Fsavemarketing (wealthwavexprotrade.org): Betrug im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Fsavemarketing (wealthwavexprotrade.org) ist ein betrügerisches Trading-Angebot. Die Plattform nutzt falsche Angaben, um Anleger zu täuschen.

Screenshot der Webseite Wealthwavexprotrade (wealthwavexprotrade.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite wealthwavexprotrade.org

Warum wealthwavexprotrade.org unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als legitimes Trading-Portal. Eine detaillierte Betrachtung der öffentlichen Daten lässt jedoch mehrere Unstimmigkeiten erkennen.
Erstens fehlt jede Form von Handelsregistrierung. Das Handelsregister der Vereinigten Kingdoms ist ein zuverlässiger Indikator für die Rechtskonformität eines Unternehmens. Fsavemarketing ist dort nicht eingetragen.
Zweitens wird keine Aufsichtsbehörde genannt. Seriöse Broker geben ihre Zulassungsbehörde an, z. B. FCA, CySEC oder ASIC. Fsavemarketing verweigert diese Angaben.
Drittens ist die Adresse nicht verifiziert. Die Adresse, die auf der Website angezeigt wird, ist in keinem öffentlichen Register verzeichnet.
Viertens gibt es keine Lizenznummer. Eine gültige Lizenznummer ist ein Muss für jedes regulierte Finanzinstitut.
Fünftens gibt es keine Jahresabschlüsse oder Finanzberichte.
Sechstens sind die Dienstleistungen sehr breit gefächert: Forex, Krypto, Commodities und Aktien. Die Kombination aller vier Märkte erfordert umfangreiche Infrastruktur, die für ein neues Unternehmen unrealistisch ist.
Siebens, die Zahlungsoptionen beinhalten Banküberweisung, Kreditkarte und Bitcoin. Das Hinzufügen von Bitcoin ist ein Hinweis auf potenzielle Geldwäscheaktivitäten.
Achtens sind die Testimonials ohne Verifizierbarkeit. Die Namen Hunter Hamilton, Charlotte, Lauren Nicholson und Christopher Pagao werden ohne weitere Identifikation präsentiert.
Neuntens ist die Erfolgsrate von 95 % unrealistisch. Ohne regulatorische Kontrolle kann eine solche Rate nicht glaubwürdig sein.
Zehntens gibt es keine Kundenreferenzen, keine unabhängigen Bewertungen und keinen Trustpilot-Link.
Zusammen ergeben diese Punkte ein klares Bild: wealthwavexprotrade.org ist unseriös.

Angegebene Adresse von Fsavemarketing

Die Plattform gibt die Adresse Wenlock Road 20-22, N1 7GU, London, United Kingdom an. Im Handelsregister ist Fsavemarketing unter dieser Adresse nicht registriert. Dies wirft sofort Fragen auf.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich OSM-Kategorie craft:photographer ("London Food Photography") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Server steht in Luxemburg, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
Luxemburg
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei wealthwavexprotrade.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“ werden häufig eingesetzt. Telefonate starten mit einer höflichen Begrüßung, gefolgt von einem Angebot, 500 € zu investieren.
Darüber hinaus werden soziale Medien genutzt. Instagram-Stories, TikTok-Videos und Facebook-Ads zeigen angebliche „Erfolgsstories“. Oft werden gefälschte Promi-Testimonials eingeblendet, die angeblich in der Plattform investieren.
Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten. 500 € ist ein psychologischer Schwellenwert, der den Anleger dazu motiviert, weiterzuzahlen.
Während des ersten Kontakts werden persönliche Daten erfasst. E-Mail, Telefonnummer (falls vorhanden) und Bankverbindung werden abgefragt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Screenshots der Plattform beeindruckende Gewinnzahlen. „Aus 500 € wurden 3 500 € in drei Wochen“.
Diese Zahlen stammen aus einer Datenbank, die die Plattform intern generiert. Es werden keine echten Orders an eine Börse ausgeführt. Die Software erzeugt nur fiktive Gewinnspiegel.
Der Anreiz ist klar: Vertrauen schaffen. Wenn der Anleger sieht, dass sich sein Geld „schnell“ vermehren soll, fällt er in die Falle.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ tritt in den Dialog. Er nutzt emotionale Sprache und bietet exklusive Boni.
Beispiel: „Mit einem VIP-Konto erhalten Sie einen Hebel von 1 : 500“.
Zudem wird ein Zeitlimit gesetzt: „Nur heute gilt dieses Angebot“.
Der Manager verweist auf „gefälschte“ Mit-Anleger-Erfahrungen. Die Aussagen sind von der Plattform generiert, um Social Proof zu schaffen.
Viele Opfer zahlen zwischen 5 000 € und 50 000 €. Manche zahlen sogar mehr als 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der Anleger verlangt nun die Auszahlung.
Plötzlich werden mehrere Gebühren eingeführt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld. Gleichzeitig kommt es trotzdem zu keiner Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen Dritte auf.
Sie stellen sich als Anwälte oder „Krypto-Forensiker“ dar.
Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ und „Server-Zugriffe“.
Daher sind diese Angebote ein weiterer Teil des Betrugs.
In der Regel handeln die Täter selbst. Sie nutzen die Daten weiter, verkaufen sie oder verschleiern sie durch weitere Plattformen.

Das Netzwerk hinter wealthwavexprotrade.org

Fsavemarketing ist Teil eines Netzwerks von 59 Plattformen. Alle teilen ähnliche Domainstrukturen und Zahlungsoptionen.
Das Netzwerk nutzt gemeinsame Serverinfrastruktur. Die IP-Adressen sind identisch.
Die Plattformen tauschen regelmäßig Daten aus. Sie haben dieselben Fake-Testimonials und dieselben Angebotsstrukturen.
Das bedeutet: Wenn ein Mitglied des Netzwerks auffliegt, können mehrere Plattformen gleichzeitig geschlossen werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko.
  2. Alle Belege sichern. E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Transaktionsnachweise sind entscheidend.
  3. Die Bank kontaktieren. Informieren Sie Ihre Bank über mögliche betrügerische Aktivitäten.
  4. Strafanzeige erstatten. Gehen Sie zur örtlichen Polizeidienststelle oder zum Staatsanwaltschaftsamt.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche. Echte Anwälte und Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp.

Abschließender Hinweis

Die Plattform wealthwavexprotrade.org ist betrügerisch. Nutzen Sie diese Informationen, um sich und andere zu schützen.

Das Netzwerk hinter Fsavemarketing

Fsavemarketing ist Teil eines Netzwerks von 59 Plattformen. Die gleiche Infrastruktur und ähnliche Domainnamen deuten auf ein gemeinsames Hinterland hin.

und 53 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei wealthwavexprotrade.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei wealthwavexprotrade.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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