Warnung vor Veloxam (veloxam.io): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Veloxam (veloxam.io) ist ein Betrugsnetzwerk. Melden Sie sofort jeden Verdacht und schützen Sie Ihre Konten.

Screenshot der Webseite Veloxam (veloxam.io)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite veloxam.io

Warum veloxam.io unseriös ist

Die Analyse von Veloxam liefert mehrere alarmierende Indikatoren. Zunächst fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder eines Aufsichtsbehörde-Labels. Ohne eine Registrierung in einem regulierten Markt ist das Unternehmen nicht verpflichtet, sich zu melden, und es kann keine Haftung für Kunden einräumen. Darüber hinaus gibt es keinerlei Angaben zur Lizenz, sei es Nummer oder ausstellende Behörde. Diese Lücke ist ein klassisches Kennzeichen für unseriöse Plattformen, die ihre Aktivitäten hinter undurchsichtigen Vorwänden verstecken.

Des Weiteren fehlen sämtliche Kontaktdaten: weder E-Mail, Telefon noch Adresse sind vorhanden. Das Fehlen einer Kontaktmöglichkeit verhindert eine direkte Rückfrage und macht Rückfragen zu rechtlichen Schritten nahezu unmöglich. Das Unternehmen gibt keine Zahlungs­methoden an, weder Banküberweisung noch Kryptowährungen, was darauf hindeutet, dass jegliche Transaktion über private Wege erfolgt, die nicht nachvollziehbar sind. Die fehlenden Angaben zu Mindest­einzahlung, versprochenen Renditen und Bonusangeboten lassen vermuten, dass es sich bei dem gesamten Angebot um eine reine Marketing-Maske handelt. Ohne reale Service-Beschreibungen oder Erfahrungsberichte kann kein seriöses Geschäftsmodell aufgebaut werden.

Zudem gibt es keinerlei Testimonials, keine Angaben zu Erfahrung oder Erfolgsquoten und keine Auszeichnungen oder Zertifikate. In Kombination mit dem Fehlen von Trustpilot-Links oder ähnlichen Plattformen liegt ein vollständiger Mangel an Vertrauenssignalen vor. Die fehlenden Daten sind nicht einfach ein Versäumnis, sondern ein bewusstes Verschweigen von Informationen, um die Kontrolle über das Bild zu behalten. Diese Kombination von fehlenden Angaben ist ein klarer Hinweis darauf, dass Veloxam nicht den Standards eines regulierten Brokers entspricht und höchstwahrscheinlich ein Betrugsnetzwerk betreibt.

Anatomie des Betrugs bei Veloxam

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, auf denen Anleger zu Veloxam gelangen, sind sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Kalt­anrufe oder eigen­ständige Online-Recherchen. Das Vorgehen der Täter bleibt jedoch gleich. Sie präsentieren die Plattform als professionell, mit klaren Grafiken und angeblich stabilen Kursdaten, um Vertrauen aufzubauen.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach dem ersten Kontakt fordern die Betrüger meist eine kleine Einzahlung von etwa 250 Euro. Sobald das Geld eingegangen ist, erhalten die Betroffenen Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt, die jedoch von der Software selbst generiert werden. Diese fiktiven Erfolge sollen die Anleger dazu verleiten, weitere Summen zu investieren.

Der persönliche „Berater"

Ein persönlicher Ansprechpartner, meist per E-Mail, Telefon oder WhatsApp, hält regelmäßig Kontakt. Er liefert angeblich aktuelle Markteinschätzungen und fordert zusätzliche Einzahlungen, um die „Rendite“ zu sichern. Die persönliche Bindung senkt die Hemmschwelle, weitere Geldtransfers vorzunehmen, weil der Anleger das Gefühl hat, betreut zu werden.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Wunsch nach Auszahlung wird klar, dass Gebühren verlangt werden. Diese werden als Transaktions­gebühr, Versicherungs­gebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht ausgegeben. Nach der Zahlung kommen sofort weitere Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde solche Gebühren verlangen. Die gefälschten Garantien, Zertifikate und Personalausweise des „Beraters“ sind in Wahrheit Ausweise anderer Betroffener, die von den Tätern kopiert wurden.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem Auszahlungsversuch melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. In Wahrheit handeln es die gleichen Täter, die weiterhin Geld von den Betroffenen einziehen wollen. Die Plattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben, die Gewinne sind komplett fiktiv und das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.

Das Netzwerk hinter Veloxam

Veloxam ist Teil eines Netzwerks von 17 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen und häufig in denselben Betrugsmustern operieren.

und 11 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei veloxam.io gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei veloxam.io
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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