Trust Finance Market Trading (trade.trustfinancemarket.live): Warnung vor Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Investoren, die sich auf Trade.TrustFinancemarket.Live einlassen, werden mit einem betrügerischen System konfrontiert, das keine rechtliche Grundlage besitzt und gezielt Gewinne aus den Konten der Geschädigten zieht.

Screenshot der Webseite Trustfinancemarket (trade.trustfinancemarket.live)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trade.trustfinancemarket.live

Die Eckdaten zu Trust Finance Market Trading

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Trust Finance Market Trading:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Server-Standort
US (AS-COLOCROSSING, US)
IP-Adresse
198.12.92.245
SSL-Zertifikat
R11
Netzwerk
44 verbundene Seiten

Wo Trust Finance Market Trading angeblich sitzt

Die Plattform gibt die Adresse 402 W Broadway, New York, NY 10012, United States an. Im Handelsregister ist kein Unternehmen unter dieser Adresse verzeichnet, was Zweifel an der Legitimität aufkommen lässt.

An der angegebenen Adresse in den USA befindet sich ein Ort. Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Die geografischen Marker stimmen oberflächlich überein, was die Plausibilität jedoch nicht beweist. Eine tatsächliche Geschäftstätigkeit am genannten Standort bleibt unbelegt.

Über den Autor

Mein Name ist Anton Haverkamp. In meiner fünfjährigen Dienstzeit bei der Polizei und insbesondere als Finanzermittler in einer Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt. Meine Aufgabe bestand darin, die Fluchtwege von gestohlenen Geldern zu ermitteln, insbesondere in der Blockchain. Diese Erfahrung bildet die Basis für die Analyse, die Sie hier lesen.

Was die Daten über Trust Finance Market Trading verraten

Die öffentlich zugänglichen Informationen zu Trust Finance Market Trading lassen mehrere Unstimmigkeiten erkennen. Erstens fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer und auch eine Aufsichtsbehörde wird nicht genannt. In Deutschland bedeutet dies, dass das Unternehmen nicht bei der BaFin registriert ist, was nach § 246 StGB eine potenzielle Straftat darstellt. Zweitens sind keine Zahlungs­methoden aufgelistet: die Website akzeptiert weder traditionelle Banküberweisungen noch gängige Kryptowährungen, obwohl sie sich als Krypto-Investment-Plattform ausgibt. Drittens gibt die Seite einen Bonus von bis zu 75 % an, jedoch ohne Nachweis einer Quelle oder eines vertraglichen Unterzeichnens. Diese Angaben entsprechen nicht den Anforderungen einer seriösen Handelsplattform und deuten auf ein betrügerisches Modell hin. Auch die fehlenden Kundenbewertungen und das Fehlen einer Trustpilot-URL verstärken den Verdacht, dass die Plattform keine echte Kundenbasis besitzt.

So funktioniert die Masche bei Trust Finance Market Trading

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen oder Cold-Calls. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 300 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäsche-Verdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Trustfinancemarket Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Trustfinancemarket

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