GrowWealthy (growwealthy.biz)

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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GrowWealthy ist ein Betrug. Sie verlieren Ihr Geld, wenn Sie sich auf die falschen Versprechen einlassen.

Screenshot der Webseite Growwealthy (growwealthy.biz)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite growwealthy.biz

Warum growwealthy.biz unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als Investment- und Krypto-Plattform mit versprochenen täglichen Renditen von 4 % bis 200 %. Auf der Website gibt es keine Handelsregisternummer, keinen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Die einzigen „Trust Signals“ sind vier angebliche Testimonials, deren Identität nicht überprüfbar ist. Die Mindestanlagesumme liegt bei 50 €, und die Zahlungsmethoden umfassen Kryptowährungen und Fiat, was ein typisches Merkmal von Scam-Plattformen ist: sie nutzen die Anonymität digitaler Währungen, um die Rückverfolgbarkeit zu erschweren. Der fehlende regulatorische Rahmen und die unrealistischen Renditeversprechen sind klare Warnzeichen, die darauf hinweisen, dass GrowWealthy keine regulierte Finanzinstitution ist.

Wie der Betrug bei growwealthy.biz abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

GrowWealthy nutzt gezielte Online-Werbung auf sozialen Medien und Telegram-Gruppen, um potenzielle Opfer anzusprechen. Die Anzeigen versprechen „Return Daily 4 %: 200 %“ und laden zum sofortigen Investieren ein. Sobald ein Interessent auf einen Link klickt, wird er in ein Dashboard geführt, das angeblich Live-Marktdaten anzeigt. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten: etwa 50 €: um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Nach der Einzahlung wird dem Nutzer ein persönlicher „Berater“ zugewiesen, der über WhatsApp oder Telegram kommuniziert. Diese Strategie nutzt das Prinzip der sozialen Bestätigung und baut schnell Vertrauen auf, während das Unternehmen keine echten Handelsaktivitäten ausführt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Kurz nach der ersten Einzahlung zeigt das Dashboard von GrowWealthy hohe „Gewinne“ an: zum Beispiel „Aus 50 € werden 200 € in zwei Wochen“. Diese Zahlen stammen aus einer internen Datenbank, die von der Plattform manipuliert wird. Es gibt keine echten Orderbücher, keine Verbindung zu regulierten Börsen und keine Transparenz über Handelsstrategien. Der Nutzer glaubt, dass sein Geld arbeitet, während die Plattform lediglich vorgefertigte Gewinnzahlen anzeigt. Diese Technik ist entscheidend, um die Illusion von Erfolg zu erzeugen und die Bereitschaft zu höheren Einzahlungen zu erhöhen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach mehreren Wochen der scheinbaren Gewinne baut der persönliche „Berater“ eine Beziehung auf, die von häufigen Erfolgsstories und vermeintlichen Insider-Tipps begleitet wird. GrowWealthy bietet „VIP-Konten“ mit angeblich hohem Hebel (1 : 500) und garantiert hohen Profit an. Es werden Zeitlimits gesetzt („Nur heute noch verfügbar“) und künstliche Verknappungen verwendet, um den Nutzer unter Druck zu setzen. In dieser Phase zahlen die Opfer oft zwischen 5 000 € und 50 000 €. Der Schlüssel ist, das Vertrauen so stark zu gewinnen, dass die Nutzer bereit sind, mehr Geld in die Plattform zu stecken, obwohl keine realen Gewinne erzielt werden.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, treten plötzlich Gebühren in den Vordergrund. Die Plattform fordert folgende Gebühren, die vollkommen erfunden sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft angebliche Anwälte oder Krypto-Forensiker auf. Sie behaupten, die Gelder zurückholen zu können, verlangen dafür jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind meist Teil des gleichen Netzwerks, das die ursprüngliche Plattform betrieben hat, und verkaufen die Daten an andere Betrüger. Ein seriöser Anwalt oder eine Behörde wird NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram kontaktiert, um solche Dienste anzubieten.

Das Netzwerk hinter growwealthy.biz

GrowWealthy ist Teil eines Netzwerks von 84 Plattformen, die dieselben betrügerischen Modelle nutzen. Diese Seiten teilen sich oft die gleichen Domain-Endungen, Hosting-Provider und technische Infrastruktur. Sie tauschen sich über Marketing-Bots, Social-Media-Bots und gefälschte Testimonals aus, um ihr Publikum zu verunsichern und zu manipulieren. Wenn eine dieser Plattformen aufgefallen ist, ist es wahrscheinlich, dass andere ähnliche Praktiken anwenden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschärft die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren.
  2. Belege sichern: Speichern Sie alle Transaktionsnachweise, E-Mails und Screenshots. Diese dienen als Beweismaterial für mögliche Ermittlungen.
  3. Bank/Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie die Kryptowährung gekauft haben. Fordern Sie eine Rückverfolgung der Transaktion an.
  4. Polizei melden: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Aufforderung, Geld für „Rückgewinnung“ zu bezahlen, ist ein weiterer Betrugsschritt. Schließen Sie sämtliche Kontakte ab und informieren Sie ggf. Ihre Freunde und Familie über die Gefahr.

Bleiben Sie wachsam und handeln Sie sofort, wenn Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs zu werden. Teilen Sie dieses Wissen, um weitere Menschen zu schützen.

Das Netzwerk hinter growwealthy.biz

GrowWealthy ist Teil eines Netzwerks von 84 Plattformen, die dieselben betrügerischen Methoden nutzen.

und 78 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei growwealthy.biz gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei growwealthy.biz
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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