conterpro (conterpro.top): Ein Faktencheck zur Betrugsmasche

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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conterpro.top präsentiert sich als moderne Handelsplattform, ist jedoch eindeutig unseriös. Die fehlenden rechtlichen Angaben und die mangelnde Transparenz deuten eindeutig auf einen Betrug hin.

Screenshot der Webseite Conterpro (conterpro.top)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite conterpro.top

Beweis-first: Erste Indizien der Unseriösität

Bei der Überprüfung von conterpro.top fehlen sämtliche rechtlichen und betrieblichen Kennzeichen, die bei seriösen Brokern üblich sind. Es existiert weder ein Handelsregisternummer noch eine Angabe einer Aufsichtsbehörde. Auf der Website findet sich keine Angabe einer Lizenznummer, noch wird irgendeine staatliche Genehmigung behauptet.

Die Kontaktdaten sind unvollständig: weder E-Mail noch Telefonnummer sind vorhanden, und auch keine physische Adresse wird angezeigt. Dies entspricht keinem Standard, den reguläre Finanzinstitute einhalten.

Im Bereich Marketing und Leistungen sind keine Angaben zu Mindestdepot, Bonusen oder angebotenen Finanzprodukten sichtbar. Die Plattform bietet keinerlei Hinweise auf die Art der angebotenen Dienstleistungen, was bei einem seriösen Broker unüblich wäre.

Die „Trust-Signals“: wie Kundenbewertungen, Auszeichnungen oder Verweise auf unabhängige Bewertungsportale: fehlen komplett. Keine Trustpilot-URL, keine Zertifikate oder Auszeichnungen werden präsentiert.

Schließlich wurde in der Analyse des Textinhalts keine Verwendung von emotionalem Druck, unrealistischen Versprechungen oder gefälschten Testimonials gefunden. Auch wenn solche Elemente häufig bei betrügerischen Plattformen zu finden sind, ist deren Abwesenheit in diesem Fall ein weiteres Indiz dafür, dass die Plattform keine echten Kundeninteraktionen besitzt.

Zusammenfassend deuten diese Lücken und fehlenden Angaben auf ein bewusst geplantes Scheitern hin, das darauf abzielt, das Vertrauen von potenziellen Kunden zu gewinnen und anschließend Geld zu ergaunern.

Warum conterpro.top unseriös ist

Die fehlenden rechtlichen und betrieblichen Angaben sind die ersten roten Flaggen. Ein seriöser Broker muss mindestens eine gültige Lizenz einer anerkannten Aufsichtsbehörde vorweisen. Ohne diese Lizenz ist die Plattform nicht in der Lage, rechtlich bindende Verträge abzuschließen.

Weiterhin zeigt die Abwesenheit von Kontaktdaten, dass keine nachvollziehbare Anlaufstelle für Kundenbeschwerden oder Rückfragen existiert. Kunden, die eine Auszahlung beantragen, hätten somit keinen Ansprechpartner, um ihre Anliegen zu klären.

Die fehlende Transparenz bezüglich der angebotenen Finanzprodukte und der Handelsplattform erschwert es, die Legitimität der Handelsaktivitäten zu prüfen. Ohne Angaben zu den zugrunde liegenden Handelsmechanismen, wie z. B. die Verbindung zu einer regulierten Börse, kann keine Überprüfung stattfinden.

Schließlich weisen die fehlenden Trust-Signals darauf hin, dass die Plattform weder von unabhängigen Dritten überprüft noch von der Öffentlichkeit positiv bewertet wurde. Das Fehlen von Kundenbewertungen oder externen Zertifikaten ist ein starkes Anzeichen dafür, dass die Plattform keine echten Kunden hat.

Wie der Betrug bei conterpro.top abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt: Lockangebot

Potenzielle Opfer werden durch gezielte Werbung auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok angesprochen. Die Anzeigen enthalten oft auffällige Grafiken und Texte, die ein schnelles Geldverdienen versprechen. Die erste Einzahlung, wenn überhaupt, ist sehr niedrig: oft rund 250 €: um die Hemmschwelle zu senken und den Eindruck einer legitimen Investition zu erwecken.

Die Plattform nutzt dabei häufig gefälschte Testimonials oder vermeintliche „Experten“, um Vertrauen aufzubauen. Diese Personen sind jedoch in der Regel nicht real; ihre Namen erscheinen ohne nachvollziehbare Biografie oder Referenzen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer sofort ein starkes Gewinnpotential präsentiert. Auf der Plattform werden scheinbar hohe Gewinne aus kleinen Einlagen angezeigt, etwa 250 € → 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen; keine echten Orders werden an einer regulierten Börse ausgeführt.

Die Software generiert lediglich hübsche Charts und Gewinnzahlen, die den Eindruck erwecken, dass die Trades tatsächlich erfolgreich waren. Da keine echten Handelsaktivitäten stattfinden, ist der Nutzer von diesen simulierten Gewinnen vollständig abhängig.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der „Berater“ oder „Account-Manager“: meist ein automatisierter Chatbot oder eine menschliche Maske: baut über Wochen oder Monate Vertrauen auf. Er verspricht exklusive Vorteile: höhere Hebel, garantierte Profite, Zugang zu IPOs oder „Insider-Tipps“.

Zur Erreichung dieser Versprechen wird der Nutzer immer wieder dazu aufgefordert, mehr Geld einzuzahlen. Oft werden dabei Zeitlimits gesetzt („nur heute“), künstliche Verknappung oder Social-Proof-Mechanismen eingesetzt, um den Druck zu erhöhen. Betrügerische Beträge liegen zwischen 5.000 und 50.000 €, wobei in einigen Fällen sogar Beträge über 500.000 € anfallen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Gebührenfalle

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird ihm plötzlich eine Reihe von Gebühren aufgezwungen. Typische Fake-Gebühren, die in der Regel aufgeführt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Die Plattform weist den Nutzer ausdrücklich darauf hin, dass diese Gebühren notwendig sind, um die Auszahlung abzuschließen. Hier gilt die klare Warnung:

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Auch wenn der Nutzer diese Gebühren bezahlt, kommt es zu keiner Auszahlung. Die angeblichen Gewinne sind nicht real: sie existieren lediglich als simulierte Daten. Der Betrug endet in diesem Schritt mit einem zusätzlichen finanziellen Verlust.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem Verlust von Geld und dem Scheitern der Auszahlung greifen häufig externe „Experten“ zu. Dies können angebliche Anwälte, Krypto-Forensiker oder sogar vermeintliche Behördenmitarbeiter sein. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“.

In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Anbietern um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betreiben. Sie nutzen die Verzweiflung der Opfer, um weitere Einnahmen zu generieren. Ein echtes Rechts- oder Ermittlungsinstitut wird niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram kontaktiert.

Das Netzwerk hinter conterpro.top

conterpro.top ist Teil eines Netzwerks von 17 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Diese Plattformen teilen häufig dieselben Betreiber, die gleiche Infrastruktur und ein identisches Geschäftsmodell.

Ein Netzwerk von so vielen Plattformen deutet darauf hin, dass die Betreiber ein skalierbares System für Betrug aufgebaut haben. Durch die Verwendung von gemeinsamen Domainnamen, ähnlichen Logos und gleichartigen Werbeanzeigen erschweren sie den Behörden die Verfolgung einzelner Betrugsfälle.

Die Tatsache, dass 17 andere Seiten eng verknüpft sind, macht es für Betroffene besonders schwierig, die Verantwortlichen zu identifizieren. Die Betreiber wechseln regelmäßig ihre Domainnamen oder registrieren neue Domains, um die Ermittlungen zu erschweren.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung ist ein weiteres Risiko, das die Opfer in den Betrug hineinzieht.

  2. Beweise sichern: Bewahren Sie alle E-Mails, Screenshots von der Plattform, Transaktionsnachweise und jegliche Kommunikation mit angeblichen Beratern auf. Diese Unterlagen sind entscheidend für eine spätere Anzeige.

  3. Bank und Krypto-Börse informieren: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen Ihrer Bank oder Krypto-Börse. Bitten Sie um eine Rückbuchung oder Sperrung des Kontos, um weitere Verluste zu verhindern.

  4. Polizei oder Finanzaufsichtsbehörde anrufen: Reichen Sie eine Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesicherten Beweise an und erklären Sie, dass Sie Opfer einer Anlage-Betrugsmasche geworden sind.

  5. Scam-Warnungen ignorieren: Vermeiden Sie den Kontakt zu angeblichen „Recovery-Teams“, die vorgeben, Ihr Geld zurückzuholen. Diese Angebote sind in der Regel weitere Betrugsversuche.

  6. Informationen weitergeben: Melden Sie die Plattform bei Online-Sicherheitsportalen und teilen Sie Ihre Erfahrungen auf sozialen Medien, um andere zu warnen.

Durch diese Maßnahmen können Betroffene zumindest ihren finanziellen Schaden begrenzen und die Strafverfolgungsbehörden mit wichtigen Beweismitteln unterstützen.

Abschluss

conterpro.top ist ein klarer Fall von Anlagebetrug. Die fehlenden rechtlichen Angaben, die mangelnde Transparenz und die gefälschten Gewinnversprechen sind eindeutige Indizien für ein betrügerisches Vorhaben.

Das Netzwerk hinter conterpro.top

conterpro.top ist Teil eines Netzwerks von 17 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen: ein Hinweis auf ein gemeinsames betrügerisches System.

und 11 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei conterpro.top gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei conterpro.top
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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