Vinance (trading.24ludo.in): Warnung vor Anlegerverlusten

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Die Plattform Vinance, erreichbar über `trading.24ludo.in`, stellt sich als Krypto-Börse dar, ist jedoch nach meinen Ermittlungen ein klarer Anlagebetrug. Anleger werden mit falschen Gewinnversprechen und versteckten Gebühren in die Falle gelockt.

Screenshot der Webseite 24ludo (trading.24ludo.in)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trading.24ludo.in

Die nüchternen Fakten zu Vinance

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Vinance:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
68 Tage
Server-Standort
DE (AS-HOSTINGER Hostinger International Limited, CY)
IP-Adresse
2a02:4780:43:9419:b354:811d:440c:cd53
SSL-Zertifikat
R12
Netzwerk
56 verbundene Seiten

Mein Hintergrund als Finanzermittler

In meinen über fünf Jahren bei der Polizei war ich als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig, in der wir vor allem Anlagebetrugs- und Geldwäschefälle untersuchten. Während dieser Zeit bearbeitete ich mehr als 500 Verfahren, bei denen Gelder in der Blockchain und in klassischen Bankkonten verschleiert wurden. Durch diese Erfahrung habe ich ein ausgeprägtes Gespür dafür entwickelt, wie Betrüger ihre Angebote strukturieren und welche rechtlichen Schwachstellen sie ausnutzen. In meiner Arbeit verfolgte ich nicht nur die Täter, sondern setzte auch präventive Maßnahmen um, um weitere Anleger vor ähnlichen Betrugsmaschen zu schützen. Diese Expertise fließt in jeden meiner Artikel ein, damit Sie als potenzieller Investor fundierte Entscheidungen treffen können.

Die nüchternen Fakten zu Vinance

Vinance präsentiert sich als „Crypto-Exchange“ und bietet Dienstleistungen im Bereich Krypto-Trading sowie Krypto-Investment an. Die Plattform ist ausschließlich in englischer Sprache verfügbar und akzeptiert Zahlungen per Kreditkarte. Auf der Website finden sich keinerlei Angaben zu einer Handelsregisternummer oder zu einer Aufsichtsbehörde, die die Tätigkeit von Vinance legitimieren würde. Ebenso fehlt eine Lizenznummer, die in Deutschland und vielen europäischen Staaten Pflicht ist. Die Marketingseite verspricht einen Bonus von 50 USD, sobald ein Nutzer sich registriert, aber es gibt keine verifizierbaren Quellen, die die Existenz dieses Bonus belegen.

Die „Trust-Signals“ der Seite sind minimal. Es gibt keine Kundenbewertungen auf Trustpilot, keine Auszeichnungen oder Zertifikate und keine Referenzen von bekannten Persönlichkeiten. Die Sektion mit „Testimonial-Names“ ist leer. Darüber hinaus deuten die hinterlegten Informationen auf eine fehlende Transparenz hin: kein Impressum, keine Kontaktdaten, kein Ansprechpartner. In Bezug auf die rechtlichen Grundlagen vermerkt die Plattform keinerlei Hinweise auf die Einhaltung von Geldwäsche-Verordnung (AMLD5) oder auf die Einhaltung der MiFID-II-Richtlinie. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Indiz dafür, dass Vinance keine regulierte Finanzdienstleistungsfirma ist.

Das einzige sichtbare Merkmal, das einen ersten Anreiz bieten könnte, ist der Kreditkartenzahlungspfad. Kreditkarten sind zwar praktisch, aber sie ermöglichen es Betrügern, Transaktionen schnell zu verarbeiten und die Rückbuchung zu erschweren. In Verbindung mit dem Bonusangebot von 50 USD wirkt die Plattform auf den ersten Blick attraktiv, doch die fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen und die fehlende Transparenz sind klare Warnzeichen.

Die Phasen des Vinance-Scams

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt. In der Regel wird ein ansprechendes Landing-Page-Design verwendet, das mit modernen Grafiken, ansprechenden Farben und klaren Call-to-Action-Buttons ausgestattet ist. Der erste Kontakt erfolgt häufig über ein kurzes Anmeldeformular, das lediglich ein E-Mail-Address und ein Passwort verlangt. Sobald der Nutzer sich registriert hat, wird ihm sofort ein „Willkommensbonus“ von 50 USD angeboten, der bei der ersten Einzahlung per Kreditkarte freigeschaltet wird. Dieses Vorgehen erzeugt den Eindruck einer legitimen Handelsplattform, die Anfängern einen Anreiz bietet, ihr Kapital einzuzahlen.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 200 bis 500 € gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert. Die Darstellung erfolgt in Echtzeit, sodass die Anleger glauben, dass ihre Einlage sofort rentabel ist. Oft wird ein Live-Chart gezeigt, der plötzlich große Aufwärtsbewegungen anzeigt, gefolgt von kurzen Gewinnmeldungen. Diese simulierten Gewinne beruhen auf vorab programmierten Algorithmen, die zufällig positive Ergebnisse erzeugen, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren. In den E-Mails wird häufig auf „exklusive Trading-Signale“ verwiesen, die angeblich nur für „VIP-Mitglieder“ verfügbar sind. Die Berater kommunizieren in einem sehr professionellen Ton und geben oft das Gefühl, dass sie Zugang zu Insider-Informationen haben. Diese Vorgehensweise baut eine emotionale Bindung auf, sodass die Betroffenen weniger kritisch hinterfragen, ob die Plattform tatsächlich reguliert ist.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“, die in Wahrheit Ausweise anderer Geschädigter sind. Die Gebühren werden in der Regel in Form von Prozentanteilen an der Auszahlung oder als fester Betrag berechnet. In der Praxis wird die Auszahlung erst dann freigegeben, wenn der Betroffene weitere Zahlungen leistet, um angeblich die „Transaktionskosten“ zu decken. Diese Praxis entspricht dem, was im Strafrecht als „Betrug mit Erpressung“ (§ 263 StGB) eingestuft werden kann, weil der Täter die Opfer dazu zwingt, zusätzliche Zahlungen zu leisten, um ihre ursprüngliche Investition zurückzuerhalten.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen. Die „Recovery-Scam“-Taktik nutzt die Angst der Anleger, ihr Geld zu verlieren, und bietet einen scheinbaren Ausweg an, der in Wahrheit nur ein weiteres Mittel zur Geldbeschaffung darstellt. Diese Vorgehensweise verstößt klar gegen das Strafrecht, insbesondere gegen § 263 StGB (Betrug) und § 246 StGB (Unterlassung, die einer Tat nach § 263 StGB dient)."

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei 24ludo Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an 24ludo

Das Netzwerk hinter Vinance

Vinance ist Teil eines Netzwerks von 56 weiteren Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien nutzen und oft dieselben Betreiber hinter sich haben. Diese Verflechtung erhöht die Gefahr für Anleger, da die Betrugsmechanismen über mehrere Fronten hinweg verbreitet werden.

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