Warnung vor 360orbfasttrading (360orbfasttradings.live): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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360orbfasttrading (360orbfasttradings.live) stellt sich als legitime Trading-Plattform dar, ist aber nach gründlicher Analyse eindeutig betrügerisch.

Screenshot der Webseite 360orbfasttradings (360orbfasttradings.live)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite 360orbfasttradings.live

Warum 360orbfasttradings.live unseriös ist

360orbfasttradings.live präsentiert sich mit einer umfangreichen Liste von Handelsinstrumenten: Forex, Kryptowährungen, Aktien, Indizes und Rohstoffe. Auf den ersten Blick wirkt das Angebot vielfältig und professionell. In der Realität sind jedoch mehrere kritische Mängel erkennbar.

Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde. Für legale Broker in Deutschland ist die Angabe einer Zulassung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Pflicht. Das Fehlen solcher Angaben ist ein starkes Warnsignal.

Zweitens sind die geforderten Mindesteinzahlungen mit 500 EUR ungewöhnlich hoch, während gleichzeitig unrealistische Renditen von 3.500 bis 5.000 £ in wenigen Wochen versprochen werden. Solche Versprechen sind ohne verifizierbare Quellen, vertragliche Garantie oder zugrundeliegenden Handelsstrategie schlichtweg nicht glaubwürdig.

Drittens akzeptiert die Plattform neben üblichen Zahlungsmitteln auch Bitcoin, Western Union und PerfectMoney: Mittel, die sich schwer zurückverfolgen lassen und häufig von betrügerischen Akteuren genutzt werden.

Viertens ist die Kontaktaufnahme über die angegebene E-Mail-Adresse „Support@360orbfasttrading.org“ nicht durch ein verifiziertes Kundensupport-Portal unterstützt. Keine Telefonnummer steht zur Verfügung, was die Möglichkeit einer direkten Rückfrage eliminiert.

Schließlich zeigen die von der Plattform bereitgestellten Testimonials keine nachvollziehbare Herkunft. Namen wie Hunter Hamilton oder Lauren Nicholson sind in öffentlichen Datenbanken nicht mit realen Personen verknüpft, was auf fiktive Aussagen schließen lässt.

All diese Punkte zusammen ergeben ein konsistentes Bild einer Plattform, die auf Täuschung setzt, anstatt echte Handelsaktivitäten zu ermöglichen.

Die behauptete Geschäftsadresse von 360orbfasttrading

Die Plattform nennt als Sitz „456 Main Street, San Diago, California, Unitied State Of America“. Eine Suche im Handelsregister oder bei der lokalen Wirtschaftskammer zeigt jedoch keine Eintragung dieser Firma unter dieser Adresse. Die Adressangabe wirkt daher nicht verifiziert.

Der angegebene Standort in den USA entspricht eine Bankfiliale ("Bank of America"), was eine Bürotätigkeit nicht ausschließt, sie aber auch nicht bestätigt.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Server steht in Luxemburg, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Eine derart aufgespaltene Topologie ist nahezu nie zufällig, sie ist Teil eines Verschleierungsmusters, das in der Branche der unregulierten Online-Broker Standard ist.

Adresse
USA
Server-Standort
Luxemburg
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei 360orbfasttradings.live abläuft

Erster Kontakt und Lockangebot

Betrüger nutzen gezielt Social-Media-Kanäle, um potenzielle Opfer zu erreichen. Auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Telegram werden kurze Werbevideos oder Testimonials von angeblichen „Erfolgreichen Tradern“ geteilt. In diesen Beiträgen wird häufig ein niedriger Einstiegskapitalbetrag, etwa 250 EUR, als „Testdeposit“ angeboten. Diese geringe Summe senkt die psychologische Hemmschwelle des Opfers, während gleichzeitig der Eindruck eines erfolgreichen Handels entsteht.

Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer im Dashboard von 360orbfasttrading ein simuliertes Trading-Ergebnis angezeigt. Die Software füllt das Konto mit hohen Gewinnzahlen, die in wenigen Tagen nach der Einzahlung von 250 EUR auf 800 EUR oder mehr steigen. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um interne Datenbankeinträge; keine echten Orders werden an Börsen ausgeführt. Der Nutzer wird dadurch in die Illusion eines profitablen Handelsgeschäfts geführt, ohne dass ein echter Marktmechanismus im Spiel ist.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Durch personalisierte Nachrichten von „Account Managern“ wird das Vertrauen weiter ausgebaut. Oft werden exklusive Boni, wie Hebelboni bis zu 1:500 oder garantierte Profite, verspottet. Der Verkäufer nutzt dabei psychologische Druckmittel: Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) oder das Erzeugen von FOMO („Alle anderen haben bereits ihr Konto aufgestockt“). Der Kunde zahlt anschließend weitere Beträge: von einigen Tausend bis zu Hunderttausend Euro: in der Hoffnung auf höhere Gewinne, die jedoch niemals realisiert werden.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingeführt. Folgende Fake-Gebühren können verlangt werden:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
In dieser Phase verliert das Opfer zusätzlich zu seinen ursprünglichen Einzahlungen noch das Geld, das für die angeblichen Gebühren einbehalten wird. Die Auszahlung bleibt aus, und die Plattform verschwindet.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktiert das Opfer häufig angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Diese Versprechen, das Geld zurückzuholen, sind meist gefälscht. Sie verlangen Vorauszahlungen für angebliche „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen dienen lediglich dazu, die Opfer weiter zu erpressen, während die Täter ihre eigenen Datenbanken mit persönlichen Informationen füttern und die Plattformen weiter betreiben.

Das Netzwerk hinter 360orbfasttrading

360orbfasttrading (360orbfasttradings.live) ist Teil eines Netzwerks von 59 weiteren Plattformen, die häufig dieselben Domain-Strukturen und Marketingmaterialien nutzen. Diese Verknüpfung deutet darauf hin, dass die Betreiber hinter den verschiedenen Marken ein gemeinsames Team sind. Sobald eine Plattform von den Behörden aufgefädelt oder von der Öffentlichkeit bemerkt wird, wird sie umbenannt oder durch eine neue Domain ersetzt, während die gleichen betrügerischen Praktiken fortgeführt werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Einstellung weiterer Zahlungen: Sobald Sie bemerken, dass die Plattform keine realen Handelsaktivitäten ausführt, sollten Sie keine weiteren Einzahlungen tätigen.
  2. Dokumentation sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Transaktionsbestätigungen und Kontoauszüge sorgfältig auf. Diese Unterlagen sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontakt zur Bank oder Kryptowährungsbörse: Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie die Einzahlung getätigt haben, über den Verdacht eines Betrugs. Bitten Sie um sofortige Sperrung aller Konten und Rückverfolgung der Transaktionen.
  4. Polizeiliche Anzeige: Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Nutzen Sie die Erfahrung von Anton Haverkamp: Als Finanzermittler in einer Spezialeinheit kann er bei der Aufklärung von Anlagebetrug unterstützen.
  5. Ignorieren von Recovery-Scam-Versuchen: Wenn Ihnen nach dem Verlust angeblich Anwälte, Behörden oder Forensiker Hilfe anbieten, lehnen Sie dies ab. Seriöse Behörden melden sich nicht per WhatsApp oder Telegram an.

Abschließende Empfehlung

Die Plattform 360orbfasttrading (360orbfasttradings.live) weist zahlreiche betrügerische Merkmale auf und ist Teil eines größeren Netzwerks von Fake-Brokern. Betroffene sollten sofort handeln, Beweismaterial sichern und die zuständigen Behörden informieren. Nur so lassen sich weitere Verluste verhindern und die Täter zur Verantwortung ziehen.

Das Netzwerk hinter 360orbfasttrading

360orbfasttrading ist Teil eines Netzwerks von 59 weiteren Plattformen, die häufig dieselben Marketingmaterialien und Domain-Strukturen verwenden. Diese Verknüpfung deutet auf ein gemeinsames Betreiberteam hin, das seine Plattformen nach Auffliegen einfach umbenennt.

und 53 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei 360orbfasttradings.live gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei 360orbfasttradings.live
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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