Prime Investment (prime-invest.org): Erfahrungen und Warnungen
Prime Investment präsentiert sich als moderne Plattform für Krypto- und Forex-Investments, doch die Hintergründe und die verfügbaren Daten deuten eindeutig auf einen betrügerischen Aufbau hin.

Achtung
Betrugsverdacht
Ermittler-Erfahrung als Grundlage
Mein Name ist Anton Haverkamp. Nach fünf Jahren bei der Polizei, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit, habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt. Dabei lag mein Fokus besonders auf der Analyse von Geldströmen in der Blockchain. Diese Erfahrung verschafft mir ein präzises Gespür dafür, welche Muster, Anzeichen und technischen Details auf einen betrügerischen Aufbau hinweisen. Wenn ich ein Unternehmen prüfe, suche ich nach Unstimmigkeiten in Registrierungsdaten, fehlenden Aufsichtsbehörden, unrealistischen Renditen und anderen Warnsignalen. Diese Expertise nutze ich, um Anleger vor potenziellen Risiken zu schützen.
Prime Investment im Faktencheck
Prime Investment gibt sich als Investmentplattform an, die Krypto-Investment, Forex-Trading und klassische Geldanlage anbietet. Auf der Website ist eine Registrierungsnummer 25891736 angegeben, jedoch fehlt jegliche Information zur Aufsichtsbehörde oder zur Lizenznummer. Das Unternehmen gibt kein Gründungsjahr an und listet keine offiziellen Zertifikate oder Auszeichnungen. Die Marketingseite fordert eine MindestEinlage von lediglich 50 € und verspricht „DAILY INCOME“. Diese Formulierung suggeriert täglich garantierte Gewinne: ein klares Zeichen für unrealistische Erwartungen, da die Plattform keine regulatorische Genehmigung vorweisen kann.
Die Zahlungsmöglichkeiten umfassen eine breite Palette von Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple, Tron, Tether ERC-20, Dogecoin) sowie traditionelle Zahlungsmittel wie Visa, Mastercard, Qiwi und Yandex. Der Bonus-Anreiz „10 % Referral Bonus“ wird ohne klare Bedingungen oder Nachweise beworben. Unter den „Testimonial-Namen“ werden lediglich Personen genannt, ohne dass deren Identität, Kontaktdaten oder Erfolgsgeschichten überprüfbar sind. Außerdem gibt es keine Angaben zu einer Erfolgsquote, zu Jahren an Erfahrung oder zu einer Gesamtzahl von Fällen: typische Angaben, die bei seriösen Unternehmen vorhanden sind. Die fehlenden Angaben in Kombination mit den garantierten Renditen, die ohne Grundlage präsentiert werden, bilden ein starkes Indiz für einen betrügerischen Betrieb.
Wie die Täter bei Prime Investment agieren
Wie der Kontakt typischerweise entsteht
Nach meiner langjährigen Erfahrung sind die Wege, auf denen Anleger zu Plattformen wie Prime Investment gelangen, sehr unterschiedlich: über Werbeanzeigen, Suchmaschinen-Treffer, persönliche Empfehlungen, kalte Telefonate oder eigene Online-Recherchen zu Anlagemöglichkeiten. Das Vorgehen der Täter dahinter ist aber immer dasselbe. Die Plattform wird seriös und professionell präsentiert, damit der erste Eindruck Vertrauen weckt.
Die erste Einzahlung und das gezeigte Wachstum
In den meisten Fällen wird zunächst eine kleine Investition von rund 250 € oder einer ähnlichen Summe gefordert. Nachdem die Geschädigten das Geld eingezahlt haben, erhalten sie Zugang zu einer angeblichen Handelsplattform. Dort werden in kurzer Zeit hohe Gewinne angezeigt. Diese Zahlen sind allerdings nicht real, sondern werden von der Software selbst generiert.
Der persönliche „Berater“
Die Investoren erhalten einen eigenen Berater, der per E-Mail, Telefon oder WhatsApp Kontakt hält. Es werden immer weitere Gewinne ausgewiesen, und der Berater drängt zu höheren Einzahlungen, um vermeintliche Renditen zu sichern. Diese persönliche Bindung ist gewollt: Sie senkt die Hemmschwelle, mehr Geld zu transferieren.
Die Gebühren-Falle bei der Auszahlung
Erst beim Auszahlungsversuch wird den meisten Geschädigten klar, dass sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Es werden plötzlich Gebühren verlangt, bevor eine Auszahlung erfolgen kann: getarnt als Transaktionsgebühr, Versicherungsgebühr oder Kosten wegen angeblichem Geldwäscheverdacht. Auch nach deren Zahlung folgen immer neue Forderungen. Kein seriöser Anbieter würde je solche Gebühren verlangen. Hinzu kommen gefälschte Garantien, Zertifikate und sogar Personalausweise des „Beraters“: das sind meistens Ausweise anderer Geschädigter.
Der Recovery-Scam im Nachhinein
Im Nachhinein melden sich Dritte und behaupten, sie könnten das Geld zurückholen. Sie geben sich als BaFin, FCA, Polizei oder als Blockchain.com aus. Tatsächlich handelt es sich um dieselben Täter, die weiterhin Geld von den Geschädigten erhalten wollen. Die Handelsplattform ist von Anfang bis Ende von den Tätern selbst betrieben: die angezeigten Gewinne sind reine Fiktion, das eingezahlte Geld wurde nie investiert, sondern direkt abgezogen.
Angegebene Adresse von Prime Investment
Die Angabe der Adresse lautet 41 Nieuwstraat, Weesp, North Holland, Netherlands. Im Handelsregister ist Prime Investment jedoch nicht unter dieser Adresse registriert, was auf ein mögliches Falschmeldungsproblem hinweist.
Unter der angegebenen Anschrift in den Niederlanden ist tatsächlich eine Tourismus-Einrichtung (museum) ("Museum Weesp") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.
Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Server steht in Frankreich, die behauptete Firmenadresse aber in den Niederlanden. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in den Niederlanden. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.
- Adresse
- Niederlande
- Server-Standort
- Frankreich
- Telefon-Vorwahl
- Niederlande
Prime Investment im Betrugsnetzwerk
Prime Investment ist Teil eines Netzwerks von 38 weiteren Plattformen, was auf ein gemeinsames Hintermänner-Gefüge oder ein Re-Branding hindeutet.

Apexprofund
apexprofund.online

Assetprofx
assetprofx.com

Axostrade
axostrade.com

Bigmilkyway
bigmilkyway.org

Bluecrestassets
bluecrestassets.com

Broadcapitals
broadcapitals.com
und 32 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei prime-invest.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.