Klendixio (klendixio.pro): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Sie fühlen sich vielleicht von den versprochenen Renditen angezogen: Klendixio ist jedoch ein betrügerisches Netzwerk, das Ihr Geld absichtlich verschleiert.

Screenshot der Webseite Klendixio (klendixio.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite klendixio.pro

Fakten zu Klendixio

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Klendixio:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
2 Tage
IP-Adresse
172.67.204.87
SSL-Zertifikat
E7
Netzwerk
61 verbundene Seiten

Die behauptete Geschäftsadresse

Die Plattform gibt an, sich in der Friedrichstraße 120, 10117 Berlin, Deutschland zu befinden. In den Handelsregistern und bei den zuständigen Behörden findet sich jedoch keine Eintragung unter dieser Adresse. Es ist fraglich, ob das Unternehmen dort tatsächlich operiert oder ob die Adresse lediglich als Pseudonym dient.

Wer die genannte Adresse in Deutschland aufsucht, findet dort ein Ort, was mit einer professionellen Finanzdienstleistung schlicht nicht vereinbar ist.

Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Deutschland. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Deutschland
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Deutschland

Über den Autor

Mein Name ist Anton Haverkamp. Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. Während dieser Zeit verfolgte ich Anlagebetrugstaten und war für die Verfolgung von Geldern in der Blockchain zuständig. Insgesamt bearbeitete ich über 500 Fälle, in denen ich die Täter identifizierte und die Rückgewinnung von gestohlenen Geldern unterstützte. Diese Erfahrung verleiht mir ein tiefes Verständnis der Taktiken, die Betrüger einsetzen, um Anleger zu täuschen und zu erpressen.
Ich möchte Sie nicht nur warnen, sondern Ihnen auch zeigen, wie Sie sich vor solchen Betrugsnetzen schützen können.

Daten-Analyse der Plattform Klendixio

Klendixio präsentiert sich als „investment_platform“ mit automatisiertem Investieren, KI-gestützten Anlagen und Risikomanagement. Die Website bietet jedoch keine grundlegenden rechtlichen Informationen: weder eine Handelsregisternummer noch Angaben zu einer Aufsichtsbehörde oder einer Lizenznummer. Ebenso fehlen Angaben zu einer registrierten Firma oder einer Gründungs­zeit.
Das Kontakt-Setup besteht aus einer E-Mail-Adresse (support.klendixio@gmail.com), einer Telefonnummer, die lediglich mit +49 beginnt, und der oben genannten Adresse. Es gibt keine Möglichkeit, die Identität der Betreiber zu verifizieren, und keine Referenzen zu früheren Geschäftsabschlüssen.
Die angebotenen Zahlungs­methoden bleiben unklar, obwohl die Plattform Bitcoin als mögliche Zahlungsmittel akzeptieren könnte: dies wird jedoch nicht eindeutig kommuniziert.
In den „Trust-Signals“ werden vier Testimonials genannt: Leon, Sophie, Markus und Anna. Ohne weitere Informationen über deren Identität oder Verifikation bleiben diese Namen als reine Marketing-Elemente ohne Nachweis.
Zusammengefasst: Klendixio bietet keine lizenzierten Dienstleistungen, keine regulatorische Transparenz und keine nachvollziehbaren Erfolgsversprechen. Diese fehlenden Elemente sind klare Indizien für betrügerische Aktivitäten.

Die Methodik der Täter hinter Klendixio

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die Anleger zu solchen Plattformen gelangen, sind vielfältig: Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigenständige Online-Recherchen. Die Täter nutzen diese Kanäle, um einen ersten Eindruck von Professionalität zu erwecken. In der Regel werden ansprechende Grafiken, moderne Websites und vermeintlich erfahrene Teammitglieder präsentiert. Diese ersten Kontakte dienen dazu, Vertrauen aufzubauen und die Angst vor verpassten Chancen zu schüren.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach dem ersten Kontakt verlangen die Betrüger häufig eine kleine Anzahlung, meistens zwischen 200 € und 500 €. Bei Klendixio liegt die Mindest­einzahlung bei 250 €. Sobald das Geld eingezahlt ist, erhalten die Anleger Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in wenigen Minuten scheinbar hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind jedoch nicht real: sie werden von einer Software generiert, die keine echten Marktbewegungen nutzt. Die Plattform liefert nur Illusionen von Rendite, um die Investoren zu ermutigen, mehr Geld zu transferieren.

Der persönliche „Berater"

Ein „Berater“ wird jedem Anleger zugewiesen. Der Kontakt erfolgt per E-Mail, Telefon oder sogar über WhatsApp-ähnliche Messaging-Apps. Der Berater behauptet, individuelle Strategien zu verfolgen und persönliche Gewinne zu maximieren. Er fordert die Investoren auf, weitere Einzahlungen zu tätigen, um die angeblich steigende Performance zu sichern. Diese persönliche Bindung reduziert die Hemmschwelle, weitere Geldströme zu überweisen, und schafft eine Abhängigkeit von der „Expertise“ der Plattform.

Bei Auszahlungs-Wunsch werden Gebühren verlangt

Erst wenn ein Anleger versucht, seine Gewinne auszuzahlen, werden ihm plötzlich Gebühren in Rechnung gestellt. Diese können als Transaktionsgebühren, Versicherungsgebühren oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht bezeichnet werden. Nach der Zahlung dieser Gebühren folgt oft eine weitere Forderung: zusätzliche Gebühren für die „Verarbeitung“ des Auszahlungs­prozesses. Kein seriöser Anbieter verlangt solche Mehrkosten; die Praxis dient ausschließlich dazu, den Investor weiter zu belasten.

Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem ersten Auszahlungsversuch treten oft externe Dritte auf den Plan. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder Blockchain.com aus und versprechen, das Geld zurückzuholen. Tatsächlich handeln es die gleichen Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Sie präsentieren sich als Retter, die die Plattform aus dem „Betrugsnetzwerk“ herausziehen wollen: ein weiterer Trick, um Vertrauen zu gewinnen und neue Betrugs­mittel zu erschließen.
Die Plattform ist von den Tätern selbst betrieben, die Gewinne vollständig manipulieren. Das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern sofort abgezogen und für persönliche Zwecke verwendet.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Klendixio Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Klendixio

Das Netzwerk hinter Klendixio

Klendixio ist Teil eines Netzwerks von 61 weiteren Plattformen. Diese Verbindungen deuten auf gemeinsame Hintermänner, geteilte Infrastrukturen oder Re-Branding-Strategien hin, die bei betrügerischen Operationen üblich sind.

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