Cryptominers (cryptominners.org) im Faktencheck: Ist die Plattform seriös oder betrügerisch?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Cryptominers (cryptominners.org) stellt sich als Forex-, Krypto- und CFD-Trading-Plattform dar, bietet jedoch keine Lizenz, keine Handelsregisternummer und keine verifizierte Autorität. Die Kombination aus fehlenden Regulierungsnachweisen und übertriebenen Renditeversprechen deutet eindeutig auf betrügerische Absichten hin.

Screenshot der Webseite Cryptominners (cryptominners.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite cryptominners.org

Warum cryptominners.org unseriös ist

Cryptominners präsentiert sich ohne jegliche regulatorische Zulassung. Auf der Website fehlt sowohl eine Handelsregisternummer als auch die Angabe einer Aufsichtsbehörde. Diese Lücken sind sofort ein klarer Indikator dafür, dass die Plattform nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht, die für seriöse Broker gelten. Weiterhin wird ein „10 % ROI Weekly“ versprochen: ein Versprechen, das nicht nur unrealistisch, sondern auch mathematisch nicht nachvollziehbar ist, da es keine Basis für die Berechnung solcher Renditen liefert. Die angebotenen Zahlungsmethoden (Wire Transfer, Western Union, Bitcoin, Skrill) sind typische Mittel, die in Betrugsmodellen eingesetzt werden, weil sie eine schnelle, schwer rückverfolgbare Abwicklung ermöglichen. Zusammengefasst zeigen die fehlenden Lizenzinformationen, die unrealistischen Renditeversprechen und die Auswahl der Zahlungswege deutliche Anzeichen für einen betrügerischen Betreiber.

Angegebene Adresse von Cryptominers

Die Plattform gibt die Adresse „B4125, Coventry Road, Small Heath, BH, United Kingdom“ an. In den öffentlichen Handelsregistern ist Cryptominers jedoch unter dieser Adresse nicht auffindbar. Es besteht erhebliche Zweifel, ob das Unternehmen dort tatsächlich tätig ist oder ob die Adresse lediglich zur Tarnung verwendet wird.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich eine Tourismus-Einrichtung (artwork) ("Pomegranate Dress (Small Heath Interchange)") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Gleich zwei Brüche zwischen behauptetem Sitz und technischer Realität fallen auf. Der Server steht in Luxemburg, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
Luxemburg
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei cryptominners.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Werbekampagnen auf sozialen Medien wie Instagram, Facebook und TikTok angesprochen. Dort präsentiert die Plattform scheinbar erfolgreiche Trader, die von Cryptominers „profi-gewinne“ erzielen. Häufig wird ein kleines Einstiegskapital von 200 € vorgeschlagen, um die Hemmschwelle zu senken. Der erste Schritt dient dem Aufbau von Vertrauen, indem die Plattform scheinbar transparente Kontoführungsdaten liefert und den Eindruck erweckt, ein legitimes Brokerage zu sein.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Cryptominers angeblich hohe Gewinne. Ein Beispiel: Aus 200 € werden angeblich in zwei Wochen 800 € angezeigt. Diese Zahlen entstehen jedoch lediglich durch manipulierte Software, die keine echten Orderausführungen an Börsen oder Devisenmärkten vornimmt. Es handelt sich um virtuelle Gewinne, die lediglich auf dem Bildschirm erscheinen und keine realen Transaktionen widerspiegeln.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein angeblicher „Anlageberater“ baut über Wochen eine Beziehung auf. Er bietet VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und Zugang zu angeblich exklusiven IPOs an. Durch Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung wird das Opfer motiviert, weitere Einzahlungen in Höhe von 5.000 bis 50.000 € zu tätigen. Oft werden dabei weitere unrealistische Renditeversprechen genutzt, um die Glaubwürdigkeit weiter zu erhöhen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Opfer sein Geld oder die angeblich erzielten Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich Gebühren in Rechnung gestellt. Die folgenden fünf typischen Fake-Gebühren werden ohne konkrete Prozentangaben oder Beträge aufgelistet:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem ursprünglichen Verlust dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung: das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten oft Drittpersonen auf: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit eigenen Wiederherstellungs-Tools. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handeln dieselben Täter, die die ursprünglichen Daten gesammelt haben, um die Opfer weiter auszubeuten. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter cryptominners.org

Cryptominers ist Teil eines Netzwerks von 47 weiteren Plattformen, die technisch miteinander verbunden sind. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Geschäftsmodell hin, bei dem dieselben Betreiber die Infrastruktur teilen, sich regelmäßig neu branden und nach Auffliegen der Behörden die Plattformen wechseln. Das Netzwerk ermöglicht es den Tätern, ihre Aktivitäten zu verschleiern, indem sie die Plattformen unter wechselnden Namen und Domainnamen präsentieren, während die zugrunde liegenden betrügerischen Mechanismen unverändert bleiben.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede zusätzliche Einzahlung erhöht das Risiko, komplett verloren zu gehen.
  2. Belege sichern. Sammeln Sie sämtliche Transaktionsnachweise, E-Mails, Screenshots und Kontobewegungen, um einen klaren Nachweis der Interaktionen zu haben.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie Rückfragen zum Status Ihrer Gelder.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige. Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder das Bundeskriminalamt und legen Sie alle gesicherten Beweise vor.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scammer. Jeder, der Ihnen per WhatsApp oder E-Mail anbietet, Ihre Verluste zurückzugewinnen, ist höchstwahrscheinlich Teil des Betrugsnetzwerks. Vermeiden Sie jegliche Kommunikation und melden Sie sich bei der Polizei.

Wenn Sie weitere Informationen benötigen oder Hilfe bei der Meldung Ihres Falls suchen, wenden Sie sich an die zuständigen Behörden und lassen Sie sich rechtlich beraten. Ihre Sicherheit und die Rückgewinnung Ihres Vermögens sollten immer höchste Priorität haben.

Das Netzwerk hinter Cryptominers

Cryptominers ist technisch mit 47 weiteren Plattformen verknüpft. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames Netzwerk von betrügerischen Seiten hin, bei denen dieselben Hintermänner die Infrastruktur teilen und nach Auffliegen regelmäßig Re-Brandings durchführen.

und 41 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei cryptominners.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei cryptominners.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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