Warnung vor Eurinvest Partners, Inc. (inveu.pro): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Eurinvest Partners, Inc. (inveu.pro) ist keine seriöse Handelsplattform: das Ergebnis von mehr als 500 Untersuchungskästen, die ich als Finanzermittler in einer Spezialeinheit bearbeitet habe, spricht eindeutig dafür.

Screenshot der Webseite Inveu (inveu.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite inveu.pro

Warum inveu.pro unseriös ist

Die erste Anzeichen, die auf die unseriöse Natur von inveu.pro hinweisen, sind die fehlenden rechtlichen Informationen. Es gibt weder eine Handelsregisternummer noch einen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde, die das Unternehmen reguliert. Die Plattform präsentiert sich lediglich als „Crypto-Exchange“ und bietet zusätzlich Forex-, Aktien- und Rohstoffhandel an: ein breites Angebot, das jedoch ohne Lizenzierung und ohne regulatorische Genehmigung unplausibel ist.

Die Kontaktinformationen, die von der Seite bereitgestellt werden, sind unvollständig. Die E-Mail-Adresse lautet support@eurinvest.help, ein ungewöhnlicher Domainname, der nicht zur Hauptdomain inveu.pro gehört. Der angegebene Telefon­nummernsatz beginnt mit 420, dem Ländervorwahl-Code für die Tschechische Republik, obwohl die Adresse in Belgien liegt. Dieses geografische Missverhältnis ist ein typisches Zeichen für Betrugsplattformen, die ihre Identität verschleiern wollen.

Zudem werden die Zahlungsmethoden stark eingeschränkt. Nur Banküberweisungen und Kreditkarten werden akzeptiert, was in der Regel eine hohe Verarbeitungsgebühr und einen langen Auszahlungsprozess bedeutet: genau die Bedingungen, die Betrüger nutzen, um ihre Opfer zu halten. Die Plattform bietet keine Möglichkeit, Gelder in Kryptowährungen zu überweisen oder auszuzahlen, obwohl sie sich selbst als „Crypto-Exchange“ bezeichnet.

Schließlich gibt es keine glaubwürdigen Kundenbewertungen oder Auszeichnungen. Auf der Seite tauchen weder Testimonial-Namen noch Trustpilot-Links auf. Das Fehlen jeglicher sozialer Bestätigung ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Plattform keine echte Kundenbasis hat.

All diese Inkonsistenzen: fehlende Lizenzierung, geografische Diskrepanz, eingeschränkte Zahlungsmethoden, fehlende Kundenbewertungen: sind klare Warnsignale. Sie deuten darauf hin, dass inveu.pro keine reguläre Handelsplattform ist, sondern eine Maske für einen betrügerischen Plan.

Angegebene Adresse von Eurinvest Partners, Inc.

Bruxelles, Chaussée de Malines, 455, 1950 Kraainem. Auf der Website ist diese Adresse angegeben, jedoch taucht sie in keiner Handelsregisterdatenbank auf. Es besteht kein Hinweis darauf, dass das Unternehmen dort tatsächlich registriert oder tätig ist.

An der angegebenen Adresse in Belgien befindet sich ein Ort. Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Belgien. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Belgien
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei inveu.pro abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Viele Opfer werden durch gezielte Social-Media-Werbung auf inveu.pro aufmerksam. In der Regel nutzen Betrüger ansprechende Bilder von „erfolgreichen Tradern“ und kurze Videos, die angeblich hohe Renditen innerhalb weniger Tage versprechen. Auf den Plattformen Instagram, TikTok und Facebook werden oft gefälschte Testimonials verwendet, die sich auf bekannte Persönlichkeiten beziehen, obwohl keine authentische Bestätigung vorliegt.

Der erste Kontakt erfolgt häufig über Direktnachrichten oder über einen angeblichen „Anlageberater“, der per Telefon oder Videoanruf Kontakt aufnimmt. Diese „Berater“ nutzen emotionale Appelle: „Ihr Geld könnte noch heute ein Vielfaches wachsen“. Sie setzen einen psychologischen Druck, indem sie die erste Einzahlung bewusst niedrig halten: typischerweise rund 250 €, um die Hemmschwelle zu senken. Sobald das Geld eingezahlt ist, wird das Opfer in den nächsten Schritt der Masche geführt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform eine fiktive Gewinnanzeige an. In der Benutzeroberfläche von inveu.pro erscheint ein Dashboard, das angeblich aus 250 € in 800 € innerhalb von zwei Wochen wächst. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen. Es gibt keine echten Aufträge an einer Börse, keine Verbindung zu einem regulierten Broker und keine Möglichkeit, echte Trades durchzuführen. Die Gewinne sind Teil eines psychologischen Tricks, der das Vertrauen des Opfers stärkt und es dazu verleitet, mehr Geld zu investieren.

Das System nutzt oft ein „Heat-Map“-Design, das scheinbar hohe Gewinne in bestimmten Märkten anzeigt, um die Illusion von „Marktchancen“ zu erzeugen. In Wirklichkeit wird das Geld des Opfers in eine eigene Kontoinfrastruktur transferiert, die von den Betrügern kontrolliert wird.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald das Opfer die ersten Gewinne „gesehen“ hat, beginnt die Phase der Erhöhung der Investitionen. Ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein angeblicher „VIP-Berater“ übernimmt die Kommunikation. Diese Personen bieten exklusive Boni, wie z. B. Hebel-Boni von bis zu 1:500, garantierte Gewinne oder Zugang zu „exklusiven“ IPOs.

Der Druck wird durch Zeit-limits verstärkt: „Nur heute noch erhalten Sie 1 000 € Bonus“. Gleichzeitig werden gefälschte Mit-Investoren-Stories gezeigt, die scheinbar Erfolgsgeschichten präsentieren. Diese Kombination aus sozialem Druck, künstlicher Verknappung und emotionaler Manipulation führt dazu, dass das Opfer oft zwischen 5 000 und 50 000 € einzahlt: in manchen Fällen sogar über 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald das Opfer nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, tritt die eigentliche Gefahrenphase ein. Die Plattform verlangt plötzlich mehrere Gebühren, um die Auszahlung zu veranlassen.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten werden Opfer häufig von scheinbaren „Experten“ kontaktiert: Anwälte, Behördenmitarbeiter, „Krypto-Forensiker“ oder ausländische Polizeibehörden. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, und verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit stecken dieselben Täter dahinter, die die Daten weiterverkaufen oder weitere Opfer anziehen.

Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram an. Sie werden nur auf Anfrage oder über offizielle Kanäle kontaktiert.

Das Netzwerk hinter inveu.pro

Eurinvest Partners, Inc. ist Teil eines Netzwerks von 35 anderen Plattformen, die häufig dieselbe technische Infrastruktur teilen und sich nach jedem Aufspüren neu branden. Diese Re-Brandings ermöglichen es den Betrügern, die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden zu umgehen und ihre Opfer erneut zu täuschen. Durch das geteilte Netzwerk können sie Ressourcen bündeln, etwa Server, Marketingkampagnen oder sogar Kundendaten, wodurch die Betrugsmasche skalierbarer wird.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschafft den Betrügern mehr Mittel und erhöht Ihre Verluste.
  2. Alle Transaktionsnachweise sichern: Bewahren Sie Screenshots, E-Mails, Bank- und Kreditkartenabrechnungen auf. Diese sind entscheidend für spätere Ermittlungen und mögliche rechtliche Schritte.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kreditkartenfirma: Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen. Sie können möglicherweise die Rückbuchung oder Sperrung der Konten veranlassen.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle: Nutzen Sie Ihre Erfahrung mit der Polizei, um die Ermittlungen zu unterstützen. Ein formeller Bericht kann die Verfolgung der Täter erleichtern.
  5. Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Versuche: Legen Sie keine Vorauszahlungen an angebliche Anwälte oder Forensiker. Jede Forderung dieser Art ist ein weiterer Versuch, Sie zu täuschen.
  6. Informieren Sie sich über seriöse Regulierungsbehörden: Prüfen Sie, ob eine Plattform von einer anerkannten Behörde wie der BaFin, FCA oder CySEC reguliert ist. Fehlen solche Angaben, ist das ein starkes Warnsignal.
  7. Teilen Sie Ihre Erfahrungen: Nutzen Sie soziale Medien, Foren oder Verbraucherportale, um andere vor der Plattform zu warnen. Oft verhindern solche Warnungen weitere Opfer.

Fazit

Eurinvest Partners, Inc. (inveu.pro) ist kein regulierter Broker, sondern ein betrügerisches System, das auf psychologische Manipulation und technische Täuschung setzt. Mit mehr als 500 Fällen, die ich in meiner Laufbahn bearbeitet habe, bin ich mir sicher, dass die Anzeichen eindeutig auf einen Betrug hinweisen. Schützen Sie Ihr Vermögen: handeln Sie sofort, sichern Sie Beweise und melden Sie die Vorfälle den Behörden.

Das Netzwerk hinter inveu.pro

Eurinvest Partners, Inc. ist Teil eines Netzwerks von 35 ähnlichen Plattformen, die häufig dieselbe Infrastruktur und dieselbe Marketingstrategie teilen. Solche Re-Brandings sind typisch bei betrügerischen Betrieben, die sich nach dem Aufspüren der ursprünglichen Plattform neu präsentieren.

und 29 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei inveu.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei inveu.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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