glavix-pro (glavix-pro.de): im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·
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glavix-pro (glavix-pro.de) ist ein eindeutig betrügerisches Unternehmen, das sich als seriöse Investmentplattform tarnt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 10. Oktober 2025 ausdrücklich vor Glavix Pro unter dem Titel „BaFin warnt vor Plattformreihe – “[Name] Willkommen auf unserer offiziellen Website““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Glavix Pro steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Glavix Pro (glavix-pro.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite glavix-pro.de

Die Eckdaten von glavix-pro

Die folgenden Datenpunkte liefern die Grundlage für die Analyse von glavix-pro.

Warnstufe
Hoch
Regulierung
BaFin-Warnung
Offizielle Quelle
BaFin (offiziell)
Domain-Alter
210 Tage
IP-Adresse
136.0.9.226
SSL-Zertifikat
E8
Netzwerk
112 verbundene Seiten

Wer schreibt diesen Artikel?

Ich bin Anton Haverkamp, ein Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In meiner fünfjährigen Polizeiausbildung habe ich mich auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert und über 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt. Dabei lag mein Fokus insbesondere auf der Untersuchung von Finanzplattformen, die sich im Bereich der Kryptowährungen und alternativer Anlagen bewegen. Die Arbeit in der Spezialeinheit hat mir einen tiefen Einblick in die Strukturen und Methoden von Betrügern verschafft, die sich im digitalen Raum tarnen. In diesem Artikel nutze ich meine Erfahrung, um die Hintergründe von glavix-pro (glavix-pro.de) transparent zu machen und rechtliche Konsequenzen zu erläutern.

Datengetriebene Analyse zu glavix-pro

Die Analyse von glavix-pro (glavix-pro.de) basiert ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Angaben der Plattform, die auf der Website selbst zu finden sind. Bereits im ersten Schritt fällt auf, dass keinerlei Unternehmensangaben vorhanden sind: Es fehlt ein Handelsregisternummer, eine Aufsichtsbehörde wird nicht genannt und es gibt keine Angabe zu einer Lizenznummer. Nach § 34a des Kreditwesengesetzes ist die Registrierung bei einer Aufsichtsbehörde für jede Finanzdienstleistung verpflichtend. Das Fehlen dieser Angaben macht die Plattform rechtsunwirksam und illegal im Sinne des § 15 StGB, der Betrug unter Strafe stellt.
Weiterhin gibt die Website keine Kontaktdaten preis: weder E-Mail noch Telefon. Ein seriöser Anbieter muss zumindest eine Kontaktadresse angeben, um die Rückverfolgbarkeit seiner Geschäftsaktivitäten zu gewährleisten. Ohne solche Angaben ist jede Haftungsausschlussklausel nicht durchsetzbar, was die rechtliche Stellung der Plattform zusätzlich schwächt.
Die Plattform bietet keinerlei Zahlungsoptionen an. In der Kategorie „Zahlungsarten“ erscheint kein Eintrag, was bedeutet, dass weder Banküberweisungen noch Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Für Anleger, die ihr Geld einzahlen möchten, ist das ein klares Signal, dass die Plattform nicht über die notwendige Infrastruktur verfügt, um Zahlungen sicher abzuwickeln.
Darüber hinaus gibt es keinerlei Marketinginformationen. Es fehlen Angaben zu Mindestanlagebeträgen, versprochenen Renditen, Boni oder sonstigen Incentives. In der Regel nutzen Betrüger solche Angaben, um Vertrauen zu erwecken. Das Fehlen jeglicher Werbeaussagen kann als Hinweis darauf gewertet werden, dass die Plattform nicht versucht, ihre Dienstleistungen legitimerweise zu bewerben.
Zuletzt weist die Plattform keine Vertrauenssignale auf: Es gibt keine Testimonials, keine Auszeichnungen oder Zertifikate und auch keine Links zu Bewertungsportalen wie Trustpilot. Ein legitimer Finanzanbieter präsentiert sich häufig mit unabhängigen Bewertungen und Zertifikaten, um die Glaubwürdigkeit zu untermauern. Das völlige Fehlen dieser Elemente deutet auf ein bewusst fehlendes Vertrauenssignal hin.
Zusammengefasst deuten die fehlenden Unternehmensangaben, Kontaktdaten, Zahlungsoptionen und Vertrauenssignale auf eine absichtliche Tarnung hin. Aus rechtlicher Sicht kann die Plattform als nicht autorisiert und damit rechtswidrig eingestuft werden.

Anatomie des Betrugs bei glavix-pro

Wie der Kontakt typischerweise entsteht

Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu solchen Plattformen kommen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, Cold-Calls oder eigene Online-Recherche zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.

Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum

In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 250 Euro oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.

Der persönliche „Berater“

Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.

Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung

Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.

Der Recovery-Scam im Nachhinein

Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert sondern direkt abgezogen.

Erste Schritte für Geschädigte

Wenn Sie bei Glavix Pro Geld verloren haben oder Sie sich aktuell in einer der oben beschriebenen Phasen befinden, handeln Sie sofort. Die folgenden Schritte sind in meiner Erfahrung die wirksamsten Sofort-Maßnahmen:

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie sofort jede Transaktion. Auch wenn die Plattform mit dem Verlust der „Gewinne" droht: jede weitere Zahlung verschwindet im selben Topf.
  2. Beweise sichern. Screenshots aller Plattform-Seiten, Chat-Verläufe (WhatsApp, Telegram, E-Mail), Zahlungsbestätigungen, IBANs, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs. Sichern Sie alles, bevor die Plattform Ihren Account sperrt.
  3. Bank, Kartenanbieter oder Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie sofort über den Betrug. Fordern Sie eine Rücknahme bzw. Sperrung der Empfänger-Konten an.
  4. Strafanzeige erstatten. Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache des LKA ein. Legen Sie die gesammelten Beweise bei.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Wenn sich angebliche Anwälte, Behörden oder „Krypto-Forensiker" unaufgefordert melden und Vorauszahlungen verlangen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit der nächste Betrugsversuch. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals per WhatsApp oder Telegram.

Geldverfolgung und Sperrung

Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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