Štedorix (stedorix.net): Analyse der Seriosität
Die Plattform Štedorix (stedorix.net) präsentiert sich als Krypto-Börse, nutzt jedoch keine registrierten Aufsichtsbehörden und weist mehrere technische Unstimmigkeiten auf. Das Unternehmen ist ein klassischer Fall von betrügerischer Aktivität.

Achtung
Betrugsverdacht
Über Anton Haverkamp
In meinen fünf Jahren bei der Polizei habe ich mehrere Ermittlungen in der Finanzkriminalität geführt. Danach war ich als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig, wo ich Anlagebetrugstaten verfolgte und die Herkunft von Geldströmen in der Blockchain analysierte. Insgesamt habe ich über 500 Fälle bearbeitet, in denen es um gefälschte Krypto-Börsen, betrügerische Handelsplattformen und komplexe Geldwäsche-Netzwerke ging. Meine Erfahrung bildet die Basis für die Analyse von Štedorix und verwandten Betrugsplattformen.
Warum stedorix.net unseriös ist
Die ersten Anzeichen einer unseriösen Plattform sind sofort erkennbar. Stedorix.net gibt keine Handelsregisternummer an, noch verweist es auf eine Aufsichtsbehörde. Auf der Website finden sich keinerlei Lizenznummern oder Bestätigungen von Finanzaufsichtsbehörden. Dies ist ein starkes Warnsignal, denn seriöse Krypto-Börsen sind in jedem europäischen Land lizenziert und müssen ihre Registernummern offenlegen.
Zweitens gibt die Plattform keine Angaben zu ihrem Gründungsjahr oder zu ihrem Sitz. Der einzige Kontakt ist eine Telefonnummer mit der Ländervorwahl +385, was auf einen Sitz in Kroatien hindeutet, während die Serverinfrastruktur in einem anderen Land registriert ist. Solche Diskrepanzen zwischen Telefon und Serverstandort sind typische Merkmale von betrügerischen Angeboten, die versuchen, ihre Herkunft zu verschleiern.
Drittens akzeptiert die Plattform ausschließlich Kreditkarten, Debitkarten, Banküberweisungen, PayPal, E-Wallets und stabile Kryptowährungen. Während diese Zahlungsmethoden für legitime Börsen üblich sind, fehlt die transparente Dokumentation von KYC-Prozessen und die Möglichkeit, das Konto nach einer Einzahlung zu verifizieren. In vielen Fällen sind die Zahlungen auf die Plattform zu schnell und ohne Nachweis von Identitätsprüfungen abgewickelt.
Viertens präsentieren sich mehrere Kundenstimmen, darunter Marko Horvat, Iva Kovačić, Luka Marić, Ivan Vidović, Stjepan Radić und Ana Horvat. Diese Namen werden ohne weitere Identifikation angezeigt, und es gibt keine Möglichkeit, die Echtheit dieser Testimonials zu überprüfen. Die fehlende Transparenz bei den Aussagen unterstützt die These, dass die Plattform auf fiktiven Erfolgsgeschichten beruht.
Schließlich gibt es keine Hinweise auf Zertifikate, Auszeichnungen oder Partnerschaften mit bekannten Finanzinstituten. Die Plattform behauptet keine garantierten Renditen, erzeugt aber dennoch den Eindruck von schnellen Gewinnen durch automatisierte Handelssysteme. Alle diese Faktoren zusammen sprechen eindeutig für ein betrügerisches Geschäftsmodell.
Wie der Betrug bei stedorix.net abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Werbung auf sozialen Medien oder durch Krypto-Foren angesprochen. Die Werbung verspricht ein „sicheres“ automatisiertes Handelssystem, das ohne Risiko hohe Renditen erzielt. Oft wird ein kostenloser Demo-Account angeboten, bei dem das Opfer einen kleinen Betrag, typischerweise 250 € oder weniger, einzahlt. Dieser niedrige Einstiegssatz soll die Hemmschwelle senken und das Vertrauen in die Plattform festigen. Der Betreiber nutzt dabei häufig gefälschte Testimonials, die in kurzen Video-Clips auftreten. Diese Clips zeigen angeblich zufriedene Kunden, die ihre Gewinne teilen. Die Technik der Video-Erstellung lässt sich leicht reproduzieren, sodass die Plattform eine große Anzahl solcher Clips generieren kann.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung loggt sich das Opfer in das Dashboard ein. Dort werden sofort stark überdurchschnittliche Gewinne angezeigt, die innerhalb weniger Wochen von 250 € auf 800 € oder mehr steigen. Die Software erzeugt diese Zahlen aus einer Datenbank, die nicht mit einer realen Börse verbunden ist. Es gibt keine tatsächlichen Order-Blöcke, keine Transaktionen in der Blockchain und keine Verbindung zu einem regulierten Markt. Stattdessen werden die Gewinne generiert, um das Vertrauen zu stärken und die Illusion eines funktionierenden Handelssystems zu erzeugen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald das Opfer die ersten Gewinne sieht, beginnt die Plattform, weitere Einzahlungen zu fordern. Ein „Account-Manager“, der in der Regel über einen Chat-Bot oder ein E-Mail-System kommuniziert, bietet ein VIP-Konto mit angeblich höheren Hebeln an. Dabei werden Begriffe wie „1:500 Hebel“, „garantierte Gewinne“ oder „exklusive IPO-Zugänge“ verwendet. Zeitlich begrenzte Angebote („Nur heute“) erzeugen Druck. Zusätzlich werden Social-Proof-Elemente eingesetzt: Anzeigen von „anderen Kunden“, die bereits Millionenbeträge eingezahlt haben, und gefälschte Screenshots von angeblichen Kontoständen. Typische Betrugsbeträge liegen zwischen 5 000 € und 50 000 €, manche Opfer zahlen sogar über 500 000 €.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Opfer nun seine Gewinne auszahlen lassen möchte, kommt plötzlich die Forderung nach Gebühren. Zu den üblichen Anfragen zählen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Warnung: Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Sobald ein Opfer diese Gebühren bezahlt, verliert es zusätzlich zu dem bereits verloren gegangenen Geld noch mehr, während die Auszahlung niemals erfolgt. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft „experten“ auf: angebliche Anwälte, die von einer „Vergleichsverhandlung“ berichten, Behörden-Mitarbeiter, die eine Rückerstattung versprechen, oder Krypto-Forensiker, die mit einer eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software auftreten. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handelt es sich um dieselben Täter, die die Opfer weiter ausnutzen. Ein seriöser Anwalt oder eine Behörde wird niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.
Das Netzwerk hinter stedorix.net
Štedorix ist Teil eines Netzwerks von 45 weiteren Plattformen, die gemeinsame Server, Software-Stacks und Marketing-Strategien nutzen. Diese Plattformen erscheinen häufig unter leicht abgewandelten Namen, sodass Opfer denken, sie hätten eine neue, unabhängige Börse gefunden. Die Wiederverwendung von Infrastrukturen ermöglicht es den Tätern, schnell neue Marken zu registrieren und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. Das Netzwerk nutzt dieselben gefälschten Testimonials, die gleichen Zahlungsmethoden und dieselben „VIP“-Angebote. Durch das Re-Branding kann das Netzwerk mehrere Millionen Euro von Opfern in kurzer Zeit ergaunern, bevor eine einzelne Plattform von den Behörden geschlossen wird.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung erhöht das Risiko, dass Sie mehr Geld verlieren.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Transaktionsbestätigungen und Bildschirmfotos. Diese dienen als Grundlage für spätere Ermittlungen.
- Bank bzw. Zahlungsanbieter informieren: Wenden Sie sich an Ihre Bank oder PayPal, um die Transaktionen zu sperren und ggf. Rückbuchungen zu veranlassen.
- Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Wirtschaftsstrafbehörde eine Strafanzeige ein. Nutzen Sie die gesicherten Beweise, um den Fall zu unterstützen.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie skeptisch gegenüber Personen, die angeblich Ihr Geld zurückbekommen wollen. Legen Sie keine Vorauszahlungen vor und prüfen Sie die Identität des angeblichen Anwalts oder der Behörde sorgfältig.
Abschließende Empfehlung
Vermeiden Sie Plattformen, die keine lizenzierten Aufsichtsbehörden nennen, keine transparente Unternehmens-Informationen bereitstellen und keine nachvollziehbaren KYC-Prozesse haben. Vertrauen Sie ausschließlich auf Anbieter, die in der EU oder in Ihrem Land lizenziert sind und deren Registernummern öffentlich einsehbar sind.
Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Das Netzwerk hinter Štedorix
Štedorix ist Teil eines Netzwerks von 45 weiteren Plattformen, die gemeinsame technische Infrastrukturen teilen und häufig unter ähnlichen Marken auftreten.

Alzorainvyraia
alzorainvyraia.com

Caixa Invest
caixa-invest.net

Czujnyakcjant
czujnyakcjant.net

Dashlotemax Lab
dashlotemax-lab.com

Epic Lotemax 100
epic-lotemax-100.com

Epic Lotemax Opt
epic-lotemax-opt.com
und 39 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei stedorix.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.