Coinpayuu (coinpayuu.org): Was steckt hinter dem angeblichen Investmentversprechen?
Sie haben schon von Coinpayuu gehört, aber die Plattform ist nicht nur unseriös: sie ist ein klarer Betrugsversuch. Wir zeigen Ihnen, warum Sie sofort handeln sollten.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum coinpayuu.org unseriös ist
Coinpayuu stellt sich als „Investment-Plattform“ dar und bietet dabei eine breite Palette von Anlageklassen an: von Landwirtschaft über Gold bis hin zu medizinischem Cannabis, Öl, Gas, Crypto und Forex. Das erste, was auffällt, ist die fehlende Angabe einer gültigen Lizenznummer, obwohl die Plattform behauptet, von der „Asia Securities and Investments Commission (ASIC)“ lizenziert zu sein. In der Praxis bedeutet das, dass Sie keine verbindliche Aufsicht durch eine anerkannte Regulierungsbehörde haben.
Ein weiteres Warnsignal ist die Angabe von täglichen Renditen zwischen 2 % und 15 %. Solche Versprechen sind nicht nur unrealistisch, sondern auch ein klarer Hinweis auf ein betrügerisches Modell. In der Finanzwelt gibt es keine Anlageform, die in der Regel solche konstanten, hohen Tagesrenditen erzielt, ohne dass das Risiko ebenso hoch ist: und oft sogar nicht existiert. Die Plattform verwendet keine nachvollziehbaren Handelsdaten oder echte Orderbücher. Stattdessen werden Ihnen angeblich „Buchgewinne“ angezeigt, die in keiner realen Börse verifiziert werden können.
Zudem fehlt auf der Website eine klare Kontaktadresse und ein telefonischer Kundenservice. Nur ein E-Mail-Kontakt („admin@coinpayuu.org“) ist vorhanden, was die Nachvollziehbarkeit und Haftung stark einschränkt. Das Fehlen von Vertrauenssignalen wie einer Handelsregisternummer, einer gültigen Lizenznummer oder einer regulierten Adresse lässt einen sofort auf die unseriöse Natur der Plattform schließen. All diese Punkte zusammen bilden die Grundlage dafür, warum Coinpayuu als Betrugsplattform eingestuft werden sollte.
Wie der Betrug bei coinpayuu.org abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Werbeanzeigen auf sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok auf Coinpayuu aufmerksam. Die Anzeigen zeigen oft „professionelle“ Grafiken und nutzen gefälschte Testimonials von vermeintlichen „Investmentexperten“. Manchmal werden auch Influencer oder Personen mit einem hohen Profil auf Plattformen wie TikTok eingesetzt, um das Vertrauen der Zielgruppe zu gewinnen. Sobald Sie die Anzeige anklicken, gelangen Sie auf die Anmeldeseite, wo die Registrierung in wenigen Minuten abgeschlossen ist.
Nach der Registrierung erhält der Nutzer oft einen „Willkommensbonus“ oder ein lockendes Angebot, bei dem die erste Einzahlung sehr niedrig gehalten wird: meist um die 129 € (der Mindestbetrag, den die Plattform laut Angaben verlangt). Dieses geringe Einzahlungsvolumen soll die Hemmschwelle senken und die Person dazu bringen, sich stärker einzubringen. In vielen Fällen werden dem Nutzer dann sofort „vorschlagen“, weitere Einzahlungen vorzunehmen, um von einem angeblich hohen Hebel von bis zu 1 : 500 zu profitieren. Dieses erste lockende Angebot ist ein klassisches psychologisches Manöver: Durch die geringe Anfangsinvestition entsteht die Illusion, dass ein kleines Risiko ein großes Potential birgt.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung sehen Sie auf dem Dashboard von Coinpayuu eine ansprechende Grafik, die angebliche „Gewinne“ in Echtzeit anzeigt. In den ersten Tagen oder Wochen werden Sie beispielsweise sehen, dass aus 129 € in weniger als 48 Stunden 300 € oder mehr geworden sind. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen: es gibt keine echten Orderbücher, keine zugrunde liegenden Transaktionen an einer regulierten Börse. Die Plattform nutzt nur ein internes System, das zufällige Gewinnzahlen generiert, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.
Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen. Sobald der Nutzer sieht, dass seine anfängliche Einzahlung „gewinnbringend“ war, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er weitere Einzahlungen tätigt. Oft werden zusätzliche Boni oder „VIP-Konten“ versprochen, die angeblich höhere Hebel oder exklusive Zugangsmöglichkeiten zu IPOs und privaten Plänen bieten. Durch das wiederholte Zeigen von Gewinnen wird der Nutzer überzeugt, dass die Plattform zuverlässig arbeitet, obwohl es sich lediglich um ein illusorisches System handelt.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nach Wochen oder Monaten intensiver Interaktion mit dem „Account Manager“: oft ein Chatbot oder ein angeblicher Anlageberater: wird der Nutzer dazu aufgefordert, größere Beträge einzuzahlen. In dieser Phase wird häufig auf „Limitierte Angebote“ hingewiesen: „Nur noch heute 5 % Bonus auf Ihre nächste Einzahlung“, „Exklusiver Zugang zu neuen Märkten“. Diese Drängen werden mit künstlicher Verknappung, sozialen Beweisen und dem Versprechen von garantiertem Gewinn kombiniert. Der Nutzer hat nun die Illusion, dass sein Kapital in einem profitablen System wächst.
In dieser Phase kann die Einzahlung auf 5.000 € bis 50.000 € oder sogar über 500.000 € steigen. Die Plattform verspricht, dass höhere Einlagen zu höheren Hebeln und damit zu höheren Gewinnen führen. Gleichzeitig wird der Nutzer durch persönliche Nachrichten oder Telefonate davon überzeugt, dass er die Chance nutzen muss, bevor ein „Sonderangebot“ endet. Diese Technik nutzt das Prinzip der sozialen Bestätigung und die Angst, etwas zu verpassen: ein klassischer „FOMO“-Effekt.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer nun versucht, seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital auszuzahlen, wird er plötzlich mit einer Vielzahl von Gebühren konfrontiert. Hier sind fünf typische Fake-Gebühren, die Coinpayuu verlangt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
In vielen Fällen werden die Beträge, die Sie einzahlen, in die Konten der Betreiber umgeschoben, und die Plattform nutzt die Auszahlungsanfragen als Deckmantel, um die Opfer noch mehr zu erpressen. Der Nutzer bekommt ein Gefühl, dass er etwas „schlecht“ gemacht hat und muss nun mehr Geld zahlen, um das Problem zu lösen. Dies führt zu einem Teufelskreis, in dem die Opfer immer mehr Geld verlieren, ohne eine echte Rückzahlung zu erhalten.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Sobald die Opfer nach ihrer Auszahlung oder einem verlorenen Geldbetrag um Hilfe bitten, tauchen plötzlich angebliche „Anwälte“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie versprechen, die verlorenen Gelder zurückzuholen, indem sie „überprüfen“, „anfordern“ oder „überweisen“ können. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Rechtsberatung“. In der Praxis handeln sie jedoch mit den bereits verlorenen Mitteln weiter und verkaufen die Daten der Opfer an weitere Betrüger. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und fordern Vorauszahlungen. Dieses Vorgehen ist ein klassisches „Recovery-Scam“, bei dem die Täter erneut von den Opfern Geld kassieren, bevor sie tatsächlich etwas zurückbringen können.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass Coinpayuu betrügerisch ist, sollten Sie alle weiteren Transaktionen einstellen. Jeder weitere Zahlung kann die Chancen auf Rückgewinnung mindern und das Risiko erhöhen.
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Beweise sichern. Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Screenshots, Kontoauszüge und Zahlungsbelege auf. Diese Dokumente sind entscheidend, um später die Ermittlungen zu unterstützen. Speichern Sie die Daten in mehreren sicheren Orten, zum Beispiel auf einer externen Festplatte und in der Cloud.
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Bank und Krypto-Börse informieren. Setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank oder dem Krypto-Exchange, über die Sie die Zahlung getätigt haben, in Verbindung. Fordern Sie eine Sperre der Transaktion an und fordern Sie Rückerstattungen an, falls möglich. Viele Banken haben Verfahren, um bei Verdacht auf Betrug Gelder zurückzuverfolgen.
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Strafanzeige erstatten. Reichen Sie bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Da Anton Haverkamp in seiner Rolle als Finanzermittler Erfahrung mit solchen Fällen hat, kann die Polizei die Ermittlungen effizienter gestalten.
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Ignorieren Sie Recovery-Scammer. Wenn Sie Kontakt zu angeblichen Anwälten, Forensikern oder Behörden herstellen, die Ihnen helfen wollen, melden Sie sich sofort an die örtliche Polizei und wehren Sie jegliche Forderungen ab. Seriöse Rechtsanwälte und Behörden werden Sie nicht per WhatsApp kontaktieren und keine Vorauszahlungen verlangen.
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Informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten. Teilen Sie Ihre Erfahrung in sozialen Medien oder in Foren, um andere vor der gleichen Falle zu schützen. Oftmals sind die Betrüger auf neue Opfer aus. Ein Warnsignal kann weitere Verluste verhindern.
Fazit
Coinpayuu (coinpayuu.org) ist keine seriöse Investmentplattform. Die Kombination aus fehlender Lizenz, unrealistischen Renditen, fehlenden Vertrauenssignalen und einem klaren Betrugsmodell macht die Plattform für Anleger zu einer klaren Gefahr. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder sich unsicher sind, handeln Sie sofort. Sichern Sie Ihre Beweise, wenden Sie sich an Ihre Bank und melden Sie den Vorfall bei der Polizei. Nur so können Sie die Chance erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzuerlangen und weiteren Betrügern den Weg zu versperren.
Das Netzwerk hinter Coinpayuu
Coinpayuu ist Teil eines Netzwerks von 59 weiteren Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner und Infrastrukturen nutzen. Diese Verbindung ist ein starkes Warnsignal, weil viele dieser Seiten nach einem Ausbruch neu aufgetaucht sind und ähnliche Versprechungen machen.

Abbeyshirefinance
abbeyshirefinance.com

Dentoolsshop
anabrokaz.com.dentoolsshop.com

Realimpactfx
assetcorecapital.com.realimpactfx.org

Astridglobalin
astridglobalin.com

Autotradersmarket
autotradersmarket.com

Avextrade
avextrade.com
und 53 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei coinpayuu.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.