Warnung vor BitPax Trade (bitpaxtrade.org): Erfahrungen und Warnungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Die Plattform BitPax Trade, die sich als Forex- und Kryptohändler präsentiert, ist in den letzten Wochen in den Fokus von Ermittlungen gerückt: es handelt sich eindeutig um einen Betrug, der Anleger mit vielversprechenden Boni lockt und sie dann in ein Netz von Gebühren und falschen Garantien führt.

Screenshot der Webseite Bitpaxtrade (bitpaxtrade.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite bitpaxtrade.org

Erfahrung aus über 500 Fällen

In meiner Rolle als Finanzermittler in einer Spezialeinheit habe ich mehr als fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet und dabei über 500 Verfahren bearbeitet, die von scheinbar harmlosen Investmentangeboten bis zu komplexen internationalen Netzwerken reichten. Für jedes neue Angebot, das mir als potenzieller Betrugsfall vorgestellt wurde, führte ich einen systematischen Prüfplan durch: ich prüfte zunächst die rechtlichen Grundlagen, analysierte die technische Infrastruktur und schließlich die Nutzererfahrungen. Dieser Ansatz hat mir geholfen, Täter schnell zu identifizieren und betroffene Anleger frühzeitig zu warnen. In den folgenden Abschnitten zeige ich, wie ich bei BitPax Trade vorgegangen bin und welche Schlüsse sich daraus für Sie als Investor ziehen lassen.

BitPax Trade im Faktencheck

Die Plattform BitPax Trade präsentiert sich als umfassendes Trading- und Investitionsangebot, das von Forex bis Krypto reicht. Auf der Website fehlen sämtliche rechtlichen Grundlagen: keine Handelsregisternummer, keine Aufsichtsbehörde, keine Lizenznummer. Auch die Kontaktinformationen sind nicht vorhanden: weder E-Mail noch Telefon werden angeboten, und die einzige Adresse ist die generische „4590 Block Cresent Avenue London“. In öffentlichen Handelsregistern lässt sich dort kein Unternehmen unter diesem Namen finden, was stark darauf hindeutet, dass es sich um ein Ghost-Office handelt. Das Minimum der Einzahlung beträgt 300 €, und die Plattform verspricht einen 10-Prozent-Bonus bei der ersten Einzahlung: ein typisches Lockangebot, das Anleger dazu verleiten soll, schnell zu handeln. Die Zahlungsoptionen werden nicht aufgeführt, was bei einer Trading-Plattform, die sich selbst als „global“ präsentiert, ungewöhnlich ist. Die Website unterstützt 19 Sprachen, was zwar international wirkt, jedoch oft bei Betrugsseiten verwendet wird, um eine breite Zielgruppe anzusprechen. Die Testimonials, die auf der Plattform zitiert werden, enthalten lediglich Vor- und Nachnamen, keine nachvollziehbaren Kontaktdaten oder unabhängige Bestätigungen. Ohne klare regulatorische Zugehörigkeit, fehlende Transparenz bei Kontaktdaten und ein auffälliges Bonusversprechen stehen die Anzeichen für ein betrügerisches Geschäftsmodell im Vordergrund.

So funktioniert die Masche bei BitPax Trade

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Wege, auf denen Anleger zu BitPax Trade gelangen, sind breit gefächert: von zielgerichteten Online-Werbung über Suchmaschinen-Treffer bis hin zu persönlichen Empfehlungen, die oft von vermeintlichen „Erfolgsgeschichten“ auf Social-Media-Plattformen unterstützt werden. Die Plattform nutzt dabei eine ansprechende, moderne Website mit professionellen Grafiken, die sofort Vertrauen erwecken. Sobald ein Besucher den Registrierungslink klickt, wird ihm ein kurzer, unkomplizierter Prozess präsentiert, der ihn an die Plattform bindet. Dabei werden keine rechtlichen Informationen offengelegt, sodass der potenzielle Nutzer keine Möglichkeit hat, die Seriosität des Unternehmens zu prüfen. Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist per E-Mail oder Chat, in dem dem Interessenten sofort ein persönlicher „Account-Manager“ zugesagt wird, der ihm bei allen Schritten zur Seite steht.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

Nach der Registrierung wird ein kleiner Betrag von 300 € als Mindestanlage gefordert, ergänzt durch einen 10-Prozent-Bonus, der sofort auf dem Konto sichtbar wird. Sobald die Einzahlung erfolgt ist, erhält der Anleger Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform, die in kurzer Zeit scheinbar hohe Gewinne anzeigt. Diese Gewinne sind jedoch nicht das Ergebnis echter Marktbewegungen, sondern werden von einer Software generiert, die dem Nutzer ein unrealistisches Bild von Erfolg vermittelt. Die Plattform nutzt diese Illusion, um das Vertrauen weiter zu stärken und dem Anleger das Gefühl zu geben, er sei Teil eines exklusiven Erfolgsnetzwerks.

Der persönliche „Berater"

Mit dem Zugang zu der Plattform wird dem Anleger ein persönlicher „Berater“ zugewiesen. Dieser Kontakt erfolgt über E-Mail, Telefon oder Chat-Anwendungen und vermittelt dem Anleger ständig „neue“ Gewinnchancen. Der Berater betont, dass höhere Einzahlungen notwendig seien, um die Renditen zu sichern und das Portfolio zu diversifizieren. Die persönliche Bindung soll die Hemmschwelle senken und die Bereitschaft erhöhen, weitere Gelder einzuzahlen. Gleichzeitig werden dem Anleger immer wieder neue „Angebote“ präsentiert, die angeblich nur für kurze Zeit verfügbar sind, was die Dringlichkeit künstlich erhöht.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst wenn der Anleger einen Auszahlungswunsch äußert, werden plötzlich Gebühren eingeführt. Diese werden als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder als Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht ausgegeben. Selbst nachdem der Anleger diese Gebühren bezahlt hat, tauchen weitere Forderungen auf: etwa für „Sicherheits-Kontrollen“ oder „Währungs-Umrechnungsgebühren“. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen, und die Höhe dieser Kosten ist in keinem Fall marktüblich. Diese Gebühren-Falle ist ein klassisches Merkmal von Betrugsplattformen, die versuchen, das ursprünglich eingezahlte Geld zu monetarisieren, ohne es tatsächlich zu investieren.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Nach dem Auszahlungsversuch kontaktieren Dritte, die sich als BaFin, FCA, Polizei oder sogar als Blockchain-Organisation ausgeben. Diese Personen behaupten, das Geld könne zurückgeholt werden, und fordern zusätzliche Zahl

Angegebene Adresse von BitPax Trade

Die einzige auf der Website angegebene Adresse lautet „4590 Block Cresent Avenue London“. In öffentlichen Handelsregistern lässt sich dort kein Unternehmen unter diesem Namen finden, und die Adresse wirkt als generisches Muster, das häufig bei Ghost-Offices verwendet wird.

An der angegebenen Adresse im Vereinigten Königreich befindet sich eine Bushaltestelle ("Crescent Drive"). Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Auffällig sind zwei klare Diskrepanzen. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
USA
Hosting-Land
Zypern

Das Netzwerk hinter BitPax Trade

BitPax Trade ist Teil eines Netzwerks von 47 weiteren Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle und teilweise identische Logos nutzen. Dieses Zusammenschluss deutet auf ein gemeinsames Hinterbinden der Betreiber hin und erhöht das Risiko, dass bei einer einzelnen Plattform ein Betrug vorliegt.

und 41 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei bitpaxtrade.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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