Warnung vor Minesprimes (minesprimes.org): Betrugsmasche enthüllt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Minesprimes (minesprimes.org) ist keine seriöse Investmentplattform: es handelt sich um eine raffinierte Betrugsmasche, die auf falschen FCA-Behauptungen und einer komplett fehlenden Unternehmensregistrierung aufbaut.

Screenshot der Webseite Minesprimes (minesprimes.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite minesprimes.org

Inkonsistenz-Hook: Ein scheinbares FCA-Lizenz-Statement ohne Nachweis

Schon beim ersten Besuch der Website von Minesprimes fiel mir etwas Ungewöhnliches auf: Die Seite behauptet, von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) lizenziert zu sein. Doch die Angabe einer Lizenznummer fehlt völlig, ebenso wie jegliche Verweise auf ein offizielles Register. In der Regel verlangen die FCA-Lizenzgeber eine eindeutige Referenznummer, die öffentlich einsehbar ist. Hier fehlt das entscheidende Element. Gleichzeitig gibt es weder eine Telefonnummer noch eine physische Adresse, die im Handelsregister eingetragen wäre. Das schafft sofort ein starkes Vertrauensdefizit.

Warum minesprimes.org unseriös ist

Die ersten Anzeichen einer betrügerischen Plattform sind sofort erkennbar, wenn man die öffentlichen Informationen vergleicht. Erstens: Minesprimes gibt an, von der FCA lizenziert zu sein, bietet aber keine Lizenznummer an. Zweitens: Das Unternehmen hat keine registrierte Handelsnummer. In der Regel ist eine Handelsregisternummer Pflicht, um als legitimes Investmentunternehmen geführt zu werden. Drittes: Die Kontakt-E-Mail ist lediglich „info@minesprimes.org“ ohne weitere Kontaktmöglichkeit: ein typisches Zeichen für ein „Fake-Office“. Viertens: Es gibt keinerlei Angaben zu Zahlungsmethoden. Seriöse Broker listen klar, ob sie Banküberweisungen, Kreditkarte oder Kryptowährungen akzeptieren. Bei Minesprimes fehlt diese Transparenz komplett. Fünftens: Obwohl die Plattform „Wealth Management“, „Investment“ und „Financial Planning“ anbietet, gibt es keinerlei Nachweise für ein reguliertes Portfolio. Der Mangel an regulierten Konten und die fehlende Dokumentation lassen vermuten, dass die angeblichen Renditen nicht auf echten Handel basieren. Schließlich: Die Plattform listet 49945 angebliche Kunden, aber ohne echte Belege oder unabhängige Bewertungen. In Kombination zeigen diese Punkte ein klares Bild von einer Plattform, die auf Täuschung und Manipulation beruht.

Wie der Betrug bei minesprimes.org abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Minesprimes nutzt häufig Social-Media-Kampagnen und gezielte Anzeigen auf Instagram und TikTok, um potenzielle Anleger anzusprechen. Dabei werden gefälschte „Erfolgsgeschichten“ und Testimonials von angeblichen „Promis“ wie SARA WILSSON oder JOSEPH EDGAR gezeigt. In vielen Fällen werden auch Telegram-Gruppen mit „Trading-Gurus“ eingerichtet, die behaupten, exklusive Einblicke zu haben. Interessenten werden mit einem lockenden Angebot konfrontiert: „Starten Sie noch heute mit 250 € und sehen Sie, wie Ihr Geld wächst.“ Diese erste Einzahlung bleibt bewusst niedrig, um die psychologische Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert Minesprimes dem Nutzer ein Dashboard, das scheinbar hohe Gewinne anzeigt: etwa „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“. Diese Zahlen sind jedoch reine Software-Simulationen. Es gibt keine echten Orders an einer regulierten Börse, keine Nachweise über Handelsaktivitäten und keine transparenten Kontobewegungen. Die Plattform erzeugt lediglich hübsche Zahlen, um das Vertrauen des Nutzers weiter zu festigen. Der Nutzer glaubt, er sei in ein profitables System eingetreten, obwohl die Renditen vollständig künstlich sind.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um den Betrug zu vertiefen, wird ein „Account-Manager“ zugewiesen, der in regelmäßigen Abständen Kontakt aufnimmt. Durch persönliche Ansprache und das Versprechen von „VIP-Konten“, „Hebel-Boni bis zu 1:500“ und „exklusiven IPO-Zugängen“ wird der Nutzer zu größeren Einzahlungen animiert. Häufig wird ein Zeitdruck gesetzt: „Nur noch heute verfügbar“. In vielen Fällen steigen die Beträge von wenigen Tausend Euro auf über 50.000 € oder sogar 500.000 €. Dabei wird immer wieder betont, dass die Gewinne garantiert seien, obwohl keine tatsächlichen Handelsstrategien existieren.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, kommt die eigentliche Falle: Es werden sofort mehrere Gebühren verlangt. Typische Fake-Gebühren, die Minesprimes anpreist, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung: die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für angebliche „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter stecken in der Regel dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und fordern vorab Geld.

Das Netzwerk hinter minesprimes.org

Minesprimes agiert nicht isoliert. Die Plattform ist Teil eines Netzwerks von 84 weiteren Websites, die oft dieselben Betreiber und technische Infrastruktur nutzen. Solche Netzwerke entstehen häufig, um nach einer Aufklärung oder einem Strafverfahren unter neuen Namen weiterzumachen. Das bedeutet, dass bereits verärgerte oder betroffene Nutzer auf andere, scheinbar neue Seiten stoßen könnten, die jedoch im Grunde dieselbe Betrugsmasche darstellen. Es lohnt sich, die Namen dieser Plattformen zu recherchieren und sie bei zukünftigen Warnungen zu berücksichtigen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weitere Zahlung leisten: Jede zusätzliche Einlage erhöht das Risiko, dass Sie noch mehr verlieren.
  2. Belege sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Transaktionsbestätigungen, Bildschirmfotos und sämtliche Kommunikation. Diese Unterlagen sind wichtig für eine mögliche Anzeige.
  3. Bank oder Krypto-Börse kontaktieren: Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie Geld überwiesen haben, und fordern Sie eine Rückbuchung an.
  4. Anzeige erstatten: Reichen Sie bei der Polizei, der Bundesnetzagentur oder der FCA eine Anzeige ein. Nutzen Sie die Kontakt-E-Mail (info@minesprimes.org) als Ausgangspunkt, um Nachweise zu sammeln.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Akzeptieren Sie keine Angebote von angeblichen Anwälten oder Forensikern, die Vorauszahlungen fordern. Diese sind Teil der Betrugsmasche und führen nur zu weiteren Verlusten.

Fazit

Minesprimes (minesprimes.org) nutzt falsche Lizenzbehauptungen, fehlende Unternehmensregistrierung und gefälschte Testimonials, um Vertrauen zu erlangen. Der Betrug folgt einem klaren Muster: lockendes Angebot, gefälschte Gewinne, weitere Einzahlungen, gefälschtes Auszahlungs-Gebühren-System und anschließend ein Recovery-Scam. Seien Sie wachsam, sichern Sie Beweise und handeln Sie sofort, wenn Sie verdächtige Aktivitäten bemerken. Ihre finanzielle Sicherheit liegt in Ihrer Hand: handeln Sie jetzt.

Das Netzwerk hinter Minesprimes

Minesprimes ist Teil eines Netzwerks von 84 Plattformen, die oft dieselben Hintermänner und Infrastruktur teilen und nach Auffliegen häufig unter neuen Namen neu auftreten.

und 78 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei minesprimes.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei minesprimes.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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