CMORE DATA LIMITED (coinmore.org): Ist ein Betrug oder nur ein Scam?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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CMORE DATA LIMITED ist keine seriöse Krypto-Plattform: sie zieht Anleger mit falschen Renditeversprechen in die Falle. Stoppen Sie jetzt, bevor Sie Ihr Geld verlieren.

Screenshot der Webseite Coinmore (coinmore.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite coinmore.org

Warum coinmore.org unseriös ist

Der erste Hinweis auf Unregelmäßigkeiten ist die fehlende Aufsicht. CMORE DATA LIMITED gibt weder eine Lizenznummer noch die zuständige Behörde an. Für einen regulierten Crypto-Exchange wäre das ein absolutes Muss. Weiterhin gibt die Plattform an, seit 2016 zu existieren, aber die Handelsregistereintragung ist nicht vorhanden. Das Unternehmen nutzt eine Vielzahl internationaler Sprachen, was zwar einen weltweiten Kundenstamm suggeriert, jedoch die Anonymität der Betreiber unterstreicht.

Ein weiteres Warnsignal ist die Versprechen von „124 $ pro Tag“ bei einer Mindestdeposition von lediglich 10 €. Solche garantierten Renditen sind im Finanzsektor illegal. Die Plattform gibt keine nachvollziehbare Quelle an, und die Zahlen lassen sich nicht mit realen Handelsdaten abgleichen. Es handelt sich eindeutig um ein künstliches Zahlenblatt, das Vertrauen erwecken soll.

Zusätzlich fehlen jegliche Kontaktinformationen außer einer E-Mail-Adresse. Es gibt keine Telefonnummer und keine klare Geschäftsadresse im Handelsregister. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, unrealistischen Renditen und unzureichender Transparenz macht die Plattform zu einer klaren Betrugsmasche.

Wo CMORE DATA LIMITED angeblich sitzt

185 Woolwich Road, London, England, SE10 0RJ: die Adresse taucht im Handelsregister auf, jedoch fehlt jegliche Bestätigung, dass dort tatsächlich ein reguliertes Unternehmen betrieben wird. Die Plattform gibt keine weitere Unternehmensnummer oder Aufsichtsbehörde an.

Am angeblichen Standort im Vereinigten Königreich steht in Wirklichkeit ein Punkt im Straßennetz ("Woolwich Road"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in Frankreich registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
Frankreich

Wie der Betrug bei coinmore.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden über Social-Media-Werbung oder Krypto-Foren auf CMORE DATA LIMITED aufmerksam gemacht. Oft erscheinen kurze Anzeigen mit „124 $ pro Tag“ und einem ansprechenden Bild. Die Plattform nutzt dabei keine echten Influencer-Endorsements, sondern generiert gefälschte Testimonials. Sobald das Interesse geweckt ist, wird ein niedriger Einstiegssatz von 10 € angeboten, um die Hemmschwelle zu senken. Der Nutzer muss nur seine E-Mail-Adresse eingeben, um sich anzumelden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von CMORE DATA LIMITED sofort hohe Gewinnzahlen an. In wenigen Tagen erscheint ein Dashboard, das „800 $ Gewinn“ anzeigt. In Wirklichkeit werden keine echten Orders an einer Börse ausgeführt. Die Plattform nutzt eine interne Datenbank, die lediglich simulierte Transaktionen speichert, um die Illusion von Profit zu erzeugen. Diese Darstellung baut Vertrauen auf, ohne dass echte Handelsaktivität stattfindet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer die ersten Gewinne sieht, wird er von einem virtuellen „Berater“ kontaktiert. Dieser schlägt vor, in ein VIP-Konto zu wechseln, das angeblich Hebel bis 1:500 und garantierte Profite bietet. Der Berater nutzt psychologische Taktiken: er betont die Exklusivität, verspricht Zugang zu „Insider-Tipp“ und nutzt Zeitdruck („nur heute“). In der Regel wird dann ein großer Betrag von 5 000 € bis 50 000 € gefordert. Manche Opfer investieren sogar über 500 000 €, weil die Plattform den Eindruck erweckt, ein legitimes Investment zu sein.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment ist der Wunsch nach Auszahlung. Sobald der Nutzer verlangt, sein Geld abzuheben, präsentiert CMORE DATA LIMITED eine Liste von „Gebühren“. Typische Forderungen sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Diese Gebühren sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIE Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Wenn Sie diese Gebühren zahlen, verlieren Sie zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktieren oft Dritte, die sich als „Krypto-Forensiker“ oder „Rechtsanwälte“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen und fordern Vorauszahlungen für „Reparatur-Dienstleistungen“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind meist Teil des gleichen Betrugskollektivs und verkaufen die Daten der Opfer weiter. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter coinmore.org

CMORE DATA LIMITED ist Teil eines Netzwerks von 59 Plattformen, die dieselben Techniken nutzen. In der Regel teilen sich die Betreiber dieselbe Infrastruktur, wie etwa die gleichen Web-Server, Datenbanken und Konten. Nach einem Aufspüren eines der Netzwerke werden häufig die anderen Plattformen ebenfalls in den Fokus der Ermittlungen gezogen. Diese Re-Branding-Strategie verschleiert die Identität der Betrüger und erschwert die Verfolgung.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Gefahr eines totalen Verlusts.
  2. Alle Transaktionsnachweise sichern: Screenshots, E-Mails, Kontoauszüge und alle Kommunikationsprotokolle sollten archiviert werden. Diese Beweise sind entscheidend für eine spätere Anzeige.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihren Zahlungsanbieter über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine sofortige Sperrung aller betroffenen Konten.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige bei der Polizei: Nutzen Sie die Erfahrung von Anton Haverkamp als Leitfaden: Reichen Sie alle gesammelten Beweise ein und schildern Sie den Ablauf des Betrugs.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Wenn Ihnen jemand „helfen“ will, zahlen Sie niemals im Voraus. Seriöse Fachleute bieten ihre Dienste ausschließlich auf Basis einer bestehenden Vereinbarung und verlangen keine Vorabzahlung.

Schluss

CMORE DATA LIMITED ist ein klar erkennbarer Betrug. Die fehlende Regulierung, unrealistische Renditeversprechen und die manipulative Vorgehensweise decken den klassischen Aufbau eines Krypto-Scams auf. Handeln Sie jetzt, bevor Sie weitere Opfer werden.

Das Netzwerk hinter CMORE DATA LIMITED

CMORE DATA LIMITED ist Teil eines Netzwerks von 59 ähnlichen Plattformen, die dieselben Techniken und oft dieselben Konten nutzen. Dieses Zusammenschluss deutet auf eine koordinierte Betrugsstruktur hin.

und 53 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei coinmore.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei coinmore.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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