Warnung vor Vinance (mail.mizbanbit.ir): Was steckt dahinter?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Vinasse (mail.mizbanbit.ir) ist ein Betrugsnetzwerk. Anleger verlieren ihr Kapital, weil die Plattform absichtlich falsche Gewinne und unsichere Zahlungsmethoden nutzt.

Screenshot der Webseite Mizbanbit (mail.mizbanbit.ir)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite mail.mizbanbit.ir

Die Eckdaten von Vinasse

Folgende Angaben zeigen die Leere der Plattform:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
1 Tage
Server-Standort
IR (Dade-Samane-Fanava Dade Samane Fanava Company (PJS), IR)
IP-Adresse
78.157.35.72
Netzwerk
56 verbundene Seiten

Ermittler-Erfahrung als Grundlage

Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gedient und war zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig. In dieser Einheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt, insbesondere im Blockchain-Bereich. Meine Arbeit hat mir gezeigt, wie Betrüger systematisch Vertrauen gewinnen und anschließend ihr Geld abziehen. Diese Erfahrung ist die Basis meiner Warnung an Sie: Seien Sie wachsam, wenn ein Anbieter keine lizenzierten Angaben liefert und nur Kreditkarte akzeptiert.

Die nüchternen Fakten zu Vinasse

Vinasse präsentiert sich als Krypto-Exchange, der Spot-, P2P- und Binär-Handel anbietet. Auf der Website finden Sie keine Registrierungsnummer, keinen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde oder einen Lizenznachweis. Die Adresse, Telefonnummer und E-Mail fehlen vollständig. Die Plattform akzeptiert ausschließlich Kreditkarten als Zahlungsmittel und verspricht „Mystery Box“-Preise von bis zu 500 USD als Bonus. Es gibt keinerlei Kundenreferenzen, Auszeichnungen oder Trustpilot-Bewertungen. Die angebotenen Dienstleistungen werden ohne jegliche regulatorische Genehmigung beworben, während das Geschäftsmodell ausschließlich auf den Einsatz von Kreditkarten und dem Verkauf von mysteriösen Prämien basiert.

Der Ablauf des Anlagebetrugs bei Vinasse

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, über die Anleger zu Vinasse gelangen, sind sehr unterschiedlich: Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen oder Cold-Calls. Das Vorgehen der Täter bleibt jedoch gleich. Sie zeigen die Plattform professionell und seriös, sodass der erste Eindruck sofort Vertrauen erweckt.

Die erste kleine Einzahlung

In den meisten Fällen fordert Vinasse zunächst eine geringe Summe: typischerweise zwischen 200 € und 500 €. Der Betrag wird über die Kreditkarte eingezahlt, während die Plattform sofort einen Zugang zur angeblichen Handelsplattform gewährt. Sobald das Geld eingegangen ist, werden dem Anleger sofort hohe Gewinne angezeigt, die jedoch ausschließlich von der Software generiert werden.

Zugriff auf die angebliche Handelsplattform

Die Plattform präsentiert fiktive Handelsdiagramme, in denen scheinbare Gewinne in kurzer Zeit sichtbar sind. Diese Gewinne sind jedoch reine Fiktion. Der Anleger glaubt, dass das eingezahlte Geld in echte Krypto-Assets investiert wurde, obwohl es direkt an die Betreiber weitergeleitet wird.

Der persönliche „Berater“

Vinasse stellt dem Anleger einen persönlichen „Berater“ zur Verfügung, der über E-Mail, Telefon oder WhatsApp kommuniziert. Der Berater drängt den Anleger, weitere Einzahlungen zu tätigen, um die angeblichen Renditen zu sichern. Durch diese persönliche Bindung wird die Hemmschwelle für zusätzliche Transfers deutlich gesenkt.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Wenn der Anleger versucht, sein Geld auszuzahlen, wird ihm plötzlich eine Vielzahl von Gebühren präsentiert. Es werden Transaktionsgebühren, Versicherungsgebühren oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht verlangt. Nach der Zahlung dieser Gebühren tauchen erneut neue Forderungen auf. Kein seriöser Anbieter würde jemals solche Gebühren verlangen. Die gefälschten Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“ sind in Wahrheit Ausweise anderer Geschädigter, die von den Tätern manipuliert wurden.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach der Auszahlung gibt es oft noch weitere Anrufe von Dritten, die sich als BaFin, FCA, Polizei oder Blockchain.com ausgeben. Diese Personen versprechen, das Geld zurückzubekommen. Tatsächlich handelt es sich bei diesen „Helfern“ um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten einnehmen wollen. Die Handelsplattform ist von den Tätern selbst betrieben, die Gewinne sind gefälscht, und das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.


(Ende des Artikels)

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Mizbanbit Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Mizbanbit

Das Netzwerk hinter Vinasse

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