Warnung vor Trade coin Investments (standardcreditaccess.cv): Seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Sie haben vielleicht schon von Trade coin Investments gehört und denken, es sei ein seriöser Anbieter. Wir zeigen Ihnen, warum diese Plattform Anleger um ihr Geld bringt und wie Sie sich davor schützen können.

Screenshot der Webseite Standardcreditaccess (standardcreditaccess.cv)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite standardcreditaccess.cv

Die Eckdaten zu Trade coin Investments

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Trade coin Investments:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
0 Tage
Server-Standort
GB (WILDCARD-AS Wildcard UK Limited, GB)
IP-Adresse
31.22.4.93
SSL-Zertifikat
R12
Netzwerk
57 verbundene Seiten

Über den Autor

Ich bin Anton Haverkamp, 5 Jahre bei der Polizei tätig gewesen und zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit beschäftigt. Während dieser Zeit habe ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Fälle verfolgt und mich besonders mit der Verfolgung von Geldern in der Blockchain beschäftigt. Diese Erfahrung bildet die Basis für meine Arbeit auf brokerbetrug.de, wo ich Anleger über die Gefahren von betrügerischen Plattformen informiere und ihnen helfe, Risiken zu erkennen und zu vermeiden.

Daten-Analyse der Plattform Trade coin Investments

Die Plattform Trade coin Investments (standardcreditaccess.cv) präsentiert sich als Krypto- und P2P-Exchange mit Angeboten im Binär- und Krypto-Handel. Doch die gesammelten Angaben zeigen sofort mehrere kritische Mängel auf. Auf der Website fehlt ein Handelsregisternummer-Eintrag und es wird keine Aufsichtsbehörde genannt, was ein entscheidendes Signal dafür ist, dass die Plattform nicht reguliert ist. Auch das Gründungsjahr bleibt unklar, ebenso wie ein Mindest-Einzahlungsbetrag; potenzielle Anleger erhalten keinerlei Hinweise darauf, welche Kapitalanforderungen gelten.

Zudem gibt es keine Angaben zu einer Lizenznummer, weder zu einer registrierten Aufsichtsbehörde noch zu einer Lizenznummer. Die Plattform listet nur Kreditkarte als Zahlungs­methode auf und bietet ein „Mystery Box“-Bonus, der bis zu 500 $ wert sein soll, ohne jedoch konkrete Details zu Preisgestaltung oder Ablauf zu geben. Es fehlen auch Kunden-Testimonials, ein Trustpilot-Link und jegliche Erwähnung von Auszeichnungen oder Zertifizierungen. Diese Lücken sind typisch für betrügerische Angebote, die darauf abzielen, Vertrauen zu erwecken, ohne verlässliche rechtliche oder regulatorische Grundlagen zu besitzen.

Vom ersten Kontakt zum Totalverlust bei Trade coin Investments

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Die Erstkontakt-Wege sind sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherchen zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 300 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von den Tätern selbst betrieben, die Gewinne sind Fake, das Geld wurde nie investiert sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Standardcreditaccess Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Standardcreditaccess

Das Netzwerk hinter Trade coin Investments

Trade coin Investments ist Teil eines Netzwerks von 57 weiteren Plattformen, was darauf hindeutet, dass dieselben Betreiber hinter mehreren betrügerischen Angeboten stehen.

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