ApexTradingMarket (apextradingmarket.org): Betrugsmasche enthüllt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
Teilen:

ApexTradingMarket (apextradingmarket.org) hat sich als vermeintliche Trading-Plattform positioniert, doch die ersten Spuren deuten eindeutig auf einen Betrug hin. Bereits die ersten Anmeldungen zeigen, dass hier kein legitimer Handel stattfindet.

Screenshot der Webseite Apextradingmarket (apextradingmarket.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite apextradingmarket.org

Warum apextradingmarket.org unseriös ist

Die ersten Anzeichen von Unregelmäßigkeiten erscheinen bereits in den Grunddaten. ApexTradingMarket bietet keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Die Plattform listet lediglich „Forex-Trading“, „Krypto-Investment“ und „CFD-Trading“ als Services auf, ohne konkrete Angaben zu einem zugrunde liegenden Broker. Die Mindestdeposition von 1 000 EUR ist ungewöhnlich hoch, wenn gleichzeitig keine klare Lizenzierung vorliegt. Zudem akzeptiert die Seite Zahlungsmethoden wie Skrill, Western Union, Banküberweisung und Bitcoin: ein Mix, der häufig bei betrügerischen Operationen vorkommt, weil er die Nachverfolgung erschwert. Ohne klare regulatorische Anbindung und mit einer fehlenden Adresse im Handelsregister bleibt die Frage: Wer steckt hinter dem Namen ApexTradingMarket?

Die behauptete Geschäftsadresse

Die Plattform nennt die Adresse „Westfield Liverpool, Macquarie St, Liverpool NSW 2170“. In den öffentlichen Handelsregistern ist ApexTradingMarket jedoch unter dieser Adresse nicht auffindbar. Es fehlt jede Bestätigung, dass das Unternehmen dort tatsächlich tätig ist, was sofort Zweifel an der Glaubwürdigkeit aufkommen lässt.

An der angegebenen Adresse in Australien befindet sich eine Bushaltestelle ("Macquarie, Liverpool-Parramatta Twy"). Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Australien. Eine derart aufgespaltene Topologie ist nahezu nie zufällig, sie ist Teil eines Verschleierungsmusters, das in der Branche der unregulierten Online-Broker Standard ist.

Adresse
Australien
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei apextradingmarket.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Das erste Signal kommt meist über gezielte Social-Media-Ads, die in Instagram, Facebook oder TikTok geschaltet werden. Die Werbung zeigt angeblich „erfolgreiche Trader“ und nutzt gefälschte Testimonials von Personen wie „George C.“ oder „John S.“. In Telegram-Gruppen werden potenzielle Opfer mit Versprechen von hohen Renditen und exklusiven „Insider-Tipps“ angesprochen. Sobald ein Interessent den ersten Klick macht, wird ihm ein Konto eröffnet, in das er eine niedrige, aber nicht zu niedrige Summe: meist 1 000 EUR: einzahlt. Diese Einstiegssumme dient dazu, die psychologische Hemmschwelle zu senken und den Glauben an die Plattform zu stärken.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer eine simulierte Trading-App, die sofort „Gewinne“ anzeigt. Die Software erzeugt in wenigen Tagen angeblich einen Gewinn von 3 000 EUR: ein Wachstum von 200 %. In Wirklichkeit gibt es keine echten Aufträge an regulierten Börsen. Die Gewinne entstehen lediglich aus einem internen Algorithmus, der Zahlen generiert, um das Vertrauen des Anlegers zu festigen. Das System zeigt auch Charts und „Live-Trades“ an, die jedoch keine echte Marktbewegung widerspiegeln.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn der Nutzer von den scheinbaren Gewinnen überzeugt ist, wird er in der Regel von einem „Account-Manager“ kontaktiert. Der Manager nutzt psychologische Drucktechniken: Er behauptet, dass ein „VIP-Konto“ mit einem Hebel von 1:500 und exklusiven IPO-Zugängen nur für wenige ausgewählte Anleger verfügbar sei. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten von „Alfonso B.“ oder „Razvan F.“ erhöhen die Dringlichkeit. Oft wird ein Bonus von 10 % für die nächste Einzahlung versprochen, wenn die Summe zwischen 5 000 EUR und 50 000 EUR liegt. Viele Opfer geben bis zu 500 000 EUR, weil sie glauben, ihr Geld würde „schnell“ wachsen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger seine Gewinne auszahlen lassen möchte, kommt ein plötzliches Forderungspaket auf. Die Plattform verlangt folgende Gebühren, ohne dass diese in der Vergangenheit von seriösen Brokern verlangt wurden:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich das bereits investierte Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Experten“ auf: angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ anbieten, oder „Krypto-Forensiker“, die eine eigene Wallet-Wiederherstellungs-Software besitzen. Diese Personen fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter dieser Fassade stecken in der Regel dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weitere Zahlung leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie in einen Betrug geraten sind, stellen Sie die Zahlung ein. Jede zusätzliche Einzahlung erhöht Ihre Verluste.
  2. Beweise sichern. Sammeln Sie sämtliche E-Mails, Chats, Kontoauszüge und Aufzeichnungen des angeblichen Brokers. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder Strafanzeige erstatten.
  3. Bank bzw. Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie die Einzahlungen getätigt haben, über den möglichen Betrug. Fordern Sie Rückbuchungen oder Sperrungen an und fordern Sie, dass die Transaktionen als verdächtig markiert werden.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder beim Bundeskriminalamt eine Strafanzeige ein. Nutzen Sie Ihre gesammelten Beweismittel, um die Ermittler zu unterstützen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Akzeptieren Sie keine Angebote, die angeblich Ihr Geld zurückholen wollen. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nicht per WhatsApp oder Telegram. Jede dieser Forderungen ist ein weiteres Zeichen des Betrugs. Die Plattform ApexTradingMarket (apextradingmarket.org) ist eindeutig betrügerisch. Nutzen Sie die Hinweise in dieser Seite, um sich selbst und andere vor ähnlichen Fallen zu schützen.

Das Netzwerk hinter ApexTradingMarket

ApexTradingMarket ist Teil eines Netzwerks von 63 weiteren Plattformen, die dieselben Merkmale teilen. Dies deutet stark darauf hin, dass hinter den Seiten ein gemeinsames betrügerisches System steht, bei dem die Betreiber ihre Identität regelmäßig wechseln und das gleiche Geschäftsmodell nutzen.

und 57 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei apextradingmarket.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei apextradingmarket.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Apextradingmarket Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen