Real Asset Market Overview (realassetmarket.biz): ein betrügerisches Trading-Netzwerk entlarvt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Real Asset Market Overview, die angeblich luxuriöse Trading-Plattform unter dem Domainnamen realassetmarket.biz, ist kein vertrauenswürdiger Broker: er zieht Anleger in ein Netz aus falschen Versprechen, fehlenden Regulierungen und manipulierten Gewinnzahlen.

Screenshot der Webseite Realassetmarket (realassetmarket.biz)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite realassetmarket.biz

Warum realassetmarket.biz unseriös ist

Real Asset Market Overview präsentiert sich als hochmoderne Trading-Plattform, die Forex, Krypto und CFD anbietet. Doch die ersten Anzeichen eines Betrugs sind sofort sichtbar: Es gibt keine Handelsregisternummer, keinen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Der Betreiber behauptet, in New York zu sitzen, aber die Adresse taucht im Handelsregister nicht auf. Auch die angebotenen Bonus-Anreize von bis zu 75 % wirken unrealistisch, wenn man bedenkt, dass solche hohen Boni bei regulierten Brokern in der Regel nicht möglich sind, weil sie die Kapitalanforderungen überschreiten würden.

Weiterhin fehlt auf der Website jegliche Transparenz bezüglich der Zahlungsabwicklung. Keine Kreditkarte, kein Banküberweisungs-Link, keine Bitcoin-Wallet: das macht die Plattform nicht nur fragwürdig, sondern auch technisch unmöglich, echte Trades zu platzieren. Stattdessen sehen sich Nutzer mit einer Web-App konfrontiert, die lediglich simulierte Gewinnzahlen anzeigt. Die Testimonials auf der Seite, die Namen wie “George C.” oder “Lucas T.” tragen, sind ohne weitere Identifikation und lassen sich nicht verifizieren. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, unrealistischen Boni und mangelnder Zahlungsinfrastruktur ist ein klassisches Signal, dass es sich um einen Betrug handelt.

Die angebliche Geschäftsadresse von Real Asset Market Overview

Die Plattform gibt an, sich in New York unter der Adresse 402 W Broadway, New York, NY 10012, United States zu befinden. Auf der offiziellen Handelsregisterseite findet sich jedoch keinerlei Eintrag unter diesem Namen. Diese Diskrepanz lässt vermuten, dass die Adresse lediglich als Tarnung dient, um dem Unternehmen einen internationalen und seriösen Eindruck zu verschaffen, während tatsächlich keine Geschäftstätigkeit dort stattfindet.

An der angegebenen Adresse in den USA befindet sich ein Ort. Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Die geografischen Marker stimmen oberflächlich überein, was die Plausibilität jedoch nicht beweist. Eine tatsächliche Geschäftstätigkeit am genannten Standort bleibt unbelegt.

Wie der Betrug bei realassetmarket.biz abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig über gezielte Social-Media-Kampagnen angesprochen: meist auf Instagram, TikTok oder Facebook. Dort präsentiert die Plattform „Real Asset Market Overview“ scheinbar erfolgreiche Trader, die ihre Gewinne teilen, und lädt zur Teilnahme an einem kostenlosen Demo-Konto ein. In der Regel wird der erste Einzahlungsbetrag auf 850 € festgelegt, was hoch genug erscheint, um Vertrauen aufzubauen, aber niedrig genug, damit sich der Anleger nicht zu sehr verpflichtet fühlt. Oft erhalten Interessenten zudem einen „Willkommens-Bonus“ von bis zu 75 % des ersten Einzahlungsbetrags, was sofort die Aufmerksamkeit weckt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach dem ersten Geldtransfer zeigt die Plattform sofort steigende Gewinnzahlen an. Der Account-Dashboard des Nutzers wird mit animierten Grafiken und „Profit-Alerts“ gefüllt, die anzeigen, dass aus 850 € in wenigen Tagen mehrere hundert Euro an Rendite erzielt wurden. Diese Zahlen entstehen jedoch ausschließlich durch Software-Simulationen: Es werden keine echten Order an Börsen ausgeführt, sondern die Plattform generiert Gewinne aus einer Datenbank mit vorab definierten Ergebnissen. Der Nutzer glaubt, sein Geld wachse, weil er keine Möglichkeit hat, die Trades zu prüfen oder zu sehen, wo das Geld wirklich hingeht.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg wird der Anleger von einem sogenannten „Account-Manager“ kontaktiert, der persönlich in Chat-Gruppen oder per E-Mail wirkt. Dieser Manager bietet exklusive VIP-Konten, höhere Hebel von bis zu 1:500 und „Insider-Tipps“ an, um noch größere Gewinne zu erzielen. Durch gezielte Fristen („Nur noch 24 h, um den Bonus zu sichern“) und das Hervorrufen von sozialen Beweisen („Schauen Sie, wie John S. in nur einer Woche 5 000 € verdiente“) wird die Angst, etwas zu verpassen, ausgelöst. Viele Opfer zahlen in den Folgejahren mehrere tausend Euro, um die angeblichen Vorteile zu nutzen, obwohl die Plattform keine echte Handelsplattform ist.

Schritt 4: Auszahlungswunsch & Gebühren

Wenn ein Anleger schließlich seine Gewinne auszahlen lassen möchte, wird ihm sofort eine Reihe von Gebühren auferlegt. Die Plattform nennt folgende fiktive Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald der Anleger also einer dieser Gebühren zustimmt, wird sein eigentlich noch nicht ausgezahltes Geld reduziert und dennoch wird kein Auszahlungsprozess gestartet. Das ist die letzte Melkphase des Scams: ein gezieltes Vorgehen, um das Geld weiter zu verschleppen, bevor die Plattform komplett zusammenbricht.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust wenden sich die Täter häufig an angebliche „Rechtsberater“ oder „Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Diese Personen geben an, Zugang zu speziellen Software-Tools oder Konten zu haben und fordern Vorauszahlungen für „Reparatur-Kosten“, „Server-Zugriffe“ oder „Übersetzungsgebühren“. In Wirklichkeit handeln sie mit den gleichen Kontakten, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben, und nutzen die Opfer, um weitere Gelder zu ergaunern. Echte Anwälte oder Behörden würden niemals per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert Kontakt aufnehmen und vorab Zahlungen verlangen. Ignorieren Sie diese Angebote und sichern Sie die Beweismaterialien, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.

Das Netzwerk hinter realassetmarket.biz

Real Asset Market Overview ist Teil eines Netzwerks von 44 weiteren Plattformen, die identische Logos, ähnliche Domain-Strukturen und dieselben Bonus-Anreize nutzen. Dieses Netzwerk deutet darauf hin, dass die Betreiber ein gemeinsames Geschäftsmodell verfolgen, bei dem sie die Plattformen regelmäßig neu branden, sobald eine von den Behörden oder den Anlegern entdeckt wird. Durch die Verteilung der Risiken auf mehrere Marken können sie das Risiko von Haftungsansprüchen minimieren und gleichzeitig eine größere Reichweite erzielen. Die technische Verknüpfung der Websites, zum Beispiel durch gemeinsame Tracking-Cookies oder Server-IP-Adressen, bestätigt die gemeinsame Herkunft und macht das gesamte Netzwerk zu einem Ziel für Ermittlungen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Unterbrechung: Stoppen Sie jegliche weitere Einzahlung oder Transaktion. Sobald Sie eine weitere Zahlung tätigen, verschwindet das Risiko eines zusätzlichen Verlusts.

  2. Beweissicherung: Sichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Konto-Daten und Transaktionsbelege. Diese Dokumente sind entscheidend für Ermittlungen und für mögliche Schadensersatzforderungen.

  3. Kontobeschränkung: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Börsenanbieter und fordern Sie eine vorübergehende Sperrung aller Kontobewegungen, die mit der betroffenen Plattform in Verbindung stehen.

  4. Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Betrug bei der Polizei oder bei der Finanzmarkt-aufsichtsbehörde. Nutzen Sie dabei die gesicherten Beweismaterialien, um die Ermittlungen zu unterstützen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Vermeiden Sie jegliche Kontaktaufnahme mit angeblichen „Rechtsberatern“ oder „Forensikern“, die vorab Zahlungen verlangen. Seriöse Fachleute bieten keine Vorauszahlungen an und kontaktieren Sie nicht unaufgefordert.

  6. Informationsweitergabe: Teilen Sie Ihre Erfahrungen in Foren oder auf Social-Media, um andere Nutzer vor ähnlichen Betrügern zu warnen. Je mehr Menschen informiert sind, desto schneller kann das Netzwerk aufgedeckt werden.

Abschließende Worte

Real Asset Market Overview ist ein klar erkennbarer Betrug, der auf fehlender Regulierung, unrealistischen Boni und manipulierten Gewinnzahlen basiert. Als ehemaliger Finanzermittler kenne ich die Muster solcher Operationen genau. Nutzen Sie die oben genannten Schritte, um Ihre Interessen zu schützen, und melden Sie den Betrug umgehend, damit die Behörden die Täter verfolgen können.

Das Netzwerk hinter Real Asset Market Overview

Real Asset Market Overview ist technisch mit 44 weiteren Plattformen verbunden. Diese Vielzahl an gleichartigen Seiten deutet darauf hin, dass sie von denselben Hintermännern betrieben werden und dass die Betreiber ihre Plattformen regelmäßig neu branden, sobald eine Seite von den Behörden entdeckt oder von den Anlegern kritisiert wird.

und 38 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei realassetmarket.biz gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei realassetmarket.biz
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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