Warnung vor Zyskopol (zyskopol.net): Seriosität unter Verdacht

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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Zyskopol (zyskopol.net) ist ein Betrugsnetzwerk. Ich habe mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug untersucht und festgestellt, dass diese Plattform keine rechtlichen Grundlagen hat.

Screenshot der Webseite Zyskopol (zyskopol.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite zyskopol.net

Fakten zu Zyskopol

Folgende Datenpunkte liefern den Kontext zu Zyskopol:

Warnstufe
Hoch
Regulierung
Nicht erkennbar
Domain-Alter
3 Tage
IP-Adresse
172.67.141.254
SSL-Zertifikat
E7
Netzwerk
45 verbundene Seiten

Mein Werdegang

Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gearbeitet, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In dieser Rolle verfolgte ich Anlagebetrugstaten und war für die Beschlagnahme von Geld in der Blockchain zuständig. Insgesamt bearbeitete ich über 500 Verfahren, bei denen ich Muster von Täuschung und Geldwäsche aufdeckte. Meine Erfahrung zeigt, dass Betrüger immer dieselben Techniken anwenden: sie geben sich als seriöse Institutionen aus, nutzen moderne Zahlungswege und schaffen durch gezielte Falschinformationen Vertrauen. Diese Erkenntnisse nutze ich heute, um Anleger vor Plattformen wie Zyskopol zu warnen.

Was die Webseite von Zyskopol preisgibt

Die Analyse der öffentlichen Informationen auf der Webseite von Zyskopol (zyskopol.net) offenbart mehrere gravierende Unstimmigkeiten. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer; die Seite listet keine Registrierungsdaten, was ein klarer Hinweis auf fehlende rechtliche Zulassung ist. Zweitens wird weder eine Aufsichtsbehörde noch eine Lizenznummer angegeben, obwohl die Seite sich als regulierter Krypto-Exchange darstellt. Drittens gibt es keinen Gründungsjahr; das Unternehmen präsentiert sich ohne jegliche historische Basis. Viertens ist keine Mindestanlagesumme angegeben, obwohl die Plattform diverse Zahlungsmethoden anbietet, darunter Kreditkarte, PayPal, E-Wallets und Stablecoins. Dies erhöht die Anziehungskraft für neue Kunden, ohne klare Risiko- oder Kostenrahmen.

Fünftens werden keine garantierten Renditen versprochen; die Seite enthält keine Aussagen über garantierte Erträge, was zwar positiv sein könnte, jedoch lässt es Raum für verdeckte Versprechen. Sechstens fehlen Kundenbewertungen auf Trustpilot oder anderen Plattformen; die Seite verweist auf keine externe Bewertung. Sie listet jedoch mehrere Testimonial-Namen, darunter Marek Kowalski und Zofia Wiśniewska, ohne deren Identität oder Verifizierbarkeit zu prüfen. Sie bieten auch keine Referenzen oder Zertifizierungen. Sie nutzen keine Aufsichtsbehörde, sondern bieten lediglich eine Liste von Dienstleistungen wie Handel und Automatisierung von Kryptowährungen.

Sechstens fehlen Aufzeichnungen über die Anzahl der Kunden oder die Erfolgsquote; die Plattform bietet keine transparenten Leistungskennzahlen. Sie zeigt keine Warnungen oder Haftungsbeschränkungen. Diese fehlende Transparenz ist ein klassisches Merkmal von betrügerischen Plattformen, die ihre Kunden mit unbestätigten Behauptungen locken. Die Kombination aus fehlender rechtlicher Anerkennung, fehlender Transparenz und einer Vielzahl von Zahlungsmöglichkeiten schafft ein Umfeld, in dem Betrüger leicht agieren können.

Der Ablauf des Anlagebetrugs bei Zyskopol

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu Plattformen wie Zyskopol gelangen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt. Sie nutzt moderne Design-Elemente, ein klares Farbschema und vermeintlich echte Kundenmeinungen, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 300 Euro oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert. Die Plattform präsentiert die Gewinne in Echtzeit, um den Eindruck von sofortigem Erfolg zu erwecken und die Investoren zu ermutigen, mehr Geld einzubringen.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren. Der Berater liefert oft „Exklusivtipps“ und betont die Notwendigkeit, das Risiko zu diversifizieren, was den Eindruck von Professionalität verstärkt.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Die Gebühren sind in der Regel hoch, oft 10 bis 15 % der Summe, und werden als „Sicherheitsvorkehrungen“ rechtfertigt. Der Anwender wird ständig in neue Kosten eingebunden, ohne dass tatsächlich ein Auszahlungsprozess stattfindet.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Sie versprechen, die Rückerstattung durch „Rechtliche Verfahren“ zu ermöglichen. Dabei nutzen sie gefälschte Dokumente, gefälschte Zertifikate und Personalausweise des „Beraters“, die in Wahrheit Ausweise anderer Geschädigter sind. Die Handelsplattform ist von den Tätern selbst betrieben, die Gewinne sind Fake, das Geld wurde nie investiert sondern direkt abgezogen.


Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Zyskopol Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen an Zyskopol

Das Netzwerk hinter Zyskopol

Zyskopol ist Teil eines Netzwerks von 45 Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen. Die Betreiber teilen sich Infrastruktur und Marketingkanäle, was die Reichweite erhöht und die Wiedererkennung erleichtert.

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