Warnung vor Tradecapitech (tradecapitech.online.nextrades.online): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Tradecapitech (tradecapitech.online.nextrades.online) ist ein betrügerisches Trading-Portal, das Anleger mit falschen Versprechen lockt und anschließend ihre Gelder verschleiert. Die Plattform stellt sich als regulierter Broker dar, doch die Fakten zeigen das Gegenteil.

Screenshot der Webseite Nextrades (tradecapitech.online.nextrades.online)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite tradecapitech.online.nextrades.online

Warum tradecapitech.online.nextrades.online unseriös ist

Die ersten Anzeichen der unseriösen Natur von Tradecapitech sind sofort erkennbar. Der Name der Plattform verweist auf eine angeblich internationale Lizenz, doch die angegebenen Behörden: CFTC, IFSC of Belize, Cyprus Securities and Exchange Commission: geben keine gültige Lizenznummer preis. Ohne diese Nummer kann keine regulatorische Prüfung durchgeführt werden. Weiterhin fehlt ein Handelsregistereintrag, der die Rechtsfähigkeit des Unternehmens bestätigen würde. Die Plattform behauptet, seit 2013 im Geschäft zu sein, jedoch sind keine öffentlichen Aufzeichnungen über eine Unternehmensgründung vorhanden. Diese Diskrepanz zwischen behaupteter Historie und fehlenden Nachweisen ist ein starkes Indiz für eine Fälschung.

Zudem werden auf der Website versprochen, „huge return on investment“ zu erzielen. Die Formulierung ist ein klassisches Merkmal von Betrugsversuchen, bei denen unrealistische Renditen als Verkaufsargument dienen. Die Zahlungsoptionen umfassen Banküberweisung, Kreditkarte und Bitcoin: Zahlungsmittel, die bei Betrugsplattformen üblich sind, weil sie schwer zurückverfolgbare und sofortige Geldtransfers ermöglichen. Kombiniert mit fehlenden Lizenzdaten, fehlendem Handelsregistereintrag und unrealistischen Versprechen ergibt sich ein klares Bild: Tradecapitech ist kein regulierter Broker, sondern ein betrügerisches System.

Wie der Betrug bei tradecapitech.online.nextrades.online abläuft

Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst über soziale Medien, E-Mails oder Telefonanrufe auf Tradecapitech aufmerksam. Die Plattform nutzt gezielt Werbeanzeigen auf Instagram und Facebook, die vermeintliche „Anlageberater“ darstellen. In vielen Fällen erscheinen auch gefälschte Testimonials von Personen wie Brown, Melissa Dorothy oder Carly Jones, die angeblich hohe Gewinne erzielt haben. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten: typischerweise 250 €: um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Durch diesen kleinen Betrag wird das Vertrauen aufgebaut und der Nutzer fühlt sich ermutigt, weitere Beträge einzuzahlen.

Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Tradecapitech scheinbar hohe Gewinne, etwa 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen entstehen jedoch aus einer Datenbank-Simulation, die in der Software generiert wird. Es werden keine echten Handelsaufträge an Börsen platziert, und es existiert kein echtes Broker-Konto. Der Nutzer sieht lediglich animierte Diagramme und „Live-Charts“, die lediglich den Eindruck von Erfolg erwecken. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen und die Illusion eines profitablen Investments erzeugen.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein virtueller „Account-Manager“ oder „Berater“ baut über Wochen oder Monate eine persönliche Beziehung auf. Über private Chats wird der Nutzer mit Angeboten wie „VIP-Konten“, Hebelboni von 1 : 500 und angeblichen IPO-Zugängen konfrontiert. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsberichte von anderen Investoren erzeugen den Eindruck, dass weitere Einzahlungen unvermeidlich sind. In vielen Fällen zahlen die Betroffenen zwischen 5.000 € und 50.000 €, manche sogar über 500.000 €, um angeblich höhere Renditen zu erzielen.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun sein Geld abheben möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren, die Tradecapitech verlangt, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald Sie diese Gebühren bezahlen, verschwindet Ihr Geld weiter, und es kommt zu keiner Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die behaupten, die verlorenen Gelder zurückzugewinnen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Anbietern stecken in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betreiben. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jeder Kontakt nach dem ersten Auszahlungsversagen ist ein weiteres Signal für einen Recovery-Scam.

Das Netzwerk hinter tradecapitech.online.nextrades.online

Tradecapitech ist Teil eines Netzwerks von 50 Plattformen, die dieselben Marketingtechniken und technischen Grundlagen nutzen. Oft werden nach einem regulatorischen Hinweis die Namen geändert, die Domains erneuert und die Websites neu gestaltet. Die Betreiber tauschen sich über ein gemeinsames Backend aus, das die Simulation von Gewinnen, die Verwaltung von Kundendaten und die Abwicklung von Zahlungen ermöglicht. Dieses Netzwerk erleichtert den schnellen Wechsel von Plattform zu Plattform und erschwert den Betroffenen die Verfolgung der Täter.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie einen Betrugsverdacht haben, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.
  2. Belege sichern: Speichern Sie E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und alle Kommunikationsprotokolle. Diese Unterlagen sind entscheidend für spätere Ermittlungen und mögliche Strafanzeigen.
  3. Bank und Zahlungsanbieter informieren: Setzen Sie Ihre Bank oder Ihren Kreditkartenanbieter sofort in Kenntnis und fordern Sie die Rückabwicklung aller Transaktionen. Bei Bitcoin-Überweisungen kann die Rückverfolgung schwieriger sein, daher ist eine sofortige Meldung an den Wallet-Anbieter sinnvoll.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Kontaktieren Sie Ihre örtliche Polizeidienststelle oder die Online-Sicherheitsabteilung Ihrer Staatsbehörde. Reichen Sie alle gesammelten Beweise ein. Ihre Anzeige unterstützt die Ermittlungen gegen die Betreiber.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie misstrauisch gegenüber jedem, der Ihnen verspricht, Ihr Geld zurückzuholen. Legale Anwälte kontaktieren Sie nicht per WhatsApp oder Telegram und fordern keine Vorauszahlungen.

Schluss

Wenn Sie von Tradecapitech (tradecapitech.online.nextrades.online) betrogen wurden, handeln Sie schnell und sammeln Sie alle Beweise. Nur so können Sie die Täter zur Verantwortung ziehen und verhindern, dass weitere Anleger in die Falle tappen.

Das Netzwerk hinter Tradecapitech

Tradecapitech ist Teil eines Netzwerks von 50 weiteren Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien nutzen. Diese Plattformen teilen häufig dieselbe technische Infrastruktur und werden oft nach Auffliegen von Aufsichtsbehörden neu marken.

und 44 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei tradecapitech.online.nextrades.online gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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