Nasdaq Firms Limited (nasdaqfirms.org) im Faktencheck
Nasdaq Firms Limited (nasdaqfirms.org) ist ein betrügerisches Investment- und Krypto-Trading-Plattform, die Anleger absichtlich in eine Falle lockt.

Achtung
Betrugsverdacht
In den vergangenen Jahren habe ich in meiner Rolle als Finanzermittler in einer Spezialeinheit mehr als 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt. Diese Erfahrung bildet die Grundlage für die Analyse, die ich Ihnen hier präsentiere.
Warum nasdaqfirms.org unseriös ist
Die ersten Anzeichen für eine unseriöse Plattform zeigen sich bereits in den grundlegenden Unternehmensdaten. Es gibt keine Handelsregisternummer und keine Angaben zu einer Aufsichtsbehörde. Eine seriöse Investmentplattform muss bei einer zuständigen Behörde registriert sein und eine gültige Lizenz vorweisen. Das Fehlen dieser Informationen ist ein starkes Warnsignal.
Weiterhin bietet nasdaqfirms.org keine klare Kontaktnummer oder E-Mail-Adresse an. Kunden, die ihre Anliegen oder Probleme melden wollen, haben keinen nachvollziehbaren Weg, um mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten. Das Fehlen von Kontaktdaten ist ein weiteres Indiz für mangelnde Transparenz und mögliche Absicht, die Kommunikation zu vermeiden.
Die Plattform behauptet, 9 % bis 35 % Rendite zu erzielen, jedoch ohne jegliche Nachweise oder Referenzen. In der Welt der Finanzdienstleistungen sind solche Renditen unrealistisch, besonders ohne klare Erklärung, wie das Geld verdient wird. Die Behauptung, dass diese Renditen garantiert seien, verstärkt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen Betrug handelt.
Zudem ist das Mindestinvestitionsvolumen lediglich 50 €, was die Einstiegshürde sehr niedrig hält. Betrügerische Plattformen setzen oft auf niedrige Einstiegssummen, um Vertrauen aufzubauen und dann höhere Beträge zu fordern.
Zusammengefasst: Fehlende Registrierung, fehlende Kontaktdaten, unrealistische Renditeversprechen und niedrige Einstiegshürden bilden ein klares Bild einer unseriösen Plattform.
Wie der Betrug bei nasdaqfirms.org abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Potenzielle Opfer werden häufig über soziale Medien angesprochen, etwa auf Instagram, Facebook oder TikTok, wo ansprechende Werbeanzeigen mit vermeintlichen Erfolgsgeschichten erscheinen. Diese Anzeigen zeigen oft fiktive Profite von 9 % bis 35 % und fordern eine kleine Anzahlung von 50 € ein, um von den angeblichen Handelsstrategien zu profitieren.
Die Plattform nutzt dabei eine gefälschte “Anlageberatung”, die über persönliche Nachrichten oder Chat-Bots kommuniziert. Durch gezielte psychologische Techniken wie die Schaffung von Vertrauen und das Versprechen von schnellen Gewinnen werden die Anleger dazu bewegt, ihre Kontodaten preiszugeben.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer die Plattform eine Dashboard-Ansicht präsentiert, die angebliche Gewinne aus der Investition anzeigt. Diese Zahlen entstehen jedoch ausschließlich in der internen Software von nasdaqfirms.org und basieren nicht auf echten Handelsaktivitäten an einer Börse. Keine echten Orders werden ausgeführt, keine echten Broker-Konten existieren.
Das Ziel dieses Schrittes ist es, das Vertrauen der Anleger zu festigen. Sobald ein Nutzer sieht, dass seine Investition angeblich mehrere hundert Euro erwirtschaftet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er weitere Beträge einzahlt.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein sogenannter “Account-Manager”: meist ein automatisierter Bot oder ein Mitarbeiter des Betrugsnetzwerks: baut eine persönliche Beziehung auf. Er verspricht exklusive Vorteile, wie z. B. höhere Hebel, garantierte Gewinne oder Zugang zu IPOs.
Durch zeitlich begrenzte Angebote (“nur heute”), künstliche Verknappung und gefälschte Erfolgsgeschichten wird der Nutzer psychologisch dazu gebracht, mehr Geld einzuzahlen. In vielen Fällen liegen die zusätzlichen Beträge zwischen 5.000 und 50.000 €, in extremen Fällen sogar über 500.000 €.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Anleger seine Gewinne oder sein Kapital zurückzahlen lassen möchte, tauchen plötzlich mehrere Gebühren auf. Dazu zählen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen “Transaktionsrisiko”
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine “Gebühr” zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust kontaktieren Betrüger häufig vermeintliche „Rechtsberater“ oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für angebliche Ermittlungen, Übersetzungen oder Server-Zugriffe.
In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um eine weitere Abzocke. Die Täter behalten das Geld und verkaufen die Daten an andere Betrugsnetzwerke. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschärft den Schaden.
- Beweismaterial sichern: Screenshots von Kontobewegungen, E-Mails, Chat-Logs und Kontoauszügen. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
- Bank bzw. Krypto-Börse informieren: Melden Sie den Vorfall bei Ihrer Bank und bei allen Krypto-Börsen, bei denen Sie Konten haben.
- Polizei oder Finanzaufsichtsbehörde einschalten: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizei ein und kontaktieren Sie die BaFin oder das örtliche Finanzamt.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jeder, der Ihnen anbietet, Ihr Geld zurückzuholen, ist höchstwahrscheinlich Teil des gleichen Netzwerks.
- Rechtliche Schritte prüfen: Nach Rücksprache mit einem Fachanwalt können weitere rechtliche Schritte gegen die Betreiber eingeleitet werden.
Das Netzwerk hinter nasdaqfirms.org
Nasdaq Firms Limited ist Teil eines Netzwerks von 84 ähnlichen Plattformen, die sich vermutlich um ein gemeinsames Backend, geteilte Betreiber und ein einheitliches Geschäftsmodell gruppieren. Solche Netzwerke sind häufig ein Kennzeichen von groß angelegten Betrugsoperationen, bei denen die Betreiber ihre Identität ständig ändern und ihre Plattformen neu branden.
Vertrauen Sie nicht blind auf angebliche Renditeversprechen. Schützen Sie Ihre Finanzen, indem Sie die oben genannten Schritte befolgen.
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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei nasdaqfirms.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.