert, dass die Rückzahlung sofort erfolgt. In Wirklichkeit wird die Information genutzt, um weitere Betrugsversuche zu starten. Diese Technik ist in der Scam-Welt üblich und sorgt dafür, dass der Anleger in einen endlosen Kreislauf von Forderungen gerät.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Combattrade Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Combattrade

Verdächtige Verbindungen zu Combat Trade

Combat Trade ist Teil eines Netzwerks von 85 weiteren Plattformen. Das bedeutet, dass viele dieser Seiten dieselben hintermänner nutzen, gemeinsame Serverinfrastruktur teilen oder sich gegenseitig als Referenzen zueinander ausweisen. Solche Verbindungen sind ein starkes Indiz dafür, dass der Betreiber hinter mehreren betrügerischen Angeboten steckt. Wenn eine Plattform mit so vielen anderen in Verbindung steht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie Teil eines größeren Betrugskreises ist.

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